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Sir Arthur Conan Doyle -
eine kurze Biografie

Sir Arthur Ignatius Conan Doyle wurde am 22. Mai 1859, als eines von zehn Kindern, in Edinburgh geboren. Seine Mutter Mary Doyle, geborene Foley, war irischer Herkunft. Sein Vater Charles Almont Doyle, Epileptiker und Alkoholiker, war schottischer Beamter. Beide Elternteile waren strenggläubige Katholiken.

Conan Doyle erhielt seine Ausbildung zuhause und an Schulen in Edinburgh. Im Alter von 9 Jahren wurde er nach Lancashire auf die Hodder Schule geschickt. Mit 11 Jahren wechselte Conan Doyle nach Stonyhurst, das von Jesuiten geführt wurde. Er verließ die Schule 1875 und ging nach Feldkirch in Österreich um dort noch ein weiteres Jahr bei den Jesuiten zu verbringen. Von 1876-1881 studierte er an der Universität in Edinburgh Medizin. Hier war einer seiner Lehrer Prof. Joseph Bell, der mit seinen Schlussfolgerungen später die Vorlage für Sherlock Holmes wurde.

Seine Tätigkeit als medizinischer Assistent brachte Conan Doyle nach Sheffield, Birmingham und Shropshire. Außerdem reiste er als Schiffsarzt in die Antarktis und an die westafrikanische Küste.
1882 bot ihn Dr. George Turnavine Budd, sein ehemaliger Tutor in Edinburgh, an, Partner in seiner Arztpraxis in Plymouth zu werden. Doch die Partnerschaft war nicht von langer Dauer. Conan Doyle ging nach Southsea und eröffnete dort eine eigene Praxis mit dem Schwerpunkt Augenmedizin.

1885 heiratete er Louise Hawkins, die Schwester einer Patientin. Um sein Budget aufzubessern, schrieb er dort seinen ersten Sherlock Holmes Roman "A Study in Scarlett", der 1887 in Beeton`s Christmans Annual erschien. Bis 1891 arbeitete Conan Doyle weiter als praktizierender Arzt in Hampshire. Ab da an widmete er sich ausschließlich der Schriftstellerei. 1893 hatte Conan Doyle genug von Holmes, der seiner Meinung nach sein ganzes literarisches Schaffen überschattete und eine ernsthafte Anerkennung seines Werks verhinderte, und ließ Holmes zusammen mit seiner Nemesis Moriarty in die Reichenbachfälle stürzen. Im selben Jahr wurde Conan Doyle auch Meister in der Freimaurerloge „Phoenix No. 257“ in Portsmouth.

Im Jahre 1899 zog Conan Doyle als Feldarzt in den Burenkrieg nach Afrika. Im August 1902 kehrte er nach England zurück und schrieb "The War in South Africa: Its Cause and Conduct", ein sehr unkritisches Buch über die Geschichte des Burenkrieges, in dem er das Vorgehen Großbritanniens rechtfertigte. 1900 hatte er bereits mit "The Great Boer War" sein erstes historisches Werk geschrieben. Für "The War in South Africa: Its Cause and Conduct" wurde er 1902 zum Ritter geschlagen und durfte sich fortan Sir Arthur Conan Doyle nennen. Conan Doyle wollte diese Ehre zuerst ablehnen, da er dachte, er würde den Ritterschlag für die Sherlock Holmes Geschichten bekommen. Erst nachdem das Missverständnis aufgeklärt war, konnte er sich über die Erhebung in den Ritterstand freuen.
1900 und 1906 kandidierte er erfolglos für das britische House of Commons.

Conan Doyles Frau starb am 4. Juli 1906 an Tuberkulose. 1907 heiratete er zum zweiten Mal und zwar Jean Leckie, mit der ihn bereits seit vielen Jahren eine - aus Rücksicht auf seine erste Frau nur platonische - Liebe verbunden hatte.
Aus den beiden Ehen gingen insgesamt fünf Kinder hervor: Mary, Kingsley, Jean, Denis und Adrian.

Conan Doyle war ein sehr begeisterter Sportler: Er spielte im berühmten Marylebone Cricket Club (MCC) Cricket und war ein guter Boxer. Er genoss weltweit einen so guten Ruf, dass er mehrfach aufgefordert wurde, Schiedsrichter bei internationalen Kämpfen zu sein.
Eine Anekdote besagt, dass er bei den Olympischen Spielen 1908 in London ebenfalls als Kampfrichter fungierte. Beim Marathonlauf half er gemeinsam mit anderen Kampfrichtern und Ärzten dem vermeintlichen Sieger, dem schwächelnden Italiener Dorando Pietri, über die Ziellinie. Leider wurde Pietri dafür später disqualifiziert und der Zweitplatzierte John Hayes wurde zum Sieger erklärt.

Eine weitere berühmte Gestalt, Professor Challenger, der in dem Abenteuerroman "The Lost World" in Südamerika ausgestorben geglaubte Dinosaurier entdeckte, erschuf Conan Doyle 1912. Auch in dem 1913 erschienen "The Poison Belt", dem 1926 erschienen "The Land of Mist", dem 1928 erschienen "The Disintegration Machine" und dem 1929 erschienen "When the World Screamed" ist der exzentrische und abenteuerlustige Professor der Protagonist.

Während des ersten Weltkrieges besuchte Conan Doyle die britischen Kriegsfronten in Frankreich und Italien. 1915 begann er sein historisches sechsbändiges Werk "The British campaign in France and Flandery", das er 1920 fertig stellte.
Nachdem sein Sohn Kingsley an den schweren Kriegsverletzung starb, widmete sich Conan Doyle ganz spiritualistischen Studien und wurde Vorsitzender zahlreicher okkulter Vereinigungen und unternahm dazu auch Vortragsreisen. So machte er auch die sogenannten "Feen von Cottingley" bekannt; es handelt sich hierbei um gefälschte Fotos von Feen, an deren Echtheit Conan Doyle jedoch fest glaubte.

Nach der Rückkehr von einer Reise aus Skandinavien und Holland 1929 erlitt Conan Doyle einen Herzanfall, von dem er sich nicht mehr erholte. Er starb am 7. Juli 1930 in Crowborought/Sussex.

Eine komplette Bibliografie seines Werks findet sich auf dieser (englischsprachigen) Seite.