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Mythologie

Vor langer, langer Zeit, vor 1000 Jahren begann die Zeitrechung auf Rokugan. Seitdem schreiben die Historiker und die Ikoma Barden nieder, was alles geschieht. Doch auch davor haben sich wichtige Ereignisse zugetragen und unsere ehrenwerten und weisen Vorfahren haben uns berichtet was damals geschah:

Die Welt selbst ist aus dem Nichts entstanden und mit der Entstehung der Welt kam die Entstehung der Drei Götter, Deren Namen Unaussprechlich Sind. Diese drei beschlossen, das der Welt Form gegeben werden müsse und schufen zu diesem Zweck eine Frau und einen Mann.
Der Mann und die Frau waren die Sonnengöttin Amaterasu und der Mondgott Onnotangu und sie schufen die Meere und Kontinente, die Pflanzen, Tiere und Kami. Wieder und wieder zogen Sonne und Mond ihre Kreise um die Welt, bis alles geschaffen und allem ein Name gegeben war.
Doch der Mond begehrte die Sonne und nach wilder Jagd rund um die Welt gelang es ihm, sie zu fangen. Viele Monate später gebar die Sonnengöttin neun Kinder: Hida, Doji, Togashi, Akodo, Shiba, Bayushi, Shinjo, Fu Leng und Hantei. Doch der Mond wusste, dass die Kinder, die die Gaben von Sonne und Mond in sich trugen, eines Tages mächtiger sein würden als er, und in seiner Eifersucht machte er sich daran, eines nach dem anderen zu verschlingen. Nur Hantei konnte von seiner Mutter versteckt und so gerettet werden. Der Mond fiel in einen tiefen Schlaf, nachdem er die Kinder verschlungen hatte, und diese Zeit nutzte die Sonne, um ihren Sohn Hantei die Künste des Kampfes zu lehren und ihn auf den Moment vorzubereiten, in dem sein Vater
erwachen würde.
Als der Mond erwachte, erwartete ihn Hantei bereits und in einem fürchterlichen Kampf schlitzte Hantei seinem Vater schließlich den Bauch auf, so dass alle verschlungenen Kinder aus dem Bauch des Vaters zur Erde hinabpurzelten. Der Mond versuchte noch, sie zu fangen, aber er erwischte nur den kleinen Fu Leng - doch Hantei schnitt die Hand des Vaters ab und auch Fu Leng fiel, zusammen mit seines Vaters Hand, hinab auf die Erde. Doch noch im letzten Moment griff Fu Leng nach seinem Bruder Hantei und brachte ihn aus dem Gleichgewicht, so dass schließlich auch Hantei zur Erde stürzte.
Die Götterkinder fielen alle in die Länder Rokugans - bis auf Fu Leng, der weit im Westen in einen tiefen Felsspalt fiel. Dort lebte er viele Monate unter der Erde und lernte dunkelstes Wissen - und als er schließlich an die Oberfläche zurückkehrte, war er nicht mehr derselbe.
Die anderen Götterkinder stellten inzwischen fest, dass sie mit ihrem Fall auch ihre Göttlichkeit eingebüßt hatten. Zwar waren sie weit mehr als einfache Menschen, aber Götter waren sie nicht mehr. Doch die Menschen blickten mit Ehrfurcht zu ihnen auf, und sie versprachen, die Menschen die Wege der Welt zu lehren und sie vor ihren Gefahren zu schützen. Die verbliebenen Kinder hielten nun - ohne Fu Leng - ein Turnier untereinander ab um zu sehen, wer von ihnen über seine Geschwister und die Welt herrschen solle. Hantei gewann und schuf so die Hantei-Dynastie. Seinen Geschwistern trug er auf, ihm ein Kaiserreich zu schaffen, und seine Geschwister nahmen die Menschen
unter ihre Fittiche und schufen die sieben großen Clans.
Hida schuf den Clan des Krebses, Doji den des Kranichs, Togashi den des Drachens, Akodo den des Löwen, Shiba den des Phönix, Bayushi den des Skorpions und Shinjo den Clan des Einhorns.
Das Kaiserreich entstand, Straßen, Tempel und Festungen wurden gebaut. Doch eines Tages griffen Armeen von finsteren Kreaturen die Tempel und Festungen der Kinder von Sonne und Mond an. Dies waren die Armeen von Fu Leng, der seine Meisterschaft der Magie der Unterwelt vervollkommnet hatte, und der Kreaturen aus den Höllen unter der Erde beschwor, um das Kaiserreich zu stürzen und die Seelen der Menschen zu seinen eigene Zwecken zu nutzen. Hantei und die Clans versammelten sich, doch weder Stahl noch Magie konnte die Flut von Fu Lengs Kreaturen eindämmen.
In der schwärzesten Stunde, als schon alles verloren schien, trat ein einfacher Mensch, ein Mönch namens Shinsei, vor den Kaiser Hantei und verkündete, er alleine wisse, wie Fu Leng bezwungen werden könnte.
Hantei war von diesem Mann fasziniert und eine ganze Nacht lang lauschte er den Lehren des Möches, während Shiba alle Worte der beiden niederschrieb. Am nächsten morgen nahm Shinsei sieben Krieger mit sich - einen Menschen aus jedem Clan. Wochen vergingen und die Armeen Fu Lengs verheerten weiterhin das Reich. Doch eines Tages verloren die Streitkräfte Fu Lengs wie auf einen Schlag an Macht und Zusammenhalt und diesen Moment nutzten der Kaiser und seine Getreuen, um in die Offensive zu gehen und die Kreaturen Fu Lengs zurück in die Schattenlande zu treiben.
Als dies vollbracht war, befahl der Kaiser ein Festmahl in Erwartung der Rückkehr der Helden auszurichten. Doch nur einer von ihnen kehrte schwer verletzt zurück - der Samurai aus dem Clan des Scorpions. Bei sich trug er zwölf Schriftrollen und im Sterben berichtete er, dass diese zwölf Schriftrollen der Schlüssel zum Verderben Fu Lengs gewesen seien - und das Mittel zu seiner Rückkehr. Der Kaiser verbat daraufhin, die Schriftrollen jemals zu öffnen, und trug dem Clan des Skorpions die Bürde auf, die Schriftrollen zu verbergen und über sie zu wachen. Dem Clan des Krebses befahl er, eine Mauer an der Grenze zu den Schattenlanden zu bauen und sie zu bemannen, auf dass nie wieder eine der Kreaturen Fu Lengs ins Kaiserreich gelange. Die Clans des Kranichs und des Löwen schworen, den Kaiser stets zu beschützen - Doji wurde die erste Vorkämpferin des Kaisers und Akodo sein erster General. Der Clan des Einhorns bekam die Aufgabe, jenseits der Grenzen des Kaiserreichs zu ziehen und die Welt dort zu erkunden, damit das Reich nie wieder überraschend angegriffen würde. Die Clans des Phönix und des Drachen schließlich wandten sich den Lehren Shinseis und den Studien der Zauberei und der Mysterien der Welt zu. Und bis zum heutigen Tag genoss das Reich unter der weisen Herrschaft der Nachkommen Hanteis eintausend Jahre des Friedens.