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Moshi Mindorirei

Moshi Mindorirei

Mindorirei ist das fünfte Kind und die dritte Tochter von Moshi Reiko, der Hatamoto der Tausendfüßler-Daimyo. Niemand hatte mehr damit gerechnet, dass die ehrwürdige Dame Moshi Reiko noch ein Kind bekommen würde, ihr letztes Kind - der Sohn Komidan - war bereits zehn Jahre alt.
Und so kam Mindorirei an einem wunderschönen, sonnigen Tag mitten im Sommer im Tal des Tausendfüßlers im gleichen Jahr wie Moshi Wakiza, der Daimyo eigene und einzige Tochter, zur Welt.

Nicht nur, dass die Dame Amaterasu schon bei ihrer Geburt auf sie lächelte, nein vor allem ihre jadegrünen Augen kennzeichneten sie schon als Baby als etwas besonders. Und so bewies Mindorirei auch ein sehr sonniges Gemüt. Sie schrie wenig, lachte und gluckste viel und öffnete die Herzen der Menschen um sie herum.
Das waren vor allem ihre Mutter Moshi Reiko, ihr Vater Moshi Mitsu und ihre Geschwister: die älteste Schwester Moshi Ryote, den älteren Bruder Moshi Osuno, die mittlere Schwester Moshi Mura und den zweiten Bruder Moshi Komidan.
Mit drei Jahren sang sie bereits munter bei den Zeremonien zu Ehren der Dame Amaterasu mit. Und mehr als einmal wurde das kleine Mädchen dabei erwischt, wie sie selber mit großem Ernst und echter Hingabe Rituale für die Dame Amaterasu, die sie sich ausgedacht hatte, durchführte.
In ihrer Kindheit schlossen Mindorirei und der Daimyo Tochter Moshi Wakiza Freundschaft. Ein logischer Grund war sicherlich, dass sie gleichaltrig waren und zur gleichen Zeit die gleichen Spiele zusammenspielten. Doch darüber hinaus mochten sich die beiden auch einfach.
Mit sieben Jahren erklärte sie ihrer Kinderfrau Misaki, dass sie nun auf den Yama sano Amaterasu, den Berg der Dame Sonne besteigen wolle, um dort oben auf die Dame Amaterasu zu warten; sie hätte eine wichtige Frage. Natürlich wurde das kleine Mädchen nicht ernst genommen. Erst als ihr Verschwinden bemerkt wurde, wurde ihren Aufpassern klar, dass Mindorirei "weggelaufen" und zum ersten Mal auf den Berg Yama sano Amaterasu gestiegen war. Zum Glück konnte sie noch in der Nacht von einigen fliegenden Shugenja gefunden und wieder in das Schloss gebracht werden. Trotz der Gefahren der Bergwelt war alles gut gegangen und ihr war nichts passiert - denn, so erzählte sie später ihrer Familie, da war ein junger Mann in roten und gelben Seidenroben, der sie an die Hand genommen und über die schwierigen Stellen geführt und dessen Anwesenheit die Raubtiere verscheucht hätte.
Ihre Mutter beschloss daraufhin, dass die gesamte Familie eine Wallfahrt auf den Yama sano Amaterasu machen würde; so gelangte Mindorirei das erste aber nicht letzte Mal auf den Gipfel des heiligen Bergs.
In ihrer Ausbildungszeit fiel Mindorirei vor allem durch ihre Wissbegier und ihren Fleiß auf: sie hat immer brav und viel gelernt. Ihre liebste Freundin Moshi Wakiza sah sie jedoch immer weniger; diese wurde getrennt von den anderen unterrichtet. Trotzdem sahen sich die beiden noch oft und Mindorirei bewunderte Wakizas große Gabe ohne eine Spur von Neid.
Sicherlich war Mindorirei auch durchaus begabt - auch wenn sie niemals Moshi Wakizas Kunstfertigkeit erlangte -, vor allem aber ließ ihre Hingabe an die Dame Amaterasu sie immer mehr wissen wollen. Und auch ihre große Neugier auf die Welt, auf die Schöpfung der Dame Sonne ließ sie immer mehr über das Leben und Rokugan lernen. Ihre gempukku-Zeremonie bestand sie - wie alle erwarteten - mit Bravour.
Inzwischen ist aus dem sonnigen Kind eine sehr attraktive 18-jährige Frau mit seidigem, schwarzem Haar und großen, grünen Augen, eine Samurai, die ihre Rolle der Dame Amaterasu, dem Hantei, dem Reich und seinen Menschen zu dienen sehr ernst nimmt, eine Shugenja, die die Dame Sonne, den Kaiser und ihre Familie sehr liebt und ihnen tief verpflichtet ist, geworden, die darauf brennt die Welt kennenzulernen und ihren Platz darin zu finden.