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Clans

Es gibt sieben große Clans in Rokugan, die unter dem Hantei mehr oder weniger friedlich in Rokugan leben. Sie sind von den Kindern der Götter selbst gegründet worden und dienen dem Hantei, wie es bereits ihre göttlichen Vorfahren taten. 
Außerdem gibt es noch mehrere kleinere Clans, die ihre Gründung dem einen oder anderen glücklichen Umstand oder geschickten Schachzug ihrer Gründer verdanken und denen der Hantei selbst seinen Segen gegeben hat. Einige von ihnen besitzen sogar einen Familiennamen.

Die Clans sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

Der Clan des Drachen
Der Clan des Einhorns
Der Clan des Kranichs
Der Clan des Krebses
Der Clan des Löwen
Der Clan des Phönix
Der Clan des Skorpion

Der Clan des Dachses
Der Clan des Falken
Der Clan des Fuchses
Der Clan der Gottesanbeterin
Der Clan des Libelle
Der Clan der Schildkröte
Der Clan des Sperlings
Der Clan der Tausendfüsslers
Der Clan der Wespe

Der Clan des Drachen

Selbst nach tausend Jahren ist im Reich kaum etwas über den Clan des Drachen bekannt. Der Clan lebt fast vollständig zurückgezogen und isoliert im höchsten Bergland des nördlichen Gebirges, empfängt kaum Besucher, ist so gut wie nicht am Hofe vertreten, und selbst einzelne Samurai lassen sich nur selten im Reich blicken. Dafür gibt es vielerlei Gerüchte über den Clan des Drachen – dass ihre Bushi auch mit den Wegen der Magie vertraut, ihre Shugenja dafür auch in den Künsten des Krieges geschult seinen. Dass sie Dinge sehen und hören, die anderen verborgen sind, und das sie es in mystischen Dingen zu Einsichten gebracht haben, die selbst dem Clan des Phönix noch
verborgen geblieben sind. Unzweifelhaft ist aber ihre Loyalität gegenüber dem Reich – bei mehreren wichtigen Schlachten in der Geschichte Rokugans ist plötzlich wie aus dem Nichts eine Armee des Drachen erschienen, um in dunkelster Stunde die entscheidende Wende zu bringen und den Sieg zu erringen – nur um ebenso schnell und mysteriös zu verschwinden, noch bevor man ihnen danken kann. Die Wege des Drachen sind und bleiben unergründlich.
Wenig überraschen ist es demnach auch, dass das Gros der anderen Clans sich auf den Clan des Drachen so recht keinen Reim machen kann. Am ehesten wird noch über ihren Mystizismus gespottet, aber auch das nur halbherzig – schlussendlich weiß einfach niemand, was er mit dem Clan des Drachen anfangen soll.
Die Bushi des Drachen folgen einer einzigartigen Lehre des Schwertkampfes in Rokugan – sie benutzen Langschwert und Kurzschwert gleichzeitig, kämpfen also beidhändig – etwas, dass gerade von traditionellen Schwertkampfschulen als anrüchig empfunden wird. Ihre Shugenja scheinen ganz anderen Prinzipien der Magie zu folgen als alle anderen – stehen aber an Macht keinem der anderen Clans nach. Noch seltsamer allerdings sind die Ize Zumi – die tätowierten Mönche des Drachenclans, denen nachgesagt wird, sie könnten fliegen, Feuer spucken und seien gegen Schwert wie Pfeil immun. Zuletzt gibt es eine kleine Schar von Diplomaten des Drachenclans – doch auch diese sind am ehesten als unkonventionell zu bezeichnen, und ihr Einfluss bei Hofe ist eher klein.
Die Familien des Drachen Clans sind Togashi, Mirumoto, Agasha und Kitsuki. Die Clansfarben sind gelb oder gold-grün.

Der Clan des Einhorns

Der Clan des Einhorns ist einst im Gefolge von Shinjo ausgezogen, um dem Befehl des Kaisers zu folgen und die Länder jenseits des Reiches zu erkunden. Erst vor zweihundert Jahren sind sie wieder ins Reich zurückgekehrt, und in vielerlei Hinsicht sind sie auch heute noch Fremde in Rokugan. Von ihren Reisen brachten sie viele seltsame und fremde Gebräuche mit, die gerade die traditionsbewussten Clans des Reiches immer noch vor den Kopf stoßen. Am berühmtesten sind sie wohl für ihre Pferde – die Pferde des Einhorns sind größer, schneller und kräftiger als die Ponys, die die übrigen Clans normalerweise reiten (wenn sie denn überhaupt reiten), und die Samurai des Einhorns lernen schon von klein auf, sich auf einem Pferderücken zu halten. So können die Bushi des Einhorns vom Pferderücken aus Kämpfen und die Shugenja vom Pferderücken aus zaubern.
Gerade in den Augen des traditionsbewussten Clans ist der Clan des Einhorns nicht viel mehr als ein Haufen unkultivierter Barbaren. Aber auch der Clan des Einhorns tut sich schwer mit den Subtilitäten der gesellschaftlichen Regeln und Konventionen des Reiches, und hat unter den anderen Clans bisher nicht allzu viele Verbündete gefunden. Der
politische Einfluss des Einhorns ist eher schwach.
Die Bushi des Einhorns sind bekannt für ihre unkonventionellen Techniken – nicht nur ihre Fixierung auf das Kämpfen als Kavallerie, auch ihre teilweise ungewöhnlich defensive Schwertkunst sorgt für Erstaunen und Verwirrung bei ihren Gegnern. Unbestritten ist das
diplomatische Geschick und kulturelle Flexibilität der Gesandten des Einhorns – und doch heißt es hinter vorgehaltener Hand, das zumindest Teile des Clans durch ihren Umgang mit Fremden und durch das Böse der Schattenlande hoffnungslos verdorben sind. Die Familien des Einhorn Clans sind Shinjo, Otaku, Ide, Iuchi und Moto. Die Clansfarben sind violett-weiß und gold.

Der Clan des Kranichs

Der Clan des Kranichs schwor einst, den Kaiser zu beschützen, und als es für den ersten Hantei Zeit wurde, sich eine Braut zu nehmen, wählte er eine der Töchter Dojis. Seitdem hat jeder Kaiser sich eine Braut aus dem Clan des Kranichs erwählt, und der Clan selbst steht dem Kaiser und seiner Familie näher als jeder andere Clan des Reiches.
Auch sind die Länder des Clans die üppigsten und fruchtbarsten im ganzen Reich, was ihm zum reichsten aller Clans macht – und seine geschickten Diplomaten und Höflinge vermögen es, den Reichtum des Clans nur noch zu steigern. Als ökonomische und politische Berater des Kaisers ist der Clan des Kranichs besser als jeder andere Clan in der Lage, direkt auf die Geschicke des Reiches Einfluss zu nehmen und ihre Interessen bei Hofe durchzusetzen.
Die anderen Clans sehen diese Machtfülle des Kranichs mit einiger Sorge – und durchaus mit nicht wenig Neid. Für die militärisch geprägten Clans sind die Höflinge und Bushi des Kranich Schwächlinge – kompetent mit dem Schwert, aber verweichlicht und ohne Rückgrad. Die mystisch geprägten Clans rümpfen die Nase über die Hingabe des
Kranichs zu materiellem; zu Reichtum und Wohlstand. Aber bis auf den Clan des Löwen, den eine geradezu legendäre Rivalität mit dem Kranich verbindet, kann es sich kaum ein Clan leisten, dem Kranich offen entgegenzustehen.
Die Kakita-Schule des Kranichs gilt als die beste Schule des Schwertkampfes im Reich, und ihre Samurai sind für ihre Eleganz und Schnelligkeit mit dem Schwert bekannt, und als Duellisten gefürchtet.
Aber auch die Yojimbo (Leibwächter) des Kranichs sind für ihre Hingabe und absolute Opferbereitschaft bekannt. Überstrahlt werden aber beide von dem Ruhm, den sich die Höflinge und Diplomaten des Clans gemacht haben – sie gelten als geschickte Unterhändler, Künstler und Kriegerpoeten. Die Shugenja des Kranichs gelten nicht gerade als die machtvollsten im Reich, aber für ihre Kunstfertigkeit in der Herstellung von Fetischen und Talismanen bekannt. Und auch die Künstler und Kunsthandwerker des Kranichs sind für ihre Werke im ganzen Reich bewundert und anerkannt. Die Familien des Kranich Clans sind Doji, Kakita, Asahina und Daidoji. Die Clansfarben sind blau-weiß oder silber.

Der Clan des Krebses

Der Clan des Krebses bekam vom ersten Hantei einst die Aufgabe, das Reich gegen die Schattenlande zu schützen, und eintausend Jahre lang haben sie diese Aufgabe erfüllt. Dies macht sie zu einem der beiden militärisch mächtigsten Clans, und ihre Bushi und Shugenja sehen sich fast täglich den Schrecken der Schattenlande ausgesetzt.
Dieser Zustand fast permanenten Krieges hat die Menschen das Krebsclans zu harschen, rauen Gesellen geformt, die zwar den Lehren des Bushido folgen, ansonsten aber wenig für soziale Konventionen und vor allem die Ränke und Intrigen am Kaiserhofe übrig haben. Stärke, Macht und Wille sind die Dinge, die in den Augen eines Krebses zählen. Der erste Hantei hat einst Hida, ihren Clansgründer besiegt, und deswegen erkennen sie seinen Nachfolger auf dem Thron an – aber sollte der Tag kommen, an dem der Clan des Krebses meint, der Kaiser sei zu schwach um über das Reich zu herrschen, würden sie wahrscheinlich ohne mit der Wimper zu zucken den Thron für sich beanspruchen.
Die anderen Clans sehen den Clan des Krebses mit gemischten Gefühlen. Ihr Einsatz und Opfer für das Reich sind unbestritten und gewürdigt, aber ihre Grobheit und Direktheit schlägt viele vor den Kopf. Außerdem munkelt man, dass das Böse der Schattenlande an allem haften bleibt, das mit ihm in Kontakt kommt – und dass es auch in den Clan des
Krebses bereits seine Krallen geschlagen hat.
Es sollte keine große Überraschung sein, dass der Clan des Krebses einige der mächtigsten Krieger hervorbringt, ebenso stark und unbezwingbar wie die Mauer, die sie bemannen. Aber ebenso berühmt ist er für seine Kundschafter und Späher, die die Schattenlande durchstreifen und die Bewegungen von Ogergruppen und Goblinarmeen
beobachten, für seine Pioniere und Festungsbauer. Die Shugenja des Clans gelten als düster und morbide, als fixiert auf die Schattenlande. Einige unter ihnen haben sich darauf spezialisiert, das Böse der Schattenlande in den Menschen zu erkennen, und
durchstreifen das Land als Hexenjäger auf der Jagd nach denen, die sich der Dunkelheit verschrieben haben. Die Familien des Krebs Clans sind Hida, Hiruma, Kaiu, Kuni und Yasuki. Die Clansfarben sind blau-grau mit schwarz, rot und braun.

Der Clan des Löwen

Wenn man den Clan des Kranichs als die linke Hand des Kaisers ansieht, so ist der Clan des Löwen seine rechte Hand. Akodo schwor einst, sein Leben für den Schutz seines Bruders Hantei zu geben, und auch heute obliegt den Löwen die Sicherheit des Kaisers und des ganzen Reiches.
Sie haben die größte Armee aller Clans und sind – neben dem Clan des Krebses – der militärisch mächtigste Clan. Im Gegensatz zum Clan des Krebses sind die Löwen aber auch überaus traditions- und ehrbewusst, und geben sich auch am Hofe kaum eine Blöße. Kaum ein anderer Clan hat sich Tugendhaftigkeit, Aufrichtigkeit, Loyalität und Ehrenhaftigkeit so sehr auf sein Banner geschrieben wie der Clan des Löwen.
Der Clan des Löwen genießt unter den Clans grundsätzlich ein gutes Ansehen – mit Ausnahme des Kranichclans, dem traditionellen Rivalen des Löwen. Allerdings wird das Traditionsbewusstsein des Löwen oft als überbordender Konservativismus, die militärische Stärke des Löwen oft als drangsalierend empfunden – gerade von den niederen Clans. Sicher ist, dass es kaum einen anderen Clan gibt, der so straff und
hierarchisch strukturiert ist.
Die Generäle des Löwen gelten als die besten des Reiches, als brillante Strategen und Taktiker, die es vermögen, ganze Armeen mit der Präzision eines Skalpells zu führen. Doch auch die Schwertkampfschulen des Löwen sind bekannt und berühmt für die
mächtigen Krieger, die sie hervorbringen. Die Shugenja des Löwen dagegen haben im Reich keinen allzu hohen Stand, denn sie beschäftigen sich eher mit dem Totenreich, den Geistern und Ahnen als mit den magischen Mysterien. Die Barden des Löwen zuletzt sind im ganzen Reich für ihre Heldensagen und -geschichten bekannt – in vielerlei Hinsicht sind sie die Hüter der Geschichte des Kaiserreichs.
Die Familien des Löwen Clans sind Akodo, Matsu, Ikoma und Kitsu. Die Clansfarben sind gelb-braun und erdige Farben.

Der Clan der Phönix

Shiba war es einst, der das Gespräch zwischen dem ersten Hantei und dem Mönch Shinsei niederschrieb, und seit diesem Tag hat sich der Clan des Phönix der Philosophie, der Religion und den magischen Mysterien verschrieben. Es ist kein großes Geheimnis, dass der Phönix nicht viel Wert auf die Schwertkünste legt – dafür findet sich in keinem anderen Clan ein Shugenja, der in seinem Können der Meisterschaft des Phönix über die Elemente gleichkommt.
Der Clan des Phönix hat sich der Gewaltlosigkeit und dem Pazifismus verschrieben – was die meisten anderen Clans mit Geringschätzung und Spott quittieren. Dabei wird oft vergessen, dass die wenigen Male in der Geschichte, in denen der Phönix so weit getrieben wurde, dass nur noch blieb, zu den Waffen zu greifen, vom Gegner nicht allzu viel übrig blieb – man denke nur an den Clan der Schlange, der vom Phönix in nur fünf Tagen komplett ausradiert wurde...
Die Bushi des Phönix spielen im Clan keine allzu große Rolle, und haben vor allem die Aufgabe, für die Sicherheit der Shugenja zu sorgen. Und von diesen gibt es im Phönixclan mehr als in jedem anderen. Es gibt Schulen zu jedem der vier Elemente, und dazu noch die mysteriöse Schule der Leere und die Henshin, die sich statt der Magie dem Studium der fundamentalen Mysterien der Welt widmen.
Die Familien des Phönix Clans sind Isawa, Shiba und Asako. Die Clansfarben sind rot-gelb und orange.

Der Clan des Skorpions

Hantei machte seinen Bruder Bayushi einst zum Hüter der Zwölf Schriftrollen, die Fu Leng Verderben sind, und der Clan des Skorpions ist im Laufe der Jahrhunderte in gewisser Weise zum Hüter sämtlicher Geheimnisse des Reiches geworden. Es gibt kaum ein Geheimnis, kaum eine unbequeme Wahrheit, geheime Leidenschaft oder verborgene Schmach, von der nicht zumindest ein Skorpion weiß – und dieses Wissen nutzt, um seine persönlichen und die Interessen des Clan zu fördern. Der Clan des Skorpions hatte nie die mächtigsten Shugenja, oder die geschicktesten Schwertkämpfer – aber ihr Wissen um die „schmutzige Wäsche" der anderen Clans hat dies stets ausgeglichen. Kein Skorpion zeigt gern sein Gesicht – alle tragen Masken, die ihr Gesicht zumindest teilweise verhüllen, als wollten sie der Welt sagen: „Du kannst mir nicht vertrauen".
Demzufolge gibt es zwar keinen Clan, der den Clan des Skorpions besonders leiden kann – andererseits kann es sich auch kaum ein Clan leisten, es sich mit dem Skorpion zu verscherzen, und so steht der Clan des Skorpions dem Clan des Kranichs an politischer Macht nur wenig nach.
Die Schwertschule des Skorpionclans ist für ihren Fokus auf Finten und Täuschungen bekannt. Finten und Täuschungen sind auch das Metier der Diplomaten und Höflinge des Skorpions, die mit ihrem politischen Geschick den Höflingen des Kranichs ernsthaft Konkurrenz machen. Und man munkelt, dass der Skorpionclan Schulen unterhält, in denen noch dunklere Geheimnisse und Techniken gelehrt werden... Die Familien des Skorpion Clans sind Bayushi, Shosuro und Yogo. Die Clansfarben sind rot-schwarz.

Der Clan des Dachses

Der Clan des Dachses hat vieles mit dem Clan des Krebses gemein, aus dem er sich aus gebildet hat. So wie der Krebs das Reich nach Westen (zu den Schattenlanden) schützt, so schützt der Dachs das Reich nach Norden. Wie der Krebs hat auch der Dachs wenig übrig für die Gepflogenheiten des Reiches und schätzt Kampfeskunst und Stärke höher als alles andere. Doch im Gegensatz zum Krebs, der auf eintausend Jahre des Kampfes gegen die Schattenlande verweisen kann, und dem deswegen viele seiner Grobschlächtigkeiten und Etikettebrüche verziehen werden, hat der Dachs nichts derartiges vorzuweisen – die Festungen des Dachses wurden in eintausend Jahren nicht ein einziges Mal angegriffen. So hat der Dachs keinen einfachen Stand am Hofe, und lebt großenteils zurückgezogen vom Rest des Reiches.
Die Bushi des Dachses gelten als stoisch, stur und hartnäckig, fast schon als arrogant. Magie verachten sie als die Waffe der Schwachen, und so gibt es in ihren Reihen so gut wie keine Shugenja. Die Dachse tragen den Familienamen Ichiro.  Die Clansfarben sind hellgrau mit weiß oder schwarz.

Der Clan des Falken

Das Böse manifestiert sich in Rokugan in den Kreaturen der Schattenlande und der Verderbtheit der Blutmagier, und findet seinen Feind in den Armeen des Krebses und den Magiern des Phönix. Doch kaum einer interessiert sich für die Geister und ruhelosen Toten, die nicht durch Schwarze Magie und die Machenschaften der Diener Fu Lengs entstanden sind, sondern aus persönlichen Schicksalen und Verzweiflung geboren werden. Viele dieser Geister finden schließlich den Weg in den verwunschenen Wald namens Shinomen – und dort lebt der Clan des Falken.
Die Bushi des Falken verstehen es wie kein anderer, die subtilen Zeichen geisterhafter Präsenzen und Erscheinungen zu erkennen, so sehr geschärft sind ihre Sinne. Sie schützen ihre Bauern und Handwerker vor Heimsuchungen und Spuk, und so sie es vermögen, versuchen sie auch, dem ruhelosen Geist zu helfen, Frieden zu finden. Ihre Abgekehrtheit
vom Weltlichen verschafft ihnen (mit Ausnahme der Löwen-Shugenja) wenig Respekt unter den großen Clans, auch wenn ihre scharfen Sinne und ihre Meisterschaft der Falknerei sie zu beliebten Kundschaftern machen. Die meiste Zeit jedoch stehen die Falken aber abseits der Gesellschaft, ihren blick fest auf das Jenseits gerichtet.
Der Clan des Falken hat keine eigene Shugenja-Schule – fast alle Falken sind Bushi. Nur ganz wenige Falken werden als Kinder zu den Löwen gerufen, wo sie von deren Shugenja in die Geheimnisse des Totenreichs eingeweiht werden. Offiziell haben die Falken keinen Familienamen; inoffiziell heißen sie Toritaka. Die Clansfarben sind dunkelgrau-grün.

Der Clan des Fuchses

Der Clan des Fuchses formte sich einst aus den wenigen, die Shinjo und dem Clan des Einhorns nicht in die Fremde folgen wollten oder konnten.
Zuerst bestellten sie noch die Ländereien des Einhorns, wurden aber bald von den großen Clans, die ihre Hände nach den fruchtbaren Ländern des Einhorns ausstreckten, vertrieben. Schließlich fanden sie Zuflucht im Wald des Fuchses. Mit den dort lebenden Naturgeistern – vor allen den Kitsune, den Fuchsgeistern - verknüpfte sie bald ein ganz besonderes Band, und diese Geister lehrten sie die Geheimnisse des Waldes, der Macht der Heilkräuter und die Künste der Tarnung. Die Shugenja des Fuchses sind überall als Kundschafter und Waldläufer berühmt, und ihre Verbindung zu den Naturgeistern ist einzigartig - und doch munkeln die großen Clans, dass es nun, dass der Clan des Einhorns wieder zurück ist, doch an der zeit wäre, dass sich der Clan des Fuchses wieder seinem Mutterclan anschließt.
Der Clan des Fuchses hat keine Bushi-Schule, und besteht fast ausschließlich aus Shugenja. Die Füchse tragen den Familienamen Kitsune. Die Clansfarben sind rotbraun-weiß oder silber.

Der Clan der Gottesanbeterin

Der Clan der Gottesanbeterin ist der größte, reichste und in vielerlei Hinsicht mächtigste der niederen Clans. Der Clan lebt auf den Inseln der südöstlichen Küste Rokugans, und in einem isolationistischen und introvertierten Kaiserreich ist dieser Clan neben dem Clan des Einhorns vielleicht der einzige, der über die Grenzen des Reichs hinausblickt. Der Clan der Gottesanbeterin ist der einzige, der im großen Stil Seefahrt betreibt, und hat die größte Handels- und Kriegsflotte des Reichs. Weiterhin sind die Männer und Frauen der
Gottesanbeterin sich nicht zu schade, sich als Söldner in den Konflikten der großen Clans zu verdingen. Zuletzt sind sie der vielleicht ehrgeizigste der niederen Clans, und fordern am lautesten einen Platz neben den großen Clans, und nicht in ihrem Schatten, ein.
Die großen Clans halten den Clan der Gottesanbeterin grundsätzlich für gefährliche Emporkömmlinge und Prahlhälse, die ihren rechten Platz nicht kennen wollen – aber die meisten von ihnen können sich auch nicht leisten, den Clan ganz und gar vor den Kopf zu stoßen – zu sehr profitieren doch auch sie von den Handelswegen der Gottesanbeterin.
Der Clan der Gottesanbeterin hat lediglich eine Bushi-Schule und verfügt so gut wie über keine Shugenja und hat keinen Familiennamen; inoffiziell heißen sie jedoch Gusai. Die Clansfarben sind blaugrün-gold.

Der Clan der Libelle

Der Clan der Libelle hat seinen Ursprung in einem Streit zwischen dem Clan des Drachen, Löwen und Phönix, der beinahe zu einem Krieg zwischen Löwen und Drachen geführt hätte – und auch heute noch hat der Clan des Löwen nicht mehr als Hass und Verachtung für die Libelle übrig. Der Clan der Libelle dient dem Clan des Drachen gewissermaßen als „Türsteher" – Besucher, die eine Audienz beim Drachen wünschen,
müssen beim Clan der Libelle vorsprechen, und diese leiten das Gesuch an den Drachen weiter. Doch der Drache empfängt selten Besucher, und der Zorn der Abgewiesenen trifft nicht selten den Clan der Libelle.
Zudem gelten die Philosophien der Libellen-Shugenja, die Wechsel und Veränderung predigen, im traditionsfixierten Reich geradewegs als Blasphemie – was die Libelle auch nicht gerade beliebter unter den großen Clans macht. Aber noch halten Drache und Phönix schützend ihre Hand über den Clan der Libelle.
Der Clan der Libelle besteht fast ausschließlich aus Shugenja. Die Libellen tragen den Familienamen Tonbo. Die Clansfarben sind alle Farben des Regenbogens.

Der Clan der Schildkröte

Der Clan der Schildkröte wird von fast allen Clans als Affront betrachtet. Ursprünglich in Folge der Invasion der blauäugigen Teufel gegründet, um den Küstenabschnitt vor der Kaiserlichen Hauptstadt zu schützen, und unter den persönlichen Schutz des Kaisers gestellt, der formell der Daimyo des Clans ist, ist der Clan schnell zu einer undisziplinierten Ansammlung von Schurken, Schmugglern und Kriminellen verkommen. Die Samurai der Schildkröte scheren sich nicht allzu sehr um Etikette und Regeln, pflegen regen und offenen Umgang mit Heimin und Hinin und scheinen sich daran zu ergötzen, die anderen Clans vor den Kopf zu stoßen. Sie betreiben ein wenig Seefahrt (gerade genug, um dem Clan der Gottesanbeterin in den Kram zu pfuschen), verrichten ihre Pflichten in der Kaiserstadt wie die Instandhaltung der Mauern und Gebäude (und kreuzen die Wege gerade oft genug mit den anderen Clans, um diese zur Weißglut zu treiben), und machen ansonsten größtenteils ihr eigenes Ding. Nur der Segen des Kaisers schützt sie vor dem Zorn der anderen Clans und es grenzt an ein Wunder, dass die Höflinge und Diplomaten der anderen Clans noch nicht vermocht haben, den Kaiser davon zu überzeugen, der Schildkröte ihren Clansstatus abzusprechen... Offiziell haben die Schildkröten keinen Familienamen; inoffiziell heißen sie Kasuga. Die Clansfarben sind schwarzblau-gelb oder gold.

Der Clan des Sperlings

Der Clan des Sperlings ist der vielleicht ärmste unter allen Clans – seine Länder sind unfruchtbar und karg, und nur allzu oft müssen seine Samurai Seite an Seite mit den Bauern die Felder bestellen, damit der ganze Clan überleben kann. Aber die Samurai des Sperlings tragen diese Last wie eine Ehrung und sind stolz auf ihre Genügsamkeit, ihre Zähigkeit und ihren Pragmatismus. Sie legen viel Wert auf Gelehrsamkeit, und sind allesamt talentierte - wenn auch sehr ausschweifende – Geschichtenerzähler. Der Clan des Sperlings lebte Jahrhunderte lang zurückgezogen (und von den großen Clans gemieden) – erst in den letzten Jahren haben die Ereignisse im Reich ihn dazu getrieben, sich wieder mehr in die Geschicke des Reiches einzumischen.
Der Clan des Sperlings hat nur sehr wenige Shugenja und besteht größtenteils aus Bushi. Die Sperlinge heißen Suzume. Die Clansfarben sind braun-schwarz.

Der Clan des Tausendfüsslers

Der Clan des Tausendfüsslers ist vielleicht der kleinste aller Clans; er zählt kaum mehr als fünfzig Shugenja und eine Handvoll Bushi. Die Shugenja des Tausendfüsslers sehen sich als die direkten Töchter der Sonnengöttin Amaterasu und alles in ihren Lehren und ihrem Handeln dreht sich um die Verehrung der Sonne – einzigartig in Rokugan. Auch wenn sie gering an Zahl sind, fehlt es ihnen doch nicht an Macht und ihr Wissen um die Mysterien der Sonne gibt ihnen Zugriff auf ganz besondere Zauber und Rituale. Doch weil ihre Zahl so klein ist, ignorieren die großen Clans – mit Ausnahme des Phönix – sie einfach. Zudem werden die Geschicke des Clans ausschließlich von Frauen gelenkt (ein echtes Matriarchat) und jene, die nicht wagen, über die Samurai-ko des Löwen oder die Schwertjungfern des Einhorns zu spotten, überschütten stattdessen gerne den Clan des Tausendfüsslers mit Häme und Spott.
Zwischen den Mitgliedern des Tausendfüsslers gibt es nur wenige Bushi – der Clan wird von den Shugenja gelenkt und geleitet. Der Familienname der Tausendfüssler lautet Moshi. Die Clansfarben sind orange-schwarz und braun.

Der Clan der Wespe

Der Clan der Wespe ist der jüngste aller Clans, und vor kaum mehr als einem Jahrzehnt aus einer hässlichen Fehde voller Intrigen und Verrat zwischen Löwe und Skorpion entstanden. Seine Mitglieder wären beinahe von einem der beiden Clans (oder beiden) ausgelöscht werden, wenn nicht ihr Clansgründer geschafft hätte, sich der Unterstützung des Smaragdmeisters (dem obersten Wächter über Recht und Ordnung im Reich, direkt dem Kaiser unterstellt und vielleicht der zweitmächtigste Mann im Reich) zu versichern. Dieser erklärte den gesamten Clan kurzerhand zu Smaragdmagistraten – zu Friedensrichtern und direkten Dienern des Kaisers. Die Hand gegen den Clan der Wespe zu erheben hätte also bedeutet, die Hand gegen den Kaiser selbst zu erheben und so blieb Löwen und Skorpionen nur übrig, zähneknirschend den neu geschaffenen Clan anzuerkennen.
Die Bushi der Wespe lehnen die traditionellen Werte des Bushido ab, denn in ihren Augen sind die Ideale des Bushido längst durch die Ränke und Machenschaften der großen Clans korrumpiert. In Folge tragen sie keine Schwerter, sind dafür aber unangefochtene Meister mit dem Bogen.
Als Smaragdmagistrate verbringen sie die meiste Zeit damit, flüchtige Straftäter zu jagen, die sich dem Recht und Urteil des Kaisers entziehen wollen, arbeiten aber auch sonst als Kopfgeldjäger für jeden Clan, der bereit ist, ihre Preise zu zahlen. Offiziell haben die Wespen keinen Familienamen; inoffiziell heißen sie Tsuruchi. Die Clansfarben sind schwarz-gelb oder gold.