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Abenteuer

Dies sind die ehrenhaften und edlen Taten der ehrenwerten Magistrate der Stadt der grünen Mauern. In dieser Chronik wird berichtet, wie sie sich kennen lernten und von ihren Heldentaten, die schließlich dazu führten, dass der Hantei sie in seiner unbegrenzten Gnade zu kaiserlichen Magistraten machte.

Wer die Abenteuer noch spielen will, sollte hier nicht weiterlesen, denn hier kommen die Spielberichte.

Das Turnier der Günstlinge des Kaisers
Der Clan des Hasen

Das Turnier der Günstlinge des Kaisers

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Meine Wakiza-chan,
mein Herz vermisst Dich, aber wie Du mir befohlen hast, werde ich alles getreulich aufschreiben, so dass Du nichts verpasst, obwohl Du nicht mit uns reisen und das alles hier selbst erleben kannst.
Sicherlich hat Dich der Brief über die Wunder unserer Reise noch nicht erreicht - und wie erwartet, hat sich bei den Vorbereitungen für das Turnier nichts besonderes ereignet, trotzdem war es interessant die Vorbereitung der verschiedenen Disziplinen zu beobachten: überall segneten die Shugenja der Clans die Kampfplätze, aber für so unterschiedliche Wettbewerbe. Die Dachse veranstalten einen Ring-, die Gottesanbeterinnen einen Nahkampf-, die Wespen einen Bogen und die Sperlinge einen Iaijutsuwettbewerb. Letzteren würde ich zu gerne gewinnen: der Preis ist eine wundervolle Abschrift des Tao des Shinsei! Die Hasen veranstalten einen Geländelauf, die Libellen einen Wettbewerb in Meditation, die Füchse in Kräuterkunde und wir ja in Theologie. Ich freue mich schon auf der Wettkampf der Schildkröten: sie messen sich in Sadane - das ist die Kunst der höflichen Beleidigung! Und die Falken veranstalten eine Jagd. Wie Du Dir vorstellen kannst, würde ich am liebsten an allem teilnehmen, aber das werde ich wohl nicht. Ich bin sicher, Du würdest es und würdest auch noch in fast jeder gewinnen!
Spannend wurde es erst, als die verschiedenen Delegationen ankamen. So viele edle Samurai! Prächtige Zelte, schimmernde Seidenkimonos, Bushi in eindrucksvoller Rüstung überall! Und alles wird von der Politik bestimmt: die Zelte von der Löwendelegation (Zwei von ihnen sind Ikoma und ich würde zu gerne welche von ihren Geschichten hören!) und den Kranichen (Deren Ausrüstung noch viel prächtiger ist, als Du es Dir überhaupt nur vorstellen kannst!) stehen so weit auseinander, wie es nur irgend möglich ist. Es sind auch Skorpione da, die tatsächlich alle eine Maske tragen! Die Krebse sind tatsächlich alle so groß und eindrucksvoll und erschreckend wie wir sie uns als Kinder immer ausgemalt haben. Und Einhörner sind da - Du kannst Dir nicht vorstellen, wie erschreckend wild und monströs riesig ihre Pferde sind!
Aber die Kraniche sind doch am auffälligsten. Als Kitsune Ryosei-san uns heute Morgen offiziell empfing, kam es zu einem kleinen Skandal! Kakita Kayusa-san, anscheinend der Ranghöchste der Kranichdelegation, verweigerte Kitsune Ryosei-san, der Daimyo des Fuchs-Clans, und Yoritomo-san, dem Daimyo des Gottesanbeterinnen-Clans, eine Verbeugung und wartete stattdessen bis sie sich vor ihm verbeugten - erstere etwas verwirrt und beschämt, letzterer aber sehr zähneknirschend; er war feuerrot angelaufen! Und Kakita Kayusa-san lächelte selbstgefällig. Auch wenn er ein bildschöner Mann ist, ist er doch ausgesprochen arrogant. Auch berechtigter Stolz sollte nie die angemessene Höflichkeit vergessen! Und ein weiteres Geraune - dieses Mal allerdings eher aus Verzweifelung - hat Suzume Mukashino-san, einer der größten Geschichtenerzähler des Sperlings, ausgelöst. Weißt Du noch, wie wir uns als Kinder immer gewünscht haben, einen Sperlingsgeschichtenerzähler ganz für uns alleine zu haben, weil dann die Geschichte nie aufhört? Ich glaube wir wären einfach nicht nach der Geschichte eingeschlafen, sondern in ihr - und es wäre uns als Erlösung vorgekommen. Sicherlich ist das übertrieben! Aber es entspricht der Tatsache, dass wirklich jedes Detail erzählt wird und das sehr langatmig. Während Suzume Mukashino-san also erzählte, löste sich der Hof auf. Plötzlich hatten alle irgendwo noch etwas wichtiges und aufschiebbares zu tun. Auch ich bin mit den anderen gegangen und habe mir das nicht bis zum Ende angehört. Ich glaube, am Ende waren nur noch Kitsune Ryosei-san und Yoritoma-san dort, weil sie nicht weg konnten und die Sperlinge, weil sie die Geschichte wirklich geliebt haben...
Danach begannen die Wettkämpfe. Ich nahm am Geländelauf der Hasen teil; Du weißt, dass ich schnell bin, aber irgendwie schien Amaterasus Licht nicht auf mich, sondern auf einen jungen Dachs mit Namen Ichiro Lu Han und er gewann das Rennen. Ich habe viele befremdete Blicke abbekommen, dass ich als Shugenja an diesem Wettbewerb teilnahm. Wie schade, dass Du nicht hier bist: Du hättest sie eines besseren belehrt!
Bei den Ringwettkämpfen des Dachses hat sich besonders Akodo Shin-san, ein älterer Mann der Löwendelegation, hervorgetan; er hat sogar die Krebse niedergerungen!
Beim Wettstreit im Iaijutsu ausgerichtet vom Sperling hat sich - wie nicht anders erwartet - Kakita Kayusa-san hervorgetan. Wie kann man auch erwarten gegen jemanden aus der Kakita-Schule zu gewinnen?
Den Nahkampfwettbewerb der Gottesanbeterin hat ein junger Falke namens Toritaka Tama gewonnen. Ich konnte nicht zuschauen, aber wenn die Falken wirklich so wie in den Geschichten mit ihren Speeren umgehen, ist das ja auch kein Wunder.
Und den letzten Wettbewerb des Tages hat ein Skorpion namens Shosuro Mitosu gewonnen. Und Du wirst niemals raten in welchem Wettbewerb! Ich habe auch teilgenommen, aber hatte nicht die Spur einer Chance! Sehr, sehr schnell habe ich nur noch nach Luft gerungen und wusste nichts mehr zu sagen. In der Tat hast Du es sicher schon erraten; es geht um den Sadanewettkampf der Schildkröten. Eigentlich ist es ja gut zu verlieren - es zeigt, dass man ein höflicher Mensch ist! Aber Shosuro Mitosu-san hat einen richtigen Menschenauflauf verursacht: es kommt wohl nicht so häufig vor, dass jemand eine Schildkröte aus der Fassung bringt.
Das ist alles, was an diesem ersten Tag passiert ist. Und für heute werde ich auch schließen, denn Mizaki ruft schon, ich muss mich schön machen. Usagi Ozaki-san, der Sohn des Hasen-Daimyos, hat mich auf eine recht ungeschickte, aber sehr nette Art geehrt, weil ich als Shugenja an dem Geländelauf teilgenommen habe; ich bin heute Abend an die Tafel des Hasen eingeladen. Moshi Aimi-san wittert schon wieder Politik und hat mir eingebläut mich auf nichts einzulassen; der Hase hat einfach keine eigenen Shugenja. Ich bin gespannt...
Meine liebe Wakiza-san,
so viel ist passiert, seit ich das letzte Mal dazu gekommen bin Dir zu schreiben. Ich befinde mich auf Shiro Usagi im Land des Hasen und die Situation ist alles andere als angenehm.
Das Fest des Hasen war ein Ereignis. Es waren viele ehrenwerte Gäste dort, die spannende Geschichten zu erzählen haben: Suzume Yugoki, der eine wundervolle, tiefe Stimme hat, aber leider viel zu selten spricht. Ikoma Jun, ein Löwen-Barde, der auch noch recht jung und ein wenig ungelenk ist. Alles, was er sagte, klang sehr ehrenvoll und großartig. Ich bin sicher, dass eines Tages die Löwen sich darum reißen werden, dass er ihre Heldentaten verewigt! Ichiro Lu Han, ein Dachs-Bushi, hatte sehr eigene Ansichten zu Krieg und Ehre. Hiruma Niburi sprach von Ehre und großen Taten und den Opfern des Krebses. Und natürlich die Gastgeber Usagi Ozaki, der sehr höflich und charmant war, und seine Schwester Tomoe, die eine hinreißende Schönheit ist! Bei beiden hatte ich den Eindruck, dass sie geflirtet haben - aber vielleicht sind wir so abgeschieden aufgewachsen, dass ich normales höfisches Benehmen nicht erkenne.
Nach dem Fest hat sich Ichiro Lu Han noch heimlich, aber nicht so heimlich, dass ich es nicht mitbekommen hätte und meine Neugierde erweckt wurde, mit zwei Falken-Bushi getroffen: Toritaka Bonugi und Toritaka Roku - Brüder wie es scheint. Ein Elementar der Luft, das ich dann auf dem Platz beschwor, als sie alle wieder gegangen waren, sagte zu mir, dass einer gar nicht gesprochen (der eine Falke), einer wenig gesprochen und der letzte Worte voller Gift gesprochen hätte. Das hört sich nach einer Intrige an! Ich werde mich von diesen Samurai fern halten.
Am nächsten Tag schlenderte ich über den Festplatz und bestaunte, was es alles dort gab, als ich eine äußerst unschöne Begegnung hatte: Tonbo Ran, ein Libellen-Shugenja mit kahlem Kopf und klapperdürrem Körper stieß auf mich und begann sofort mich anzuschreien und eigenartige Visionen auszustoßen und mich damit wirklich zu ängstigen. Er sagte zu mir: "Du bist inmitten von Feuer und Zerstörung! Chaos! Chaos! Du musst die Entscheidung treffen, was Recht und was richtig ist!" Und dann schrie er immer mehr, als ich versuchte zu erklären, dass es sich um eine Verwechselung handeln müsse. Es gab einen Menschenauflauf und die Situation wurde wirklich unangenehm, aber dann erschien Ikoma Jun und rettete mich - zwar nicht mutig mit der Katana, aber nicht weniger heldenhaft mit klugen Worten. Beim Mediationswettbewerb später am Tag konnte ich seinen Namen erfahren und, dass laut den Libellen seine Visionen wahr sind! Was soll das bloß bedeuten?
Aber es sind auch gute Dinge passiert! Du liest einen Brief von einer Gewinnerin im Kräuterkundewettbewerb des Fuchses im Turnier der Günstlinge des Kaisers! Ich hatte mir nicht so große Chancen ausgerechnet, aber wie wir gesagt hatten, wollte ich mich erproben! Und im Wettbewerb erschien plötzlich alles so logisch! Und ich war ohne zu wissen wie genau, plötzlich die beste. Ich bin so glücklich doch noch Ehre und Ruhm für Clan und Haus Moshi gewonnen zu haben!
Dann kam der große Test der Füchse. Die Gewinner der einzelnen Wettbewerbe zogen begleitet und bejubelt von ihren Freunden zum Wald. Kannst Du Dir das vorstellen? Kakita Kayuza, der den Jiajitsuwettbewerb des Sperlings gewonnen hatte, wurde von gekauften Menschen bejubelt! Wer es nötig hat... Der eigentlich Wettkampf hört sich dann ganz einfach an: zu einen Schrein für die Dame Shinjo im Wald gehen, dort einen der 10 Talismane nehmen und dann wieder zurückgehen. Aber der Wald ist so dicht und undurchdringlich und - verwunschen, dass das alles andere als leicht ist. Ich habe mich ganz tapfer geschlagen und bin als Dritte wieder aus dem Wald gekommen...
Bei der Siegerehrung wurden die ganzen Gewinner aus allen Wettbewerben geehrt! Den Ringkampf des Dachses hatte Akodo Shin gewonnen; er kam als Sechster mit dem Talisman des Dachses aus dem Wald. Den Wettstreit in der Mediation der Libelle hatte Soshi Sisako gewonnen; sie kam als Achte mit dem Talisman des Falken aus dem Wald. Unseren Theologiewettkampf hatte Kitsune Hamato gewonnen; er kam als Neunter mit dem Talisman der Schildkröte aus dem Wald. Da hätte ich erwartet, dass er sich besser platzieren würde... Den Kräuterkundewettbewerb des Fuchses hatte ich ja gewonnen; ich war mit dem Talisman des Sperlings als Dritte aus dem Wald wieder heraus. Das Geländelaufen des Hasen hatte Ichiro Lu Han gewonnen; er kam als Letzter mit dem Talisman des Hasen aus dem Wald. Den Wettkampf im Jiajitsu, der vom Sperling ausgerichtet wurde, hatte wie gesagt Kakita Kayuza gewonnen; er kam als Fünfter mit unserem Talisman aus dem Wald. Und es war offensichtlich, dass ihm das nicht gefiel. Den Sadanewettkampf der Schildkröte hatte Shosuro Mitosu gewonnen; er kam als Siebter mit dem Talisman der Libelle aus dem Wald. Den Kampfwettbewerb der Gottesanbeterin hatte Toritaka Tama gewonnen; er wurde mit dem Talisman des Fuchses Zweiter. Das Bogenschießen der Wespe hatte Hiruma Ayama gewonnen; sie kam als Vierte mit dem Talisman der Wespe aus dem Wald. Und die Jagd des Falken hatte Hiruma Niburi gewonnen und er gewann mit dem Talisman der Gottesanbeterin auch diesen großen Test. Und dann wurde gefeiert! Es war wunderschön - ich wünschte nur, dass Du auch dabei gewesen wärst!
Dann aber passierte etwas eigenartiges: Shosuro Mitosu sprach mich an und plauderte mit mir. Ich war überrascht, dass er mich überhaupt wahrnahm! Und dann lud er sich ein, mich auf meiner Reise zu begleiten! Er sagt, er will von mir lernen, wie wir Moshi die Welt sehen. Aber warum von mir und nicht von einer weiseren, gelehrteren und erfahreneren Frau wie beispielsweise Moshi Aimi?
Und dann bekam ich auch noch eine Einladung von Usagi Ozaki, ihn und seine Schwester zurück nach Shiro no Usagi zu begleiten und mir die Länder des Hasens anzusehen. Welch eine Chance die Welt zu sehen!
Moshi Aimi hat beides erlaubt - und so habe ich mich mit Shosuro Mitosu zusammen und der Reisegruppe des Hasens - zu der auch Ichiro Lu Han gehört!- auf den Weg gemacht.

Der Clan des Hasen

frei nach dem 1st Printing GM Screen

Meine liebe Freundin Wakiza-chan,
ich habe ein paar Augenblicke und kann hoffentlich schnell zu Papier bringen, was bisher geschehen ist.
Die Reise ins und durchs Land des Hasen gestaltete sich eigentlich ganz reizend; das Land hier ist wunderschön - aber ich hätte mir vielleicht eine etwas andere Reisebegleitung gewünscht: Usagi Suki wünscht uns alle Meilenweit fort und macht auch keinen Hehl daraus; sie ist fast schon unhöflich, Ichiro Lu Han ist mürrisch und spricht kaum und Shosuro Mitosu verwirrt mich noch immer. Warum wollte er mich begleiten? Und oft weiß ich nicht, ob er sich über mich lustig macht oder ob er wirklich so eine kindliche Freude an der Welt und dem Begreifen hat. Und außerdem nennt er mich immer Mindorirei-san! Irgendwie finde ich diese aufgezwungene Nähe schon ein wenig eigen! Aber Usagi Ozaki ist sehr nett und höflich und gibt sich große Mühe charmant zu sein. Seine Schwester Tomoe ist ebenfalls entzückend. Ich habe erfahren, dass sie eine Shugenja ist - ausgebildet bei den Löwen. Sie muss dort sehr einsam gewesen sein - zumindest klingt sie ein wenig verbittert, wenn sie über die Zeit spricht. Der letzte ist dann noch Usagi Seiki. Er ist ein sehr großer und wie es scheint sehr starker Bushi, aber wohl von etwas einfacherem Gemüt, aber freundlich und gutmütig. Und das ist schon die ganze Reisegruppe.
Noch vor den Ländern des Hasen, auf dem kleinen Stück Land, dass dem Skorpion gehört sind wir auf Shosuro Rei, eine Skorpion-Magistratin gestoßen. Sie war sehr höflich und machte in dem kurzen Gespräch deutlich, dass es im Gebiet der Hasen Banditen gebe. Und sie und ihr Clan auf alles ein wachsames Auge habe. Danach sprach sie noch mit Shosuro Mitosu allein. Könnte es sein, dass er irgendwie erfahren hat, dass Usagi Ozaki mich einladen will? Und er sich an meine Fersen gehängt hat, um so unauffällig in die Hasenlande zu gelangen? Oder ist diese ganze Intrigenseherei ansteckend und ich habe mich beim Skorpion infiziert?
Das Land des Hasen ist schön und fruchtbar - aber ganz anders als unser Tal! Es ist erstaunlich, was die edle Dame Sonne alles erdacht und erschaffen hat! Ich begrüße und verabschiede sie jeden Tag - auch wenn ich manchmal den Eindruck habe, dass die anderen Mitreisenden unsere Riten ein wenig belächeln... Aber ich habe etwas seltsames bemerkt: In den frühen Morgenstunden, als ich aufstand, um die Dame Amaterasu zu begrüßen, stellte ich fest, dass Usagi Tomoe nicht auf ihrem Lager schlief. Sie war nicht da! Was sie wohl getan hat? Ich habe nicht den Eindruck, dass sie nur austreten war... Ob sie sich mit jemanden getroffen hat?
Zwei Tage später kam es dann zu dem schrecklichen Überfall! Vor uns stürzte ein Baum um und dann kam - mitten im Reich des Hantai! - ein Oger aus dem Wald! Ich erkannte ihn aus den Beschreibungen, aber er oder besser es war viel schrecklicher und furchteinflössender, als ich es mit je ausgemalt hatte! Es entbrannte ein furchtbarer Kampf, in dem Usagi Ozaki und Usagi Seiki schwer verwundet wurden. Ichiro Lu Han schlug sich tapfer und tötete das Ungeheuer. Und ich bin stolz zu sagen, dass ich icht hilflos dastand, sondern mit den Zaubern Amaterasus Zorn und dem Schutzkreis vor der Befleckung meinen Teil dazu beitragen konnte, dass dieses Monster den Tod fand!
Doch währenddessen wurde, wie es scheint, von einer Gruppe von Bauern Usagi Tomoe entführt. Shosuro Mitosu verfolgte die Männer in den Wald, geriet dort jedoch in einen Hinterhalt und wurde schwer verletzt. Auch Ichiro Lu Han, der, nachdem der Oger vernichtet war, auch in den Wald rannte, konnte nichts mehr ausrichten. Allerdings konnten sie einen der Bauern gefangen nehmen. Er weigert sich allerdings seinen Herrn zu verraten und uns irgendetwas Hilfreiches zu sagen. Usagi Suki wurde niedergeschlagen und hat eine große Beule.
Ich ließ die Diener ein notdürftiges Lager errichten, versorgte die Verwundeten und flog dann los nach Shiro no Usagi um Hilfe zu holen.
Etwas ist allerdings noch ausgesprochen bemerkenswert! Der Oger hatte die Schwertscheide des Ahnenschwerts der Hasen bei sich. Das Schwert ist seit 100 Jahren verschollen und der Sage nach soll es irgendwo in den Schattenlanden verloren gegangen sein.

Mit dem ganzen Tross, begeleitet von Hasen-Soldaten auf Shiro no Usagi angekommen begrüßte uns Usagi Oda und kümmerte sich dann schnell um seinen Sohn. Er ist ein alter Mann mit langem weißen Bart und weißen Haaren, hager und stolz und ich würde denken, dass es sich schon auf das Kloster vorbereitet. Sein Hatamoto ist Usagi Takeshi. Er scheint ein fähiger Mann zu sein...
Außerdem ist da noch Doji Seiji, ein Kranich-Höfling und Gesandter auf Shiro no Usagi. Er ist ein kleiner, viriler, sehr charismatischer und sehr anziehender Mann. Seine Anwesenheit verwirrt mich: Ich fühle mich plötzlich so gehemmt! Am liebsten würde ich die ganze Zeit mit ihm plaudern und scherzen, aber gleichzeitig sagt er ständig Dinge, die mich erröten lassen und am liebsten in den Erdboden versinken lassen würden. Er ist nicht so schön, wie die beiden Kranich-Samurai auf dem Turnier, aber trotzdem habe ich den Eindruck ihn immer anschauen zu wollen. Wenn er allerdings meinen Blick auffängt, merke ich, wie ich rot werde und mich ganz und gar tollpatschig und tölpelhaft fühle. So verwirrend ich ihn finde, ist seine Anwesenheit eigentlich sehr angenehm! Nicht die jedoch von seiner Yojimbo Daidoji Natsuki. Sie ist blass und hager wie ein Gespenst. Immer steht ihr kalter Schweiß auf der Stirn und ihre dunklen, bohrenden Augen verursachen mir Gänsehaut. Sie ist stumm und verbirgt einen Teil ihres Gesichts wie ein Skorpion hinter dem Daidoji-Schleier. Sie ist wirklich ein bisschen gruselig!
Beim gemeinsamen Abendessen - fast eine Hofhaltung, aber irgendwie weniger prachtvoll - wurde noch einmal klar, dass Vater und Sohn unterschiedliche Dinge wollen. Usagi Oda will keine Hilfe und Usagi Ozaki will Hilfe von uns. Er brennt darauf seine Schwester zu retten und würde sehr gerne Hilfe von uns dafür in Anspruch nehmen. Kurzzeitig wurde es fast schon hässlich! Und der Daimyo hat seinem Sohn verboten sich an uns zu wenden.
Usagi Tomoe hat zwei Lehrlinge, die auch hier auf Shiro no Usagi sind. Der eine betet ununterbrochen und der andere ist so jung, dass man ihn guten Gewissens als Knabe bezeichnen kann. Letzterer - Usagi Yasuko - zeigte mir die Bibliothek. Sie ist wunderbar! Und die größte Sammlung über Wissen um Blutsprecher, die es im Reich gibt! Als ich dort alleine war suchte ich noch Büchern, die Tomoe vielleicht gelesen und versteckt haben konnte. Ich verwendete den Zauber Im Licht der Dame Sonne. (Ich wusste ja, dass es irgendwann noch einmal nützlich sein würde - außer um die von den Kindern verstecken Spielsachen wieder aufzufinden!) Und ich fand tatsächlich etwas: keine Bücher oder Schriften, sondern einen Geheimgang, der von der Bibliothek durch den Hauptturm nach unten führt. Ich dachte, dass es schlau sei, nicht alleine hinunter zu stürmen und nun werden wir ihn zusammen erkunden.
Gleichzeitig wurde ein Mordanschlag auf Shosuro Mitosu verübt! Vielleicht war es auch ein Unfall - aber ich halte das für sehr, sehr unwahrscheinlich! Eine giftige Spinne, die sogenannte Knochenflöte, war in einem seiner Kimono. Als er sich umkleidete, war sie plötzlich unter dem Stoff und hätte ihn fast gebissen. Ein Biss ist immer tödlich! Zwar kommt die Spinne hier selten vor, aber es hat sie noch nie jemand innerhalb der Burgmauern gesehen...
Aber es gibt noch mehr, was irgendwie seltsam ist! "Unser" Gefangener ist in den Zellen und für uns nicht zu sehen! Ich wollte ihm noch einmal ins Gewissen reden, aber ich darf nicht zu ihm - auf Befehl von Usagi Oda. Und auch Shosuro Mitosu hatte seine Hilfe beim Verhören angeboten und auch er wurde zurückgewiesen. Wollen die Hasen etwas verbergen? Und wenn ja was?
In der Bibliothek hat Shosuro Mitosu bei dem Mädchen, die ihr Haar offen und ins Gesicht trug - eine Dienerin, wie ich dachte - einen riesigen Blutschwamm im Gesicht ausgemacht. Er hat gute Augen! Und er hat das Gefühl, dass sie nicht nur ein armes, Mitleid verdienendes Geschöpf ist, sondern dass mehr dahinter steckt...