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Horror im Orient-Express

Schemen im Abendnebel

Worin die Charaktere wieder einmal die Hauptstadt eines Weltreichs besuchen, einem alten Freund ihre Hilfe zusichern und eine ausgedehnte Reise wünschenswert erscheint.

5. Januar 1923
Unsere Abenteurer - alle angehende Clubmitglieder - leisten der Einladung Professor Smythes zu seinem Vortrag über Erscheinungen vor der Challenger-Gesellschaft Folge. Der Abend ist sehr nett: Das Essen gut, der Vortrag unterhaltsam, die Stimmung gelöst. Während des Dinners lernen sich Lord Finley, Don Ricardo, Mr. Perucchi, Herr Denbacher, Viscount Eversley, Graf Nikolaij, Dr. Clemensen und Mr. Twining kennen. Als Gäste des Professors sitzen sie alle zusammen und schon bald ist klar dass sie alle zum Club gehören; mehr oder minder interessante Diskussionen werden geführt und erste Sympathien oder Antipathien entstehen.
Nach dem Vortrag, während eines Gespräches mit Professor Smythe fällt ein südländisch aussehender Mann auf, der aufmerksam zu der kleinen Gruppe zu blicken scheint – sich dann aber, als er sich entdeckt sieht, unter entschuldigenden Gesten zurückzieht und in der Menge der anderen Gäste verschwindet. Mr. Perucci und Don Ricardo versuchen ihm zu folgen, aber der Mann bleibt verschwunden. Darauf angesprochen bestätigt der Professor, dass ein Mann ihn schon seit einiger Zeit beobachtet. Beddows weiß hinzuzufügen, dass es sich um den Ladenbesitzer türkischer Abstammung Mehmet Makryat handelt.
6. Januar 1923
Lord Finley, Don Ricardo, Mr. Perucchi und Herr Denbacher treffen sich im Westminster Palace Hotel und tauschen die Geschichten darüber aus, wie sie in den Club aufgenommen wurden, während sie darauf warten, dass Beddows sich meldet und ihnen die Ladenadresse von Mr. Makryat  mitteilt. Doch Beddows meldet sich nicht.
7. Januar 1923
In der Times fällt Viscount Eversley und Mr. Twining zeitgleich ein Artikel auf, der von einem Mann handelt, der in der zurückliegenden Nacht drei Mal verstorben sein soll – anscheinend handelt es den gefundenen Ausweisen nach sich um Mr. Mehmet Makryat. Zudem ist in der gleichen Nacht das Domizil von Professor Smythe ausgebrannt, der Professor und Beddows sind verschwunden. Der Artikel berichtet, dass ein Nachbar Beddows gesehen haben will, wie dieser das brennende Haus verließ und flüchtete.
Viscount Eversley und Mr. Twining benachrichtigen alle anderen und man trifft sich im Club. Keines der anderen Mitglieder ist jedoch anwesend und es gibt hier keine Nachrichten von Professor Smythe oder Beddows. Nach kurzer Beratschlagung und einem Frühstück für Dr. Clemmensen wird ein Plan gefasst.
Lord Finley, Don Ricardo, Mr. Perucchi und Herr Denbacher fahren zum Ladengeschäft des Mr. Makryat welches sich ein wenig zur Überraschung von Lord Finley, der sich zuerst darin versuchte die Tür zu öffnen mit einem Male dann doch als offen erweist, als Don Ricardo die Tür genauer in Augenschein nimmt. Das Geschäft verfügt über ein reichhaltiges Angebot eher günstiger Antiquitäten und Kuriositäten aus dem Nahen Osten, sowohl der Geschäftsbereich als auch das darüber liegende Zimmer scheinen seit wenigen Tagen verlassen. Eine leere Kasse, fehlende Kleidung aus dem Schrank und die Umrisse eines Koffers im Staub auf einem der Schränke bestärken diesen Verdacht. Leider ergeben sich weder hier noch bei einem Besuch des heruntergebrannten Anwesens neue Spuren, die die Ereignisse erklärbar machen.
Beim Yard, den Viscount Eversley, Graf Nikolaij, Dr. Clemensen und Mr. Twining aufsuchen, stellen diese beim untersuchenden Beamten Inspector Flemming eine mögliche Verbindung zwischen Brand und den gefundenen Toten her. Die Namen der Anwesenden werden aufgenommen und als der Inspector das Büro verlässt um seinem Kollegen, der den anderen Fall untersucht, von der potentiellen Verbindung zu berichten, wagt man einen Blick in die zurückgelassene Fallakte. Dr. Clemensen stellt anhand des Polizeiberichtes fest, dass den drei Leichen die Haut abgezogen wurde: in einem Falle war es die auf dem Torso, in einem anderen die der Beine und in Letztem die auf den Armen. Zudem waren Telegramme bei allen drei Leichen gefunden worden welche von einem „M.“ unterschrieben worden sind und ein Treffen in London anberaumten, alle drei Telegramme sind in Paris aufgegeben worden. Alle drei Toten wurden mit Hilfe einer länglichen Stichwaffe mit einem Stich direkt ins Herz getötet und alle starben in der gleichen Nacht.
Nachdem die verschiedenen Neuigkeiten ausgetauscht sind, sind alle der Meinung, dass man zur Zeit nichts weiter unternehmen könne, begeben sich alle zur Nachtruhe.
In der Nacht klopft es plötzlich an Herrn Denbachers Tür und er bekommt eine Nachricht von Prof. Smythe; auf dessen Visitenkarte ist die Adresse in St. John's Wood durchgestrichen und handschriftlich eine neue Adresse in Cheapside draufgeschrieben und auf der Rückseite befindet sich eine Notiz, in der er alle acht neuen Clubmitglieder möglichst schnell und unauffällig zu ihm bittet.
Nachdem man sich auf verschlungenen Wegen letztlich versammelt hat und unverfolgt in der ein wenig heruntergekommenen wirkenden Unterkunft in Cheapside wähnt, trifft man einen sichtlich nervösen Beddows und einen von schweren Brandwunden schwer versehrten Professor Smythe, der berichtet, was geschehen ist. Er recherchiere schon seit einiger Zeit über eine Statue, ein Artefakt, wie er glaubt. Angebetet von einem sinisteren und bösen Kult. Anhänger dieses Kultes hätten auch den Anschlag auf ihn verübt und dabei sei sein Haus niedergebrannt. Beddows habe ihn gerade noch retten können und hierher in Sicherheit gebracht. Die beiden würden erst einmal untertauchen. 
Das Artefakt selbst ist das Sedefkari-Simulacrum, einer Statue die einstmals in sechs Teile zerlegt ist. Sie wurde vor der Revolution in Paris zerteilt und gehörte einem Comte Fenalique, der eines der Teile behalten haben soll. Ein weiteres Stück ging mit Napoleons Armee nach Venedig und befindet sich wohl im Besitz eines Signore Alvise de Gremanci – ein nächstes Stück ist in einem Museum des Direktors Milovan in Triest, wo man einen gewissen Johann Winkelmann kontaktieren könne, um mehr zu erfahren. Ein Stück soll irgendwo auf dem Balkan sein, hierüber wisse ein Bekannter des Professors namens Todorović mehr. Ein weiteres Teil der Statue sei nach dem Großen Krieg an die Mailänder verkauft worden, das letzte Stück verschwand während des Aufstandes von 1875 in Sofia und wurde vermutlich vergraben.
Sind die Teile der Statue erst zusammengesucht, was sicher beschwerlich und durch aus gefährlich sein könnte, müsse es nach Konstantinopel um dort in der „Gemiedenen Moschee“ zusammengesetzt und unmittelbar danach mit Hilfe eines speziellen Rituals zerstört zu werden.
Professor Smythe bedauert sehr, dass er den anwesenden Mitgliedern des Clubs diese Bürde auferlegen muss. Doch er weiß keinen anderen Rat; er selbst kann diese Reise nicht antreten und er hat das Gefühl, dass Eile geboten sein könnte. Dann bricht er völlig erschöpft seine Ausführungen ab. Beddows gibt Mr. Perucchi daraufhin einen Beutel mit Geld für die Reise, die vermutlich mit dem Simplon-Orientexpress am leichtesten zu schaffen ist. In zwei Gruppen begibt man sich zum Domizil des Viscount Eversley und wird vom - sehr zuvorkommenden - Butler Fowler in das anscheinend wie alle anderen Räume ebenfalls mit Büchern mehr als hinreichend geschmückte Esszimmer geleitet. Nach kurzer Beratung verabredet man sich ob der späten Stunde zu einem gemeinsamen Essen am nächsten Tag, während Mr. Twinings Butler sich um die Passagen kümmern wird.
8. Januar 1923
Einige individuelle Reisevorbereitungen später geht es dann am nächsten Tag im Zug nach Dover los. Die Kanalüberquerung nach Calais ist sehr zum Leidwesen einiger Anwesender eher unruhig – besonders Viscount Eversley setzt die raue See sichtlich zu. Dennoch trifft man sich – sicher auf dem europäischen Festland angelangt – zu einem nächtlichen Umtrunk im Kurswagen Calais nach Paris.