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In Wirklichkeit ist dies ein Bild von Wassily Kandinsky.

Graf Nikolaij Andrejewitsch Rumjanzew-Kajaskoje

Einem der russischen Adelsgeschlechter entstammend verließ der Anthropologe und Historiker auf Drängen von Freunden über Schweden sein Vaterland, kurz bevor es sich in der furchtbaren Oktoberrevolution selbst verlor. Selber eher den Liberalen und Reformen zugeneigt, war es ein Schock für Nikolaij, als er in London im selbstgewählten Exil vom Tod der Zarenfamilie hörte. Seinen Beziehungen hatte er es zu verdanken, dass er mit einer Anstellung am Natural History Museum nicht zur Untätigkeit verdammt war. Obgleich es ihm gelungen war, einen Teil seines Vermögens mitzunehmen und so zu retten, ist ihm doch sehr wohl bewusst, dass die Zeiten in St. Petersburg wohl auf lange Sicht verloren sein werden.
Derzeit ersuchen ihn verschiedenste Freunde immer mal wieder um Beistand für die zarentreuen Weißgardisten - und einige Male hat er zugesagt, sich für sie auf eine Reise durch Europa zu begeben, um einigen weiteren Adligen im Exil vertrauliche Nachrichten zu überbringen. Dennoch ist er sehr skeptisch gegenüber den Absichten seiner Freunde: er sieht ihren Kampf bereits als verloren an. Da es jedoch eine Frage der Ehre war, nach dem gezeigten Beistand auch das Seinige zu tun, um einen würdigen Ausgleich zu schaffen, sieht er es als seine Pflicht an, diese Gefallen zu leisten. Seine Leidenschaft ist das Schachspiel.