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Antonio Perucchi

Antonio wurde 1895 in dem väterlichen Anwesen als Sohn von Giovanni und Julia Perucchi geboren. Sein Vater unterhält ein Handelskontor in Mailand, in dem er exklusive Kunstgegenstände und Sammlerstücke aus dem Orient und dem fernen Asien an Sammler in ganz Europa weiterverkauft. Zudem ist er die Kontaktperson für zahlreiche Unternehmer, die in diesen Teil der Welt Geschäfte machen wollen und eine sicher organisierte Passage ihrer Waren benötigen. Für Giovanni war es daher unabdingbar, dass er immer wieder lange Reisen in diese entlegenen Teile der Erde unternehmen musste. 
Im Winter 1898 gebar seine Mutter die kleine Isabella. Während die Kleine kräftig und wohlauf war, fiel Julia in Folge von Komplikationen in ein Fieber, dem sie nach wenigen Tagen erlag. Giovannis Herz war durch diesen Verlust gebrochen, aber er fand Halt in der Liebe zu seinen beiden Kindern, die er nun selbst mit der Hilfe einer Amme umsorgte. 
Erst nach über einem Jahr der Trauer gab er dem finanziellen Druck, unter dem er nun stand, nach und nahm seine Arbeit als Handelsreisender wieder auf. Er erzählte Antonio, dass er auf seine Schwester jetzt acht geben müsse und dieser Junge von gerade mal vier Jahren musste ihm versprechen, dass er sie mit seinem Leben schützen würde, egal was komme – ein Versprechen, dass er nie in seinem Leben vergaß. Die Kinder schickte er während dieser und seiner folgenden Reisen zu ihrem Großonkel und Großtante nach Champéry in den Italienischen Alpen nah der französischen Grenze. Hier verbrachten Antonio und Isabella einen Großteil ihrer glücklichen Kindheit und wurden nur heim geholt, wenn ihr Vater in Mailand war. Und Antonio tat wie ihm geheißen: In den folgenden Jahren verteidigte er die Ehre seiner Schwester mit einer zünftigen Balgerei, wenn die anderen des Dorfes sie hänselten, kletterte vorweg und prüfte die Festigkeit der Steine, wenn sie im Felsen spielte, und redete ein ernstes Wort mit Guido, der sich, seiner Meinung nach, Isabella unsittlich genähert hatte. 
Giovanni erkannte, welch glückliche Kindheit seine Sprösslinge hatten, erkannte aber auch, dass sie in diesem Dorf kaum die Bildung erhalten würden, die er für angemessen erachten würde. Sobald die Geschäfte wieder in Fahrt gekommen waren, sandte er einen Privatlehrer nach Champéry, um sie in Lesen, Schreiben, aber auch Kultur und Etikette zu lehren. Was er nicht erwartet hatte, war, dass dieser als ehemaliger Forscher und Entdecker auch Kenntnisse über fremde Kulturen und deren Geschichte, ja sogar Archäologie vermitteln würde.
Mit 14 Jahren bat ihn sein Vater, ihn auf einer seiner Expeditionen in den Orient zu begleiten, was Antonio zunächst in zwiespältige Gefühle stürzte, da er sich zu einem auf das Abenteuer freute zum anderen aber sich an sein Versprechen gebunden fühlte. Auf der Reise selbst waren die Eindrücke überwältigend; sie fuhren mit einem Venezianischen Frachter nach Malta, und bestiegen dort einen englischen Teefrachter und fuhren mit diesem durch den Suez-Kanal, weiter um die Arabische Halbinsel herum bis nach Bombay. Während der Überfahrt freundete sich Antonio mit dem Jungen eines Engländers an und Giovanni entschied, dass es nicht schaden könne, wenn die Knaben gemeinsam unterrichtet wurden – und zwar auf englisch. Die Ereignisse der Schiffspassage sollten aber gar nichts gegen die Welt sein, die sich Antonio in Bombay offenbarte. Auch wenn er oft an seine Schwester dachte, wurde ihm mit einem Schlag klar, dass dies das Leben sein würde, das er führen würde: Die Welt bereisen, wie sein Vater. 
Dieser hatte alles so arrangiert, dass ihnen keine großen Landreisen bevorstanden. Die Waren lagerten bereits in Bombay oder waren auf dem Wege dorthin, sodass sie bereits nach wenigen Wochen wieder abreisen konnten. Giovanni hatte indes sein Ziel erreicht, nicht nur seine Geschäfte abzuwickeln, sondern auch seinen Sohn für das Familiengeschäft zu begeistern. 
Nach ihrer Rückkehr nach Italien kehrte Antonio nur noch selten zu Besuchen in die Berge zurück und begann in Mailand sich in den Geschäfte seines Vaters einzuarbeiten und ihn auf weiteren kurzen Reisen zu begleiten.
Im Jahre 1914, Isabella war auch nach Mailand zurückgekehrt, aber geschah das unfassbare; sie hatten gerade eine weitere Reise in das Osmanische Reich vorbereitet, als die Meldung des Krieges über sie hereinbrach, der sich wie ein Feuer in Europa ausbreitete. Gemeinsam kamen sie zum Schluss, dass es das sicherste wäre, die Geschäfte für eine Weile ruhen zu lassen, da der Krieg sicher bald vorbei sein würde. Das Osmanische Reich trat nur zwei Monate später auf Seiten der Achsenmächte in den Krieg ein, was die Geschäfte nahezu gänzlich zum Erliegen brachte.
Ein Jahr später war der Plan gereift, neue geschäftliche Beziehungen auf dem Amerikanischen Kontinent zu suchen, als Italien selbst Österreich-Ungarn den Krieg erklärte und die Generalmobilmachung folgte. 
Antonio wurde zunächst als Melder bei den Bersaglieri in der Nähe Triests eingesetzt, wo ein Adjudant, Sottotenente Trappatoni, (Unterleutnant) auf ihn aufmerksam wurde, als er für ihn in einem Gespräch mit einem französischen Beobachter übersetze. Das Potential des jungen und zuverlässigen Soldaten erkennend, lies er Antonio in den Stab versetzen, um dort Meldungen und Kommuniqués zu übersetzen. Als heraus kam, dass er auch etwas Englisch beherrschte, wurde er abermals befördert und versetzt und fand sich zunächst im militärischen Nachrichtendienst wieder. So kam es, dass er im Frühjahr 1916 ohne wesentliche Kampferfahrung aber mit zahlreichen Beförderungen als Verbindungsoffizier nach Frankreich geschickt wurde. Hier wurde er erstmals Zeuge der Schrecken eines modernen Krieges – Trommelfeuer, Flammenwerfer, Giftgas. Er kämpfte und war mutig, aber keinesfalls stolz auf das, was er tat. Und auch nicht besonders talentiert was den Umgang mit einem Gewehr anging. Nach einer leichten Verletzung im Herbst 1916 trat er Beginn 1917 seinen Dienst beim Nachrichtendienst wieder an – eine Aufgabe, die er bis zum Kriegsende erfüllte. 

Als er nach Mailand zurückkehrte, war die Familie nahezu Bankrott: die Geschäfte im Orient waren noch nicht wieder aufgenommen und die Beziehungen nach Südamerika standen noch ganz am Anfang. Sein Vater wollte die Kontakte im Osten neu beleben und Antonio sollte neue in Übersee knüpfen. 
Kurz vor seiner Abreise 1919, die Finanzierung seiner Rückreise stand noch in den Sternen, erhielt er ein Telegramm von Maggiore Sergio Trappatoni. In dem folgenden Treffen wurde er gebeten eine Depesche nach Peru zu überführen und dort einem Freund auszuhändigen. Durch diesen kleinen Dienst waren seine Reisekosten sichergestellt und er hatte noch etwas über. In Südamerika angekommen erinnerte er sich an die Geschichten seines alten Lehrers über das Inkagold und beschloss, eine kleine Expedition auszurüsten. Er besuchte die Geschäftskontakte, übergab die Depesche und begab sich auf die Suche. Zwar fand er keine goldenen Schätze, wohl aber alte Kultstätten, von denen er kleinere Fundstücke 1920 mit nach Europa nahm, sicher auf der richtigen Fährte zu sein. Was er ebenfalls fand, war Gefallen an den Blättern der Kokapflanze, die bei den Einheimischen zum Essen gereicht wurden. 
Zurück in Europa rüstete er sofort für eine weitere Expedition: er engagierte einen Photographen und unternahm Untersuchungen. Er entdeckte das Kokain, welches vermochte, ihn leistungsfähiger machte und zugleich entspannte. In Mailand traf er abermals auf Sergio und musste feststellen, dass er in die Beschützerrolle für seine Schwester geschlüpft war: Sie waren verlobt. 
Im Frühjahr 1921 folgte die Hochzeit und im Sommer brach Antonio erneut nach Südamerika auf. Dieses Mal hatte er mehr Briefe im Gepäck, die nicht für jedermanns Augen bestimmt waren. Erneut erledigte er seine Aufgaben und brach erneut in die Wildnis auf. 

Dieses mal fanden sie einen Tempel und nach einer Auseinandersetzung mit einheimischen Wilden und der Überwindung einiger potentiell tödlicher Fallen mumifizierte Leichen – alt, sehr alt. Sie hatten kleine Schmuckstücke dabei und Grabbeigaben bei sich. Antonio musste die Expedition jedoch abbrechen – ein Feuer hatte Teile der Vorräte und der Munition vernichtet und in Anbetracht der Beziehungen zu den Nachbarstämmen waren ihre Überlebenschancen mehr als gering. Und auch wenn der große Erfolg ausgeblieben war, wusste Antonio, dass ihm beim nächsten Mal sicher der große Wurf gelingen würde. Er musste nur die Fundstücke zu Geld machen und mit einer größeren und besser ausgerüsteten Expedition zurückkehren. 
Auf dem Rückweg wurde er zum Italienischen Botschafter bestellt, der ihm ein Schreiben überreichte. Die Schiffspassagen waren bereits organisiert, von Santa Marta nach New York, dann nach Southampton. In New York solle er noch ein Päckchen übernehmen und in London abliefern. 
Nach einer Woche exzessiver Feiern in den Clubs von New York mit einigen der Expeditionsteilnehmer, hatte Antonio die Erholung auf der Schiffspassage bitter nötig. In England wollte er einigen alten Geschäftspartnern seines Vaters die gefundenen Antiquitäten anbieten, um dann zügig nach Konstantinopel zu reisen, worum ihn seine Schwester telegrafisch gebeten hatte. Er sollte sich mit ihr auf dem Weg treffen, um ihrem Vater mit einer großen Lieferung aus Fernost zu helfen. Sie waren wieder im Geschäft...
Antonio Perucchi in Werten

Staatsangehörigkeit: Italien, 
Letzter Dienstgrad: Sottotenente (Unterleutnant) 
geboren: 18. Juli 1895
Geburtsort: Rho (Milano), Italien
Größe: 186 cm
Gewicht: 85 kg
Blutgruppe: null negativ
Haarfarbe: schwarz
Augenfarbe braun
Sprachkenntnisse: Italienisch, Französisch, Englisch
Kenntnisse: Archäologie, Geschichtskenntnisse, Malen, Okkultismus, Reiten, Klettern, Verborgenes erkennen, Überreden, Handfeuerwaffe, Schrottflinte

ST: 10     GE: 14     IN: 14      Idee: 70 
KO: 16    ER: 13     MA: 12    Glück: 60 
GR: 17     gS: 99     BI: 18       Wissen: 96