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Von Land und Leuten

Der Orientexpress macht in mehreren Städten Halt und in einigen davon werden sich die Charaktere sicher auch auf den Weg machen, um zu recherchieren oder sonstige Dinge anzustellen.
Sämtliche hier aufgeführten Fakten beziehen sich natürlich auf die "Parallelwelt" von Cthulhu in der ersten Hälfte der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts - auch wenn einiges sich auch in "unserer" Welt so ereignet hat.

London

ist die Hauptstadt des britischen Empires. Die Stadt liegt an der Themse in Südostengland. Bekannt ist die Stadt für vor allem als Sitz des britischen Königs in Buckingham Palace und der britischen Regierung in den Houses of Parliment. Natürlich gibt es auch noch den Tower, Westminster Abbey und Hyde Park. London ist eines der wichtigsten Kultur-, Finanz- und Handelszentren der Welt. Mit der British Libary steht hier außerdem eine der größten Bibliotheken der Welt. In der Stadt befinden sich zahlreiche Universitäten, Hochschulen, Theater und Museen - und natürlich der Club.

Houses of Parliament, von der anderen Seite der Themse

Während des 18. Jahrhunderts wuchs London über seine historischen Grenzen hinaus. Neue Brücken über die Themse ermöglichten die Ausbreitung der Stadt nach Süden. Im Laufe des 19. Jahrhunderts vervielfachte sich die Bevölkerungszahl, der Bau zahlreicher Vorortseisenbahnen und U-Bahnen ermöglichte eine rasche Ausbreitung des überbauten Gebiets. London errang während des viktorianischen Zeitalters überwältigende Bedeutung als Hauptstadt des britischen Empires. 1851 war London die größte Stadt Europas und das Zentrum der industrialisierten Welt, so fand 1851 hier mit der Great Exhibition die erste Weltausstellung statt. In den 1920er Jahren hatte die Stadt mehr als 7 Millionen Einwohner. Hier wird Englisch gesprochen.

Paris

ist die Hauptstadt Frankreichs und liegt mitten in der Region der Île-de-France. Die Seine teilt die Stadt in einen nördlichen Teil, der rive droite, und einen südlichen Teil, der rive gauche genannt wird. Paris ist eine der bedeutendsten Weltstädte und das überragende politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des zentralistisch organisierten Frankreichs. Bekannt ist die Stadt natürlich für den Eifelturm, ein Fanal der Ingenieurskunst und Überbleibsel einer Weltausstellung, aber auch für Notre Dame, Versailles, den Arc de Triomphe, Louvre und den Champs-Elysées. In Paris hat auch die Académie Francaise und die Sorbonne ihren Sitz und die Bibliothèque nationale de France ist eine der größten Bibliotheken der Welt. Im Quartier Latin gibt es viele Antiquariate und arme Studenten, die gerne Nebenjobs annehmen. Und selbstverständlich sind die Pariser für ihre lockere Lebensart mit Cafés und Nachclubs, deren berühmtester wohl das Moulin Rouge ist, bekannt. Hier wird Französisch gesprochen.

Notre Dame, von der Seine aus

Schon unter Louis XIV. (1638–1715) wurden Straßenbeleuchtungen angebracht, die Wasserversorgung modernisiert und die Krankenhäuser erbaut. Als im Jahre 1789 die Französische Revolution ausbrach, war es die Bevölkerung von Paris, die den Weg zur Abschaffung der Monarchie und zur Einführung der ersten französischen Republik ebnete. Paris erlebte zwischen 1871 und 1914 eine Blütezeit in der belle époque. 1900 und 1924 war Paris Austragungsort der II. bzw. VIII. Olympischen Spiele der Neuzeit. Und 1900 wurde die erste Métro-Linie eröffnet. 1921 hatte Paris mit knapp drei Millionen die höchste Einwohnerzahl seiner Geschichte erreicht.

Lausanne

ist die Hauptstadt des Schweizer Kantons Waadt. Der frühere deutsche Name Losanen wird heute nicht mehr verwendet. Der italienische und der rätoromanische Name der Stadt ist Losanna. Lausanne liegt direkt am Genfersee. Es ist die fünftgrößte Stadt der Schweiz und ein bedeutendes Wirtschafts-, Kultur- und Bildungszentrum. Hier wird Französisch gesprochen.

Die Altstadt und der Genfersee

 

Mailand

ist die zweitgrößte Stadt Italiens und Hauptstadt der Lombardei. Es liegt in Norditalien. Im Italienischen heißt die Stadt Milano, im Mailänder Dialekt wird sie Milan genannt. Mailand gilt als „moralische Hauptstadt“ Italiens. Bekannt ist die Stadt für ihren gotischen Dom und natürlich das weltberühmte Opernhaus - die Mailänder Scala. Hier wird Italienisch gesprochen.

Der Mailänder Dom

 

Venedig

ist eine Stadt im Nordosten Italiens an der adriatischen Küste. Zu der Stadt gehören der größte Teil der Lagune von Venedig mit ihren zahlreichen Inseln, zwischen den Mündungen der Flüsse Brenta und Piave. Die Insel Pellestrina grenzt die Lagune gegen die Adria ab. Auch auf dem Festland liegen einige Stadtteile. Bekannt ist die Stadt für ihre vielen Brücken, Inseln und Kanäle, den Karneval, den Markusdom und den Dogenpalast. Hier wird Italienisch gesprochen.

Venedig

 

Triest

Triest liegt im Nordosten Italiens am Golf von Triest, einer Meeresbucht der Oberen Adria, wenige Kilometer von der jugoslawischen Grenze entfernt. Triest gehört erst seit 1918 zu Italien, davor war die Stadt der bedeutendste Hafen Österreich-Ungarns und Hauptstadt des Kronlandes Österreichisches Küstenland. Im Italienischen heißt die Stadt Trieste, in Jugoslawien sagt man Trst. Triest befindet sich an den Ausläufern des Karsts, einer steinigen, kalkhaltigen und wasserarmen Hochlandschaft, die für ihre Höhlen und Dolinen bekannt ist. Typisch ist hier ein Bodentyp namens Terra Rossa, der besonders für den Anbau von Wein geeignet ist. Bekannt ist die Stadt als Zentrum der Nautik und der Meereskunde. In diesem Jahr (1924) ist dort auch eine Universität gegründet worden. Hier wird Italienisch gesprochen; aber mit Deutsch kommt man immer noch weiter.

Der Hafen von Triest (ein echtes Foto von 1924)

 

Zagreb

ist die Hauptstadt und größte Stadt Kroatiens und Teil des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen. In Deutschland, vor allem aber in Österreich wird die Stadt Agram genannt. Zagreb liegt am Fuß des Medvednica-Gebirges an beiden Seiten der Save im Südwesten der Pannonischen Tiefebene. Bekannt ist die Stadt für die Zagreber Kathedrale, die das Wahrzeichen der Stadt ist. Hier wird Serbisch gesprochen.

Die Zagreber Kathedrale (eine echte Postkarte) 

 

Belgrad

ist die Hauptstadt Serbiens. Im Serbischen heißt sie auch Beograd. Sie ist die Hauptstadt des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen und liegt an der Mündung der Save in die Donau und ist nach Budapest und Wien die drittgrößte Stadt an diesem Fluss. Neben den byzantinischen Kirchen und Klöstern des Mittelalters finden sich Bauwerke westeuropäischer Stile und orientalische Bauwerke. Das Wahrzeichen Belgrads ist die über der Mündung der Save thronende Festung von Belgrad. Die seit der Wiedererrichtung der Burg im 12 Jahrhundert ständig weiter ausgebaute Festung erstreckt mit den Grünanlagen über 50 ha. Hier wird Serbisch gesprochen.

Das Hotel Moskva

Mit einer über 7000-jährigen Geschichte ist Belgrad einer der ältesten durchgehend besiedelten Orte Europas. Da es jedoch immer wieder schweren Zerstörungen und Verwüstungen durch Kriege ausgesetzt war, wirkt Belgrad auf den Reisenden durchaus nicht "altehrwürdig". Vom 6. bis zum 4. Jahrhundert v. Chr. wanderten thrakische und skythische Stämme ein. Im 3. Jahrhundert v. Chr. gab es eine erste Befestigung durch keltische oder thrako-keltische Stämme, den Skordiskern. Die Römer bezeichneten die Siedlung als Singidunum. Es wurde während der Völkerwanderung häufig durch die Barbarischen Völker heimgesucht. Letztlich konnte die Landnahme der Slawen nicht verhindert werden. Durch die Grenzlage blieb Belgrad auch im Mittelalter zwischen Byzanz, dem Königreich Ungarn und dem Ersten Bulgarischen Reich umstritten. Nach dem Fall von Konstantinopel gelang es dem Osmanischen Reich erst 1521Belgrad einzunehmen. 1804 begannen die Serben den ersten Aufstand gegen die Osmanen. 1815 erfolgte die zweite Rebellion, die zu einer Anerkennung eines autonomen Fürstentums führte. Belgrad war im 19. Jahrhundert Residenzstadt des Königreichs Serbien. Nach dem Sturz der Dynastie Obrenović 1903 veränderte sich die politische Situation, die zu den Krisen der Balkankriege führte. Mit Gavrilo Princips Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau 1914 erwuchs aus dem Regionalkonflikt der Erste Weltkrieg. Belgrad wurde sofort angegriffen. Die serbischen Truppen verteidigten die Stadt erfolgreich, die zwar von Österreich-Ungarn eingenommen wurde, aber nicht gehalten werden konnte. Durch Eingreifen des Deutschen Reiches fiel Belgrad 1915 in die Hand der Mittelmächte, die sich bis 1918 dort hielten. Heute ist sie die Hauptstadt des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen.

Sofia

ist die Hauptstadt Bulgariens. Sie ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes und dessen wichtigster Verkehrsknotenpunkt. Sofia liegt in einer Ebene im Westen des Landes, nahe der Grenze zu Serbien. Am südlichen Stadtrand beginnt das Witoscha-Gebirge, das die Kulisse der ganzen Stadt beherrscht. Im Norden verläuft in ungefähr 50 Kilometer Entfernung das Balkangebirge, das Namensgeber für die gesamte Balkanhalbinsel ist. Durch Sofia fließt der Fluss Iskar. In Sofia gibt es eine Universität aus dem Jahre 1888 und verschiedene andere Universitäten, Hochschulen, Theater, Museen und Kultureinrichtungen. Hier wird Bulgarisch gesprochen.

Die frisch erbaute Alexander-Newski-Kathedrale (1904-1912)

 

Konstantinopel

ist die größte Stadt der Türkei. Bald wird sie Istanbul heißen. Konstantinopel liegt im Westen der Türkei und umschließt den Bosporus und wird von ihm in ein westliches, europäisches und ein östliches, asiatisches Gebiet geteilt. Sie ist damit die einzige Metropole, die auf zwei Kontinenten liegt. Das Goldene Horn, eine nach Westen verlaufende Bosporusbucht, trennt den europäischen Teil in eine südliche, zwischen Marmarameer und Goldenem Horn liegende Halbinsel mit dem historischen Kern der Stadt und die an das historische Galata anschließenden nördlichen Stadtteile. Im Südosten liegen die zu Konstantinopel gehörenden Prinzeninseln. In Konstantinopel leben mehr als 600.000 Menschen. Bekannt ist die Stadt für das Goldene Horn, die Hagia Sophia, den Topkapi-Palast und eine Vielzahl an anderen städtebaulich und kunsthistorisch bedeutender Bauwerke. Hier wird Türkisch gesprochen.

Blick auf die Stadt, im Hintergrund die Hagia Sophia

Das Land, das noch vor wenigen Jahren Osmanisches Reich hieß und von einem Sultan regiert wurde, befindet sich im Wandel: Der türkische General Mustafa Kemal Pascha, dem das türkische Parlament in der Zukunft den Beinamen Atatürk („Vater der Türken“) verleihen wird, schaffte im November 1922 das Sultanat ab, damit erlosch die Existenz des Osmanischen Reichs. Im Oktober 1923 wurde Ankara anstelle Konstantinopels zur Hauptstadt erklärt und die türkische Republik ausgerufen; Mustafa Kemal Pascha wurde Staatspräsident.