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Dr. Paul Henrik Clemmensen

Dr. Paul Henrik Clemmensen wurde am 27.03.1878 als zweiter Sohn in eine Ärztefamilie hinein geboren. Es wurde schnell deutlich, dass er wie sein Vater aber auch sein Bruder Arzt werden wollte, so dass er als zweitgeborener kaum die väterliche Praxis übernehmen können würde. Fasziniert von fremden Kulturen, vor allem denen Afrikas, wollte er nach dem Studium in den Kolonien praktizieren. 
Während seines Studiums in Cambridge lernte er Elisabeth Forth kennen. Sie studierte, soweit es ihr gestattet wurde, Ethnologie und alte Kulturen spezialisiert auf Afrika, und kam ursprünglich aus Newcastle als Tochter einer wohlhabenden Familie. Als nach Ende seines Studiums während er in einem Krankenhaus tätig war, klar wurde, dass ihre Eltern einen Ausländer nie als Schwiegersohn akzeptieren würden, verließen sie im Frühjahr 1906 heimlich England an Bord eines belgischen Frachtschiffes nach belgisch Kongo. Dort schloss sich P. H. Clemmensen den Kolonialtruppen als Truppenarzt, wo er erstmals die faszinierenden Bräuche und Völker dieses fernen Landes kennen lernte. 
Um das Aufsehen gering zu halten, ließen sie sich schnell zu einem vorgelagerten kleinen Posten versetzen, wo sie sich mit der einheimischen Dorfbevölkerung beschäftigte und er die ungewöhnlichen Krankheiten der stationierten Soldaten erforschte. An diesem entlegenen Ort fiel es lange gar nicht auf, dass die beiden nicht verheiratet waren, und als sein Befehlshaber Kaptain-kommandant Albert dies nach zwei Jahren doch herausfand, reagierte er freundlich, ja fast amüsiert und begann nützliche Dinge für eine Hochzeitsfeier in diesen entlegenen Teil der Erde zu ordern. Am 14. April 1909, das Regiment hatte den Befehl bekommen den Posten aufzugeben, übergab Albert sein Abschiedsgeschenk an Paul Hendrik und Elisabeth. Die Zeremonie der Hochzeit, die von Vater Peter, dem Kaplan des Stützpunktes, geleitet wurde – er war bestürzt und erleichtert zugleich, dachte er doch immer noch, die beiden wären längst verheiratet – kann durchaus als eigenwillig bezeichnet werden. Immerhin waren die Soldaten und Dorfbewohner gleichermaßen geladen und brachten sich in nicht immer passenden Momenten in die Zeremonie ein. Die Clemmensens waren mehr als glücklich, als ihnen der Kommandant die gültigen Dokumente für die Hochzeit und zudem die Urkunde für die ehrenvolle Entlassung aus dem Militärdienst überreichen konnte, so dass sie ihre Studien in dem Dorf fortsetzen konnten. 
In den folgenden Jahren erlebten sie zahlreiche Abenteuer, unternahmen kleine Expeditionen ins Umland, besuchten Stämme, die ihre Feinde zur Abschreckung verspeisten, begleiteten die Männer des Dorfes auf der Jagd und so weiter. Bei all diesen Dingen war Elisabeth stets etwas abenteuerlustiger als Paul, was sich auch nicht dadurch änderte, dass sie 1911 eine kleine Tochter bekamen. Sie waren seit dem Abzug der Truppen vollständig ins Dorfleben integriert worden, dass die Frauen des Dorfes das Kind wie eines der ihren betreuten, auch wenn Paul Henrik Clemmensen nie wirklich die Sprache der Einheimischen verstehen, geschweige denn sprechen konnte. Alle drei bis vier Monate unternahmen sie mit einigen Männern eine Reise nach Kindu, der nächsten größeren Siedlung, um bestellte Vorräte, Medikamente und medizinische und wissenschaftliche Journale, die sein Vater und spätern sein Bruder von Belgien nach Kindu schicken ließ, abzuholen. Die Clemmensens waren immer entsetzt, wenn sie sahen, wie die Einwohner von ihren Kolonialherren behandelt wurden. 
Im Sommer 1915 zogen wieder Soldaten auf dem Weg zur Front in deutsch Ostafrika durch das Dorf, um Clemmensen als Truppenarzt Zwangs zu rekrutieren. Um ein Blutbad unter den Dorfbewohnern, die in diesem Moment das einzige waren, was seine Familie am Leben halten konnte, beugte er sich widerwillig den Forderungen des Kommandanten, kaum ahnend, was ihn erwartete. 
Er wurde in einem Lazarett hinter den Linien eingesetzt und konnte seinen Groll gegen die Offiziere, die sein Leben, das Leben seiner Familie und das der ihnen anvertrauten Männer zerstörten, kaum unterdrücken. Noch größer war sein Hass auf die Deutschen, die offensichtlich diesen Weltenbrand entzündet hatten. Er stürzte sich immer tiefer in seine Arbeit und untersuchte, wie sich die fremden Krankheiten bei den schlecht ernährten und durch Verwundung geschwächten Soldaten sich noch deutlicher in ihren Symptomen offenbarten. Im Jahre 1918, er hatte mehr als ein Mal ans Desertieren gedacht, war der Krieg vorbei und er durfte die Armee verlassen. 
Zurück im Dorf konnte er sein Glück kaum fassen – Frau und Kind waren wohl auf. Aber sie hatten nun auch ein Adoptivkind, denn seine Eltern waren von herumziehenden Deserteuren erschossen worden. 
In der folgenden Zeit versuchte Paul Henrik, sein Leben wieder selber in die Hand zu nehmen, und begann, die gesammelten Daten auszuwerten und seine Erkenntnisse nieder zu schreiben. Er konnte nun gezielter nach Symptomen früher Stadien suchen und Krankheiten immer öfter zurückdrängen, bevor sie einen tragischen Verlauf nahmen. 1920 veröffentlichte er seine ersten Berichte im „Cent ans de médecine en Belgique“ und reiste im folgenden Jahr für einige Monate nach Belgien und Frankreich , um seine Arbeiten zu präsentieren. Einladungen deutscher Hochschulen lehnte er brüsk ab. 
In diesem Jahr sollte Paul Henrik Clemmensen den Lohn für seine Mühen ernten: Die Ghenter Alma Mater lud in ein erneut seine Ergebnisse zu präsentieren und die Doktorwürde entgegen zu nehmen. Er nahm dankend und glücklich an, und so reisten er, seine Frau und die Kinder nach Belgien, um dort seine Familie zu besuchen. 
Seine Frau – sie hatte den Kontakt zu ihrer Familie in Briefen wieder erfolgreich aufleben lassen - reiste mit den Kindern weiter nach England. Er wollte währenddessen die Ehrung entgegen nehmen und die Empfänge, Vorträge und ähnliches abarbeiten, den Orient Express besteigen und nach Konstantinopel reisen. Dort wollte er seine mit dem Schiff angereiste Familie treffen und gemeinsam die Hochzeitsreise nachholen, die er seiner Frau versprochen hatte: Den Besuch des Jordanlandes und Ägyptens mit den Wundern der Pyramiden...
Dr. Paul Henrik Clemmensen in Werten

geboren am 27.03.1878 in der Nähe von Brüssel
verheiratet mit Elisabeth Clemmensen, geborene Forth
zwei Kinder
ehemals dunkler, jetzt grauer Vollbart
Größe: ca. 170 cm
Sprachkenntnisse: Französisch, Englisch, Latein, Flämisch/Deutsch
Kenntnisse: Erste Hilfe, Medizin, Psychologie, Pharmazie, Biologie, Naturgeschichte, Navigation, Spurensuche

ST: 8      GE: 12    IN: 15     Idee: 75
KO: 12   ER: 10    MA: 13   Glück: 65
GR: 11    gS: 99    BI: 21      Wissen: 105