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Morgen

Das Seelentier von Morgen.

Morgen

Der Druide Morgen ist bei seinem Meister im Wald aufgewachsen. Er scheint als kleiner Junge zu ihm gekommen zu sein, denn es gibt immer noch Erinnerungen an ein "anderes Leben" in ihm.
Seine Kindheit war eher freudlos: Er hat immer mit dem wortkargen und äußerst gestrengen Mann, den er nur unter dem Namen "Meister" kannte, gelebt und musste sobald er alt genug war den Haushalt führen und bei anderen Arbeiten zur Hand gehen.
Freunde hatte der kleine Morgen nicht - sieht man einmal von den Fröschen und Unken ab, die er eigentlich ständig mit sich herumgetragen hat. - Einmal hatte er sich mit einem Hasen angefreundet und ihn unvorsichtiger Weise mit in die Dolmenhöhle, in der er und sein Meister lebten, genommen. Der alte Druide nahm ihn, schlachtete ihn und es gab ihn zum Abendessen.

Mit der Zeit erlernte Morgen auch das magische Handwerk von seinem Meister. Er fühlte sich allerdings - im Gegensatz zu seinem Meister, der danach trachtete den menschlichen Geist zu beherrschen, - von den Formeln, mit denen man die Natur formen, zähmen und beherrschen konnte, angezogen. Und auch das Beschwören von Dschinns fand er großartig! Nicht nur, dass die beschworenen Kreaturen zwar fremdartig, aber freundlich und zum Teil sogar lehrreich waren, sie halfen unglaublich, mit der lästigen Nahrungsbeschaffung und Hausarbeit fertig zu werden, die nun komplett in Morgens Ressort fiel.
Nicht weit weg vom Wald, in dem die Dolmenhöhle des Meisters lag, befand sich auch ein Weiler. Die Menschen hier fürchteten den Druiden, aber wanden sich auch immer wieder in Notlagen an ihn. Zuerst hatte sich Morgen immer versteckt, wenn ein Fremder erschien, und auch später ging er ihnen eher aus dem Weg.
Zwar faszinierten sie ihn, aber er konnte sie einfach nicht verstehen. Die Regeln, nach denen ihre Gesellschaft funktionierte, war so völlig anderes und ungleich komplexer als die Rudelregeln, die er in der Natur studiert hatte.
Als er größer geworden war, schlich er häufig zum Weiler und beobachtete sie. Dabei kämpften immer stärker zwei Gefühle in seiner Brust: Er verachtete sie wegen ihrer Unwissenheit und Machtlosigkeit - genau wie sein Meister, aber gleichzeitig wollte er irgendwie bei ihnen sein, ihre Fröhlichkeit teilen, mit ihnen lachen und sie trösten und ihnen beistehen, wenn sie in Schwierigkeiten waren. Wenn das erste Gefühl überwog waren seine Nächte ruhig und still, überwog jedoch das andere Gefühl, dann plagten ihn seine Alpträume.
Inzwischen war aus Morgen ein junger Mann geworden. In einem Frühling fand er einen Fuchswelpen, der ein Bein gebrochen hatte. Er hatte bereits seinen Vulkanglasdolch gezogen, um das Wesen zu töten, als das kleine Wesen sich mit einem kläglichen Winseln an seine Hand schmiegte. Da vermöchte der junge Druide es nicht mehr das kleine Wesen zu töten und nahm ihn mit, um ihn wieder gesund zu pflegen und im Herbst wieder zurück in den Wald zu schicken.
Im Angedenken an den Hasen, seinen Freund aus Kindertagen, ließ er ihn in einem Bau in der Nähe der Dolmenhöhle und ließ ihn nie in die Nähe seines Meisters. Dieser jedoch schickte ihn wenig später mit ein wenig Geld in der Tasche nach Baliho los, um auf der Warenschau einige alchimistische Inkredenzien zu besorgen. 
Morgen hat immer wieder Träume, die wahrscheinlich seine Vergangenheit vor dem Meister beleuchten:
  • Sehr verschwommen und weiter weg gibt es ein großes Feuer, Flammen und die Schmerzensschreie einer Frau.
  • Morgen ist 4-5 Jahre alt. Eine junge, nette Frau (seine Mutter?) tröstet ihn und ein anderer, älterer (etwa 10-11 Jahre alt) Junge (sein Bruder?) gibt ihm Süßigkeiten. Er ist Morgens Vorbild und Idol.
  • Der große Junge (sein Bruder?) hält die junge, nette Frau (seine Mutter?) im Arm/zurück, denn Morgen hat einen Apfel in der Hand, den er vom Baum geklaut hat.
  • Die junge, nette Frau (seine Mutter?) weint und hält Morgen schützend im Arm.
  • Bewaffnete reiten in ein Dorf ein. Alle Kinder laufen an die Strasse um diese Pracht der blitzenden Waffen und stolzen Rösser zu sehen. Ein Mann in weißem Waffenrock sitzt beängstigend groß auf einem Pferd (Bannstrahler?, Inquisition?). Erstrahlt Macht und Autorität aus.
  • Morgen sitzt vor dem großen, mächtigen Mann auf dem Pferd. Als er sich umdreht, hat der Mann das Gesicht seines Meisters.
  • Die junge, nette Frau (seine Mutter?) kniet vor dem Mann und behauptet „sie hätte es getan“, doch Morgen weiß, das das nicht stimmt.