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Die Deutung der Prophezeiungen

Nun natürlich sind dies nicht die endgültigen und mit Sicherheit richtigen Deutungen der Prophezeiungen, aber immerhin die, die die Helden von dem Gelehrten Doran von Honingen, der von allen "Der Archivar" genannt wird, bekommen haben. Und der ist eindeutig belesender als unsere Helden... Seine Deutungsversuche sind in blauer Schrift dargestellt.
Auch Ihro Gnaden Thenna Bringir hat sich natürlich an den Prophezeiungen versucht. Immerhin erlebt sie die ganze Katastrophe hautnah mit. Ihre Deutungsversuche sind in grüner Schrift dargestellt.
Und auch Adepta minor Thulla vom Hohenstein muss sich natürlich an den Prophezeiungen versuchen, welche Maga könnte einem solchen Rätsel auch widerstehen? Ihre Deutungsversuche sind in roter Schrift dargestellt.
Und auch Bronzehund hat sich an den Prophezeiungen versucht... Seine Deutungsversuche sind in brauner Schrift dargestellt.

Alanfanische Prophezeiungen des Nostria Thamos
Orakelsprüche von Fasar


Alanfanische Prophezeiungen des Nostria Thamos

Von wann sind die?
1. Spruch: Von der Zweiheit der göttlichen Ungaben
Zweimal, nicht einmal wird der Zwist der Zwillingsbrüder offenbar, und der Geber der Gestalt unterliegt, damit der Nehmer der Welt unterliegen muss.
Siehe dazu auch OF 5.4, die Deutung ist aber unklar; es geht um Zwillinge, die sich streiten, aber worum? Und was soll "Geber der Gestalt" und "Nehmer der Welt" bedeuten? Könnte der "Nehmer der Welt" jemand sein, der Dere erobern will? Ist der "Geber der Gestalt" jemand, der erschafft? Ein Künstler, Erfinder oder gar ein Magus, der sich der Chimärologie verschrieben hat?
Nach den furchtbaren Dingen, die uns Ihre Hochwürden Lovenia Pitlian berichtet hat, ist ER tatsächlich der Zwilling von Rohal. Wenn sich der Vers also auf diese beiden bezieht, wäre Rohal der "Geber der Gestalt" und ER der "Nehmer der Welt". Doch an diese Deutung mag ich nicht glauben, denn das würde bedeuten, dass Rohal zwar wieder erscheint - Möge die Göttliche Schlage geben, dass das stimmt! Wir brauchen so viel Weisheit dringend! - aber auch, dass er unterliegt. Und das kann ich einfach nicht glauben! Andersherum macht der Vers aber überhaupt gar keinen Sinn; wieso sollte man IHN als "Geber der Gestalt" bezeichnen? Auf der anderen Seite: warum sollte man Rohal "Geber der Gestalt" nennen? Vermutlich ist es etwas, das wir in der Tat noch nicht deuten können.
Welche anderen Zwillinge liegen im Zwist? Was ist die Zweiheit der göttlichen Ungaben, was ist überhaupt eine Ungabe?


Zweimal, nicht einmal werden die tumben Söhne Ogerons dem Kreuz des Nordens folgen.
Hier ist die Deutung eindeutig: die tumben Söhne Ogerons sind die Oger; das "Kreuz des Nordens" ist eine besondere Sternenkonstellation. Gemint ist also der Ogerzug. Der erste fand vor langer Zeit statt, als hundert Oger Gareth zerstörten, der zweite um 10 Hal, als Magister Galotta mithilfe einer günstigen Sternkonstellation (eben jenem "Kreuz des Nordens") 1000 Oger auf Gareth marschieren ließ, die jedoch aufgehalten werden konnten, aber Ysilia fast völlig zerstörten. Daraus ergibt sich die Frage, ob auch beim ersten Ogerzug die Oger als Waffe benutzt wurden.
Ich denke, hier hat Herr von Honingen sicherlich Recht.
WANN war denn der erste Ogerzug? Wenn sich die Sprüche allerdings auf die Gegenwart beziehen, sollte es einen aktuellen, zweiten Ogerzug geben?


Zweimal, nicht einmal werden die Botschafter von Ordnung und Einheit zweiteilen Ordnung und Einheit.
Dies ist nicht so eindeutig, aber die Beschreibung lässt mich an die Spaltung der Praioskirche denken. Die "Botschafter" wären dann die Boten des Lichts. In der Geschichte gab es zwei Kirchenspaltung: Die erste fand unter den Lichtboten Helius und Gurvan etwa 600 vor Hal statt, die zweite aktuell. Sowohl Jariel als auch Hilberian beanspruchen Vertreter Praios’ in der Dritten Sphäre zu sein.
Ich denke, hier hat Herr von Honingen sicherlich auch Recht.
Ein Schisma, in der Tat. Aber könnte nicht auch eine Art „Unruhestiften“ von Ordungshütern gemeint sein?


Zweimal, nicht einmal werden die Legionen des Roten Mondes vor das Haus der gelben Sonne treten.
Auch hier ist die Deutung nicht eindeutig, aber vermutlich sind mit den "Legionen des Roten Mondes" die Orks gemeint, denn der Rote Mond ist das Symbol des orkischen Blutgottes Tairach. Das "Haus der gelben Sonne" würde ich mit Praios in Verbindung bringen. Es könnte das Kaiserhaus, das ja überaus praoistreu ist, sein oder gar die Stadt des Lichts selbst. Hier ist meiner Meinung nach der Orkensturm gemeint. Es gab bisher zwei große Orkkriege: den ersten um 390 vor Hal und den zweiten 18 Hal, siehe dazu auch OF 1.3..
Ich denke, hier hat Herr von Honingen sicherlich auch Recht.
Mmm, siehe dazu Anmerkung 1.2..


Zweimal, nicht einmal wird der Rabe nach dem Thron des Herren über Zwölf greifen.
Mit dem Raben könnte hier einerseits Answin von Rabenmund gemeint, der sich 17 Hal zum Kaiser des Mittelreichs, also der sogenannten "zwölfgöttlichen Lande" aufschwang, aber wieder gestürzt und exiliert wurde. Doch der ist sicher auf Rulat exiliert und wird kaum einen zweiten Versuch unternehmen können den Thron zu erlangen. Zum anderen könnte auch der Khomkrieg gemeint sein, in dem die Al'Anfaner mit dem Ziel ausrückten, mit militärischer Macht genug Einfluss im Norden zu bekommen, um Boron zum Obersten der Zwölfgötter zu erheben. Die Novadis glauben das Rastullah Herrscher über die Zwölfgötter ist. Dann greift der Rabe (also Al'Anfa) nach dem Thron Rastullahs, dem Kalifat. Dies ist jedoch bisher auch nur einmal geschehen.
Ich finde beide Erklärungsversuche von Herrn von Honingen nicht überzeugend, aber ich habe auch keine anderen Ideen.
Rabe=Boron=Tod, der Tod eines Herrschers?

2. Spruch: Von Drachen und Kaisern
Wenn sich Drachenblut mit Menschenblut auf einem Berg von Gold verbindet.
Die Deutung, dass ein Held gegen einen Drachen in seinem Hort kämpft, liegt hier geradezu auf der Hand.
Ich denke, hier hat Herr von Honingen sicherlich auch Recht. Allerdings mag ich nicht recht an diese einfache Deutung glauben. - Ein so deutlicher Vers?
Eine Chimäre? Eine Beschwörung?
Nun, ein "verbinden von Blut" mag noch ganz andere Ursachen haben - ein Halbblut, entsprungen aus der Verbindung aus Drache und Mensch - aber ist so etwas überhaupt möglich?


Wenn sich wegen des Schicksals der Zwillingskaiser nicht erfüllen kann das Schicksal der Kaiserzwillinge.
Hier ist die Deutung unklar. Die Kaiserzwillinge könnten natürlich Prinzessin Rohalja und Prinzessin Yppolitta sein. Doch was sollte das Schicksal für sie bereit halten? Prinzessin Rohalja wird eines Tages ihrem Vater auf den Thron folgen, und ihre Schwester Yppolitta wird einen Großen des Reichs heiraten und ihrer Schwester eine treue Untertanin sein. Die Zwillingskaiser waren Cella und Bardo von Gareth; doch deren Schicksal ist bestimmt erfüllt. Sie sind seit 18 v.H. tot.
Hier stimme ich Herrn von Honingen zu: wir wissen nichts.
War Rohal Kaiser? Wie sind die Kaiserzwillinge Cella und Bardo gestorben, beim Orkkrieg?


Wenn der alte Elfenkönig und der neue Elfenkönig mit Schiff und Ross heimgekehrt und bewiesen, dass der Elfenkönig nimmermehr wahr.
Dies wird in der Phileasson-Saga der Thorwaler beschrieben: der "alte Elfenkönig" Fenvarien wird befreit und kehrt auch als "neuer Elfenkönig" zurück. Doch die Elfen haben inzwischen erkannt, dass die Königsernennung Teil ihres Unglücks ist und so wird das Amt des Elfenkönigs aufgehoben. Auch wenn Phileasson Foggwulf zur Zeit nicht in Thorwal weilt, gibt es jede Menge Skalden, die das Lied zum besten geben können.
Ich denke, hier hat Herr von Honingen sicherlich auch Recht; er kennt die Lieder der Skalden besser als wir - immerhin lebt er in Thorwal.
Klingt auf jeden Fall schlüssig.


Wenn der alte Kaiser dem neuen Kaiser nachfolgt.
17 Hal hat sich die Königin des Lieblichen Feldes, des Alten Reichs, Amene III., zur Horas, also zur Kaiserin ausrufen lassen; sie ist damit "alter Kaiser" im Sinne der Kaiserin des alten Reiches. Im Mittelreich, dem Neuen Reich regierte zu dieser Zeit natürlich bereits der Kaiser des neuen Reiches, welcher hier der "neue Kaiser" wäre. Amene folgt Hal also in ihrer eigenen Ausrufung zur Kaiserin.
Das scheint mir keinen rechten Sinn zu machen. Ihr Hoheit Königin Amene III. hat sich zur Horas ausrufen lassen und nicht zur Kaiserin. Ich mag nicht recht glauben, dass die Annahme dieses alt-ehrwürdigen Titels etwas mit unseren Problemen zu tun haben könnte.
Ein Thronfolger wird Kaiser und von seinem Vater überlebt...


Wenn in der Neunflüssigen ein Alter Drach bar eines Karfunkels und ein Alter Karfunkel bar eines Drachen weilen.
Siehe dazu auch OF 1.1, auch hier ist die Deutung unklar, allerdings könnte dies ein Hinweis auf Khunchom sein: der Neunflüssige ist höchstwahrscheinlich als Hinweis auf die neun Arme des Mhanadi zu verstehen. Der "Alte Karfunkel" könnte dann das Drachenei sein, das der Khunchomer Magierakademie ihren Namen gibt. Dort soll angeblich der Karfunkelstein des Alten Drachen Pyrdacor, der wegen seines Hochmuts von Farmerlor im Weltenbrand zerfetzt wurde, aufbewahrt werden. Dieser "Alte Karfunkel" wäre dann in der Tat ohne einen Drachen, doch was soll dann der Drache ohne Karfunkel sein? Und noch dazu ein Alter? Das scheint komplett widersinnig! Ein Drache stirbt doch sicherlich bei der Entnahme seines Karfunkels.
Ich stimme Herrn von Honingen zu - auf den ersten Blick erscheint das komplett widersinnig; welcher der Alten Drachen sollte denn - außer Pydracor - seinen Karfunkel verlieren? Fuldigor der Beender, Teclador der Vorausschauende, Umbracor der Zerstörer, Aldinor der Retter und Nosulgor der Spender sind allesamt mächtige Wesenheiten.
Doch hat uns Ihro Hochwürden Pitlian von eben dieser Geschichte erzählt.
Sagtet Ihr nicht, dass Liscom doch angeblich Teclador seinen Karfunkel abgeluchst hat? Sollte Euer Freund Morgan tatsächlich dieses Karfunkel tragen, wären zwei Dinge klar: Ein Drache kann sehr wohl ohne Karfunkel auskommen (oder ist Teclador tot?)

Morgan ist auch vorausschauend, siehe OF, damit scheint's, dass ein Karfunkel den Drachen sozusagen als Artefakt dienen könnte (s. Attribut). Sehr interessant, aber nachzuweisen. Zur Beweisaufnahme könnte man in Khunchum nachhaken…Wie genau ist Teclador eigentlich um seinen Karfunkel gebracht worden?
Vielleicht handelt es sich jedoch auch um Koinzidenzen: Was passiert, wenn ein alter Drache X ohne Karfunkel auf einen enteigneten Karfunkel des Drachen Y trifft? Hach, eine schöne Frage!
Nein, nein! Teclador ist nicht tot. Ihro Hochwürden Pitlian erzählte, dass einige Freunde von ihr diese Geschichte erlebt hätten. Offensichtlich war es Liscom von Fasar gelungen Teclador seinen Karfunkel zu entreißen; er wollte ihn als Fokus für die Beschwörung des Bethaniers nutzen Dies jedoch konnten die Freunde von Hochwürden Pitlian in der Festung des Bethaniers in der Gor verhindern: sie erschlugen Liscom, beendeten das Ritual und gaben den Karfunkel an Teclador zurück. 

3. Spruch: Von den Handlangern des Untergangs
Wenn der Diener jenseits des Todes den Meister außerhalb des Todes ruft.
Siehe dazu auch OF 1.4, auch hier ist die Deutung unklar.
Für uns macht dieser Vers inzwischen erschreckend viel Sinn! Nach allem, was uns Ihro Hochwürden Inquisitor da Vanya berichtet hat, war Hamid ben Seyshaban, der IHN in jenem furchtbaren Ritual beschworen hat, in Wirklichkeit ein Magus namens Liscom von Fasar, der dies bereits einmal versuchte - damals aber von einigen Helden gestoppt wurde und dabei umkam, aber zurückkehrte. Er war also ein Untoter, also "jenseits des Todes".
Nicht dabei gewesen, klingt aber in sich schlüssig.


Wenn die Verderberin der Leiber einen Leib dem Verderber der Welten verschafft.
Auch hier ist die Deutung unklar.
Auch dieser Vers ist inzwischen klar. Pardona hat IHM einen Körper aus reinem Sikaryan, das sie durch die Vampire der Vampirplage von Weiden sammeln ließ, geschaffen. Warum sie jedoch "Verderberin der Leiber" genannt wird, ist für mich weiterhin nicht klar. Viel erschreckender finde ich jedoch die Implikationen, die sich aus der Wendung "Verderber der Welten" - Plural! - ergeben.
Naja, wir leben schließlich nur in einer der sieben Spähren. Oh, Pardona wird viel Schlechtes nachgesagt, aber in der Tat, mit dieser Bezeichnung stellt man sie sozusagen als eine Perversion RAHjas dar. Oder simplere Assoziationen: Sie hat schließlich die Essenzen der Vampire, ergo ehemaliger Leiber, zu Sikaryan geformt.


Wenn die verlorenen Scharen der Gestaltlosen annehmen die Gestalt der Schar der Verlorenen.
Siehe dazu auch OF 1.1, auch hier ist die Deutung unklar.
Ja, das ist sie.
Geister, Seelenwanderer, die in tote Körper fahren? Je schauriger, desto besser, ich werde gerade warm.. Obwohl, das wäre nicht gut!


Wenn aus kristallenem Herz der geraubte Schlangenfürst spricht.
Auch hier ist die Deutung unklar.
Ja, das ist sie wohl.
Ein Kugelzauber? Eine fokussierte Vision? Wer ist der geraubte Schlangenfürst? Ein Mann HESindes?
Was, wenn von einem der Echsenherrscher die Rede ist? Waren das nicht mächtige Magier? Aber inwiefern wurde er geraubt?


Wenn die Bäume auf der See wurzeln, die Festungen über das Land wandeln, und die Belagerungstürme über den Himmel ziehen.
Auch hier ist die Deutung unklar. Natürlich gibt es das Übersetzungsproblem, dass "Ghulshachim" Geier, böse Geister und auch Belagerungsgerät, Katapulte bedeuten kann. Es hört sich so an, als wäre es eine Warnung: Man ist weder auf See, Land noch in der Luft sicher; überall hat der Feind seine Truppen.
Mit seinem letzten Satz hat Herr von Honingen sicherlich Recht. Ich würde auch denken, dass hier mit "Ghulshachim" eher böse Geister gemeint sind.
Aber warum sollten dann Bäume auf der See wachsen? Das klingt eher nach Verlandung. Da fällt mir nichts zu ein.

4. Spruch: Von den sieben Gezeichneten
Wenn der allein Ahnende mit dem almadinen Auge angekommen.
Siehe dazu auch OF 1.5, auch hier ist die Deutung unklar.
Nun wir wissen natürlich, dass sich dieser Vers auf auf den Rubin bezieht, in den sich Morgens Auge verwandelt hat, nachdem ER durch Morgen in unsere Sphäre gelangt ist. Morgen war sich als einziger bewusst darüber, dass wir das Ritual eben nicht gestoppt hatten, sondern nur verhindert hatten, dass ER auch gleich einen Körper hatte. Und ER hatte seinen Geist berührt und wusste, wer dort beschworen worden war. Er war also der "allein Ahnende".

Wenn der Bote des wandelnden Bildes zum Bündnis bittet.
Auch hier ist die Deutung unklar.
Auch hier wissen wir inzwischen
, dass die Tätowierung, die Aaminah von Luzelin gestochen bekommen hat, ein
"wandelndes Bild" ist. Aaminah ist also die Botin, die Botin SEINER Rückkehr. Unsere Reise über den Kontinent zum Verkünden der Katastrophe, zum Warnen und zum Kräfte wider IHN sammeln, könnte man auch als eine Bündnisbildung bezeichnen. 
Ich möchte hier noch anmerken, dass bei den beiden ersten Versen des 3. und des 4. Spruchs eine zeitliche und räumliche, vielleicht sogar eine kausale Verbindeung besteht. Ob das bei den übrigen Versen auch so sein wird?


Wenn das kühne Tier mit dem Krötensinn seinen Kürschmeister gekürt.
Auch hier ist die Deutung unklar.
Ich denke nach wie vor, dass der Reif von Eschinn von Quell keines der Zeichen ist. Man kann die Beseelung des Artefakts, die sich ja als Schlange manifestiert, sicherlich kühn nennen, aber sie hat keinen "Krötensinn" und ich bin sicherlich nicht ihr "Kürschmeister" gewesen - ganz im Gegenteil. Auf Arras de Mott hat ihr Handeln mich beinahe umgebracht; sie ist eher mein "Kürschmeister"!
Mit einem Blick in die Natur: Sollte man sich doch fragen: Was zeichnet denn den Krötensinn aus? Klingt eher, als würde sich ein stolzes Tier jemandem freiwillig unterordnen.
Hmmm - einen Krötensinn hätte ich jetzt spontan mit einer irgendwie gearteten Affinität zu Magie oder ähnlichem gleichgesetzt - sind Kröten nicht oftmals Vertraute von Hexen? Ich mag von solchen Dingen nicht viel verstehen, aber das würde doch zumindest ein wenig zu Thennas Halsreif passen? 
Andererseits, wenn man tatsächlich einen Zusammenhang zwischen 3. und 4. Spruch annimmt, dann stellt man doch mit einiger Erleichterung fest, dass die verlorenen Scharen der Gestaltlosen - zumindest soweit wir wissen - die Gestalt der Schar der Verlorenen noch nicht angenommen haben, das dritte Zeichen sich also noch nicht manifestiert hat. Wenn man denn davon ausgehen will, dass wir stets erfahren werden, wenn sich ein Zeichen manifestiert.


Wenn fünf firnglänzende Finger den Fluch der Felder gefunden.
Siehe dazu auch OF 1.5, auch hier ist die Deutung unklar.
Ja, das ist sie wohl.
Firn=Frost=kalt, jemand mit kalten (weißen) Fingern? Fluch der Felder= Dürre, Salz, Feuer? Ah, muss erst jemand den Fluch der Felder BEHEBEN?
Hier hätte ich eher "firnglänzend" als "metallisch" angenommen - von "Firnis", dem Schutzlack, den man oft auf Prunkrüstungen sieht?
In Verbindung mit OF 1.5 wissen wir, dass es um die linke Hand geht - also vielleicht ein Panzerhandschuh für die linke Hand, der besondere Kräfte hat?


Wenn nur mehr die stählerne Stirn den schrecklichen Schatten standhält.
Siehe dazu auch OF 1.5, auch hier ist die Deutung unklar.
Ja, das ist sie wohl.
Der „Gezeichnete“ könnte eine Art (magischen?) Schutzschild gegen Geistesbeeinflussung innehaben.
Man mag mir eine gewisse Fixierung auf Rüstungsteile unterstellen - aber was wäre, wenn die "stählerne Stirn" ein Helm ist?


Wenn das geflügelte Geschoss dem Grauen der Götter gilt.
Siehe dazu auch OF 1.5, auch hier ist die Deutung unklar.
Ja, das ist sie wohl.
Hier geht es um Ballistik.
Mitnichten! OF 1.6 spricht explizit von einer Lanze - als "gefiedert" ist sie dann wohl zu bezeichnen, weil sie auf irgendeine Art und Weise geschmückt ist - was im Mittelreich vielleicht ungewöhnlich, aber sowohl im Norden als auch im Süden Gang und Gäbe ist. Oder aber die "Lanze" ist in Wirklichkeit eine tulamidische Dschadra - wenn ich mich recht erinnere, wird die Zier dieses Reiterspeers tatsächlich als "Flügel" bezeichnet.  


Wenn aus sieben Schalen Schärfe schäumt, dagegen kein Schrecknis gewachsen ist.
Auch hier ist die Deutung unklar.
Ja, das ist sie wohl.
Hier fällt mir sofort die magische Schale ein. Doch welcher Dschinn schäumt mit Schärfe? Sieben Schalen, Ritual, sieben Elemente? Nein, es gibt ja nur sechs, allerdings noch die Magie dazu, es macht keinen Sinn. Die sieben Schalen könnten aber auch die sieben Sphären sein, doch was bei allen Göttern, sollte dort herausschäumen?
Wenn man davon ausgeht, dass die sieben Schalen sieben Kelche sein könnten, dann wäre die Schärfe, die aus ihnen schäumt, die Klinge Siebenstreich. Soll dieser Spruch bedeuten, dass Siebenstreich wieder geschmiedet wird? Aber wie soll das geschehen - sind die sieben magischen Kelche nicht verschollen?

5. Spruch: Vom Ende des Zeitalters
Dann wird in den Kerker der feurige Blick des Weltenschöpfers fallen.
Siehe dazu auch OF 6.4; LOS "Blick" soll angeblich zu jedem Zeitalterwechsel auf den Raschtul Kandscharot, einen bestimmten Gipfel im Rashtulswall, fallen, wo der mythologische Lichtvogel in seinem eigenen Licht vergeht und aus dem zuvor gelegtem Allei neu ersteht. Dabei soll er eine direkte Prophezeiung von LOS für das kommende Zeitalter von sich geben.
Wir sollten uns über den Raschtul Kandscharot schlau machen. Wo ist der Berg genau? Wer lebt dort? Eine solche Prophezeiung - direkt von LOS - könnte uns wirklich weiterhelfen. - Es sei denn, das ganze ist ein Märchen.
Ihro Gnaden, die gesamte Geschichte, von der Ihr mich zu überzeugen versucht, klingt märchenhaft. Also warum nicht, ich stimme dem zu, wir sollten mehr über den Lichtvogel in Erfahrung bringen. Doch in wessen Kerker fällt der Blick?

Dann wird die rote Saat der Gor aufgehen.
Auch hier ist die Deutung unklar; allerdings ist die Wüste Gor tatsächlich rot. Könnten die roten Staubstürme aus der Gor gemeint sein? Doch nach allem, was ich bisher gehört habe, sind es tatsächlich nur Sandstürme – oder sollte dort noch etwas Sinisteres dahinterstecken?
Ich denke, hier hat Herr von Honingen sicherlich auch Recht. Die Geschichte des Tulamidenlandes ist nicht gerade mein Steckenpferd, aber ich erinnere mich dunkel an ein Diamantenes Sultanat und Magiermogule. Sollten in der Gor vielleicht noch alte Schrecken lauern? Oder sollten dort gar noch Schrecken von IHM lauern? Rohal ist damals in der letzten Schlacht im Krieg der Magier in die Gor gezogen, da ER dort seine letzte Festung besaß.
Klingt schlüssig.

Dann wird die Letzte Kreatur geboren und gebären.
Auch hier ist die Deutung unklar; allerdings gibt es in dem Mythen der alten Zeitalter eine "Letzte Kreatur", das Omegatherion, auch die 'Vielleibige Bestie' genannt. Es war eine dämonische Schöpfung des Namenlosen oder des Dämonensultans, die von den Göttern im Namenlosen Zeitalters zerschlagen wurde. Diese "Letzte Kreatur" ist also schon geboren und getötet – den Göttern sei Dank!
Mehr dazu müsste in Beschreibungen über das Zeitalter des Namenlosen zu finden sein; ich erinnere mich, dass während des Noviziats aus einem beeindruckenden Folianten darüber vorgelesen wurde.
Wo kann man den einsehen?

Dann werden Löwin und Einhorn zu Zweien ins Tal der Finsternis gehen.
Auch hier ist die Deutung unklar, könnte sich das vielleicht auf Wappenbilder beziehen? Das "Tal der Finsternis" könnte eine poetische Umschreibung für den Tod sein. Handelt es sich vielleicht um zwei Einheiten/Regimenter/Ritter, die in den Tod ziehen? Vielleicht könnte ein Blick in das heraldische Register in Gareth oder Vinsalt hilfreich sein. Aber natürlich gibt es auch außerhalb dieser beiden Länder Wappen und Feldzeichen...
Ich denke, hier hat Herr von Honingen sicherlich auch Recht.

Wo kann man den einsehen?

Dann werden die Wasser blutig und die Brunnen sauer, der Regen brennend und das Land schimmelig.
Dies ist ein deutlicher Hinweis auf den Untergang der Welt. Wasser und Land werden schlecht und zu Feinden derer, die auf und mit ihnen leben.
Ich denke, hier hat Herr von Honingen sicherlich auch Recht. Ich fürchte allerdings, dass die Beschreibung durchaus wörtlich zu nehmen sein könnten und nicht allegorisch...

Dann wird die Brut den Boden verschlingen.
Auch hier ist die Deutung unklar; was ist die "Brut"? Und warum sollte sie die Erde essen? Oder ist damit etwa gemeint, dass sogar die Erde selbst angegriffen wird? In den alten Mythen wird erzählt, dass Dere der Körper der Urriesin SUMu ist.
Könnte hiermit nicht gemeint sein, dass die "Brut", was immer das auch sein mag, in erschreckender Geschwindigkeit Land erobert?

Dann wird der Rausch der Ewigkeit über die Schöpfung wehen.
Auch hier ist die Deutung unklar; was ist der "Rausch der Ewigkeit"? Die Schöpfung ist unsere Welt, doch weiter gefasst auch alle sieben Sphären. Verbunden mit den versen davor scheint der "Rausch der Ewigkeit" etwas sehr unangenehmes zu sein...
Ich denke, auch hier hat Herr von Honingen Recht.


Orakelsprüche von Fasar

Kannte Liskom eigentlich diese Sprüche?
Dies ist die Kunde von den Zeiten, wenn sich das Angesicht der Welt wandeln wird.
Ich möchte anmerken, dass hier nicht vom Ende der Welt die Rede ist, sondern "nur" von einem Wandel.

1. Spruch
Wenn der Drache seinen Karfunkelstein verliert, wird sich die Kunde verbreiten von SEINER künftigen Macht und SEIN Diener stirbt und kann doch nicht sterben.
Auch hier ist die Deutung unklar, aber siehe dazu NT 2.5..
Siehe NT 2.5..
Ist anscheinend eingetroffen.


Wenn der Sohn des Raben von der Tochter der Schlange niedergestreckt wird, erhebt sich wieder das leuchtende Zelt, und der Herrscher des Zeltes wird sein der dritte seines Namens.
Der "Sohn des Raben" könnte Tar Honak, der Patriarch von Al'Anfa sein, der im Khomkrieg von der Maga Nahema getötet wurde. Das "leuchtende Zelt" bezieht sich dann auf die Neugründung des novadischen Kalifats unter Malkillah III. Das Kalifat wird oft als "leuchtendes Zelt" bezeichnet, denn der Götzen Rastullah hat sich in einem leuchtenden Zelt offenbart.
Ich denke, hier hat Herr von Honingen sicherlich auch Recht.
Ist anscheinend eingetroffen.


Wenn der Kaiser aus Borons Schlund ins Goldene Land vertrieben wird, werden die Legionen des Blutgottes ins Herz des Greifen stoßen, und ein Sohn des Fuchses wird den Namen seines Oheims und seiner Muhme tragen.
Siehe dazu auch NT 1.4; auch hier ist die Deutung nicht ganz klar. Hier könnte die Vergöttlichung Kaiser Hals gemeint sein; das würde allerdings bedeuten, dass seine allergöttlichste Magnifizenz tatsächlich tot ist. Die "Legionen des Blutgotts" sind die Orks; der orkische Gott Tairach ist ein Blutgott. Erst 18 Hal gab es wieder einen Orkensturm ins Herz des Mittelreichs, das das "Herz des Greifen" sein könnte, denn in Gareth liegt auch die Stadt des Lichts, des größten Praiosheiligtums Aventuriens. "Ein Sohn des Fuchses" könnte ein Sprössling des mittelreichischen Kaiserhauses sein, das den Fuchs im Wappen trägt. Mir ist in der letzten Zeit jedoch kein männlicher (und auch kein weiblicher) Spross des Kaiserhauses bekannt, der den Namen seiner Tante und seines Onkels trägt. Vielleicht in den Nebenzweigen der Familie? Aber vielleicht hängt der letzte Satzteil auch gar nicht mit den anderen zusammen und die Rede ist von einem Phexgeweihten oder –anhänger, der seinen Sohn nach Tante und Onkel nennt.
Ich denke, hier hat Herr von Honingen sicherlich auch Recht.
Ein Ziehkind ohne Eltern, eine Adoption? Ein heimlicher unehelicher Spross des Kaiserhauses?


Wenn der Tote den Toten beschwört, werden sich auftun die Sphären, und es wird sein ein Heulen und Zähneknirschen unter den Zauberern und Gegenzauberern und den Leuchtenden Erleuchteten.
Siehe dazu auch NT 3.1, auch hier ist die Deutung unklar; ein erneuter Krieg der Magier? Als "Krieg der Magier" wird üblicherweise jener Kriegszug bezeichnet, der unter Rohal gegen Borbarad in der Gor stattfand und damit endete, dass Rohal der Weise den Schwarzmagus vernichtend schlug.
Der "Tote, der den Toten beschwört" ist natürlich Hamid ben Seyshaban alias Liscom von Fasar, der IHN beschwört. Der Magus ist ja bei einem anderen Versuch von einigen Helden getötet worden und ER ist im Krieg der Magier von Rohal vernichtet worden. Das Ritual selbst fand nach der Aussage von Morgen in einer Globule im Limbus statt, die Sphären haben sich also "aufgetan". Der letzte Teil des Veres ist mir aber noch unverständlich. Bezieht sich das auf unseren Kampf in der Gobule, um das Ritual zu verhindern? Oder bezieht es sich auf den Kampf, der uns noch bevorsteht?

Dann wird erscheinen der Erste der Sieben Gezeichneten und sein Zeichen wird sein der Rubin und das Wissen um SEINEN Namen.
Siehe dazu auch NT 4.1, auch hier ist die Deutung unklar.
Wir wissen natürlich, dass sich dieser Vers auf Morgen und sein Rubinauge bezieht; ER hat beim Übergang in unsere Welt Morgens Geist berührt. Dieser wusste also, wer dort beschworen worden war. Morgen ist der erste der Sieben Gezeichneten.

4. Spruch
Wenn die alte Tochter eine neue Mutter gefunden hat, wird die Betrügerin betrogen und die alte ewiggebärende Herrin wird sich gebären eine neue ewige Dienerin, und sie wird IHN erwarten in Unrast und IHM aufwarten in Undank.
Auch hier ist die Deutung unklar.
Ich bin mir hier auch nicht sicher, aber könnte sich das auf Pardonna beziehen? Sie ist - wem immer sie auch dienen mag; darüber mag ich gar nicht spekulieren - alleine durch die Tatsache, dass sie eine Elfe ist eine "ewige Dienerin". Elfen altern nicht und sterben erst, wenn sie ihre Lebensaufgabe vollbracht haben nach allem, was ich weiß. Und sie hat IHN erwartet, um IHM einen Körper zu geben, hat jedoch keinen Dank oder Würdigung erhalten, also "IHM in Undank aufgewartet".
Das, Ihro Gnaden, würde allerdings bedeuten, dass Pardonna  die Dienerin der „Ewiggebärenden“ ist. Wer soll das sein? Pardonna wäre m.E. nach Euren Erzählungen doch eher die betrogene Betrügerin, die in diesem Satzzusammenhang nicht gleichzusetzen ist mit der ewigen Dienerin.
Alte Tochter, neue Mutter, eine Staatsallegorie?


Wenn acht Hörner sieben Winde bannen und acht Gehörnte sieben Plagen rufen, wird die Nacht grün sein und der Tod rot, und Wahnsinn und Blut tragen sie vor sich her, und Blut und Wahnsinn folgen ihnen auf dem Fuße.
Für Fragen zu Dämonen – und acht Hörner scheint mir ein deutlicher Hinweis auf einen Achtgehörnten – bin ich der Falsche. Ein Achtgehörnter, der die Winde bannen kann, sollte jedoch von Fachleuten zu identifizieren sein – das gilt auch für Dämonen, die "sieben Plagen rufen können". Vielleicht könnte man allerdings die jüngsten Ereignisse in Taubental im Königreich Almada als "sieben Plagen" bezeichnen – doch nein, es sind nur sechs. Laut dem Aventurischen Boten sind von dort eigenartige Geschehnisse – Dunkelheit zur Praiosstunde, Dürre, Rattenplage, Heuschreckenschwärme, giftiger Eis- und Schneeregen und schließlich eine mysteriöse Pestilenz - berichtet.
Ich denke, hier hat Herr von Honingen sicherlich auch Recht. Akademien, die auf Beschwörung spezialisiert sind, sind das Konvent der verfinsterten Sonnenscheibe, Sphärenkundliches Institut und Halle der Geister zu Brabak und die Akademie von Pentagramma, Hexagramma und Heptagramma zur Meisterung jenseitiger Entitäten zu Rashdul. Beide liegen nicht wirklich auf unserem Weg. Vielleicht kann man uns ja aber auch an der Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puniniensis, der Akademie der Hohen Magie zu Punin bei diesem Problem helfen.
Ich muss hier unwillkürlich an die sieben Schalen aus NT 4.7. denken, eine Beschwörung im großen Stil? Es gibt in der Tat einen achtgehörnten Dämon, der Winde bannen kann, ein Diener Agrimoths, doch wie hieß er noch? - Wir sollten in der Tat in Punin Halt machen.

Acht Hörner müssen nicht zwangsläufig Dämonen sein, es kann sich tatsächlich um acht magische Instrumente handeln. Aber warum benötige ich acht Hörner für sieben Winde?
Trotzdem zählt er sieben Plagen auf... liegt Taubental wirklich nicht auf dem Weg?
Die Akademien in Brabak und Rashdul liegen nicht auf dem Weg. Taubental liegt doch in Almada, oder? Dann liegt es in derselben Provinz wie Punin .

Wenn die falsche Schlange den Kopf verliert, wird das funkelnde Verderbnis erneut funkendes Verderben verbreiten, und der Drachen Herzen werden rasend schlagen in Einmut und Zwietracht und Liebe und Hass und Leben und Tod.
Auch hier ist die Deutung unklar, ist die "falsche Schlange" metaphorisch zu verstehen? – Ein Intrigant, ein falscher Hesindegeweihter, ein missgeleiteter Gelehrter oder doch im tatsächlichen Sinne, wie es ja vielleicht ach die Drachen im Ende des Verses nahe legen.
Ich denke, hier hat Herr von Honingen sicherlich auch Recht. Und was ist ein "funkelnde Verderbnis"?
Siehe mein Gedankenspiel zu den Drachen mit oder ohne Karfunkel. Die falsche Schlange ist ein Drache mit falschem Karfunkel, dies wird offenbar, der Karfunkel wird frei, es gibt zwei Fraktionen, die ihn an sich bringen wollen, um es wird sein ein Hauen und Stechen. Entschuldigung, da ist es wohl etwas mit mir durchgegangen...


Wenn der Einhändige Erschaffer und die Erschaffung der Vielhändigen um sich die vergessenen Scharen scharen, werden sie vielgestaltig Schande über vielfach geschändeten Ort bringen und beide werden ihren Meister finden.
Auch hier ist die Deutung unklar, der einzige Einhändige, der mir aus der Mythologie bekannt ist, ist Geron der Einhändige, der als Held der Urzeit das göttliche Schwert Siebenstreich führte und viele Heldentaten – vor allem im Lieblichen Feld - vollbrachte. Doch der scheint hier nicht gemeint zu sein, denn der "Einhändige Erschaffer" scheint böse zu sein.
Ich denke, hier hat Herr von Honingen sicherlich auch Recht: Geron der Einhändige ist ein großer Held gewesen und ist sicher nicht mit den Schrecken des Dämonenmeisters in Verbindung zu bringen.
Es wird Zeit, sich in die Standardwerke der beschreibenden Dämonologie einzulesen. Ich sage: Punin liegt auf dem Weg!


Dann wird erscheinen der Vierte der Sieben Gezeichneten, und sein Zeichen wird das der Linken sein und das Wissen um SEINE List.
Siehe dazu auch NT 4.4, auch hier ist die Deutung unklar.
Ja, das ist sie wohl.
Ein magisches Sigel in der linken Hand eines Wissenden=Magiers?

5. Spruch
Wenn der unheilige Verführer Einzug hält in die heiligen Hallen der Verführung, wird sich die stetig Entfesselnde mit dem stets Gefesselten verbinden, und die Ketten werden gelockert werden, auf dass SEINE Stunde schlage und SEINE Zeit komme.
Auch hier ist die Deutung unklar, ist aber von den Begrifflichkeiten her ein wenig deutlicher als andere Strophen. Wenn der "unheiliger Verführer" der Namenlose, die "heilige Hallen der Verführung" ein Rahjatempel oder -heiligtum, "die stetig Entfesselnde" die liebliche Rahja und "der stets Gefesselte" Satinav ist, der oft als Steuermann in Ketten bezeichnet wird, dann könnte "die Ketten werden gelockert" eine Zeitaufhebung oder -veränderung bedeuten. Der letzte Teil ist unklar – und auch meine Thesen sind gewagt, denn sie würden eine Kabale des Namenlosen in einem Rahjatempel oder –heiligtum bedeuten.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Herr von Honingen hier Recht hat - eine Intrige des Namenlosen in einem Rahjaheiligtum? Wirklich nicht!

Wenn die Finsterkrone in der Weltenwunde bohrt und siebenstrahlig Schatten wirft, wird die Schwester ihrer Königin folgen und glorreich Einzug halten in die hehren Hallen, und ihr geflügelter Retter wird ihr Schicksal sein.
Die "Weltenwunde" könnte die Wunde sein, die die Saat des Dämonenbaums in die Sphären gerissen hat. Die "Finsterkrone" hätte dann irgendetwas – bisher nicht näher deutbares – mit den Dämonen und der Zahl Sieben zu tun. Was, wenn man an Heptagramme denkt, auch wieder auf Dämonen hinweist. Für den Rest bleibt die Deutung unklar.
Vielleicht können wir hier bei der Königin ansetzen - wenn der Vers denn etwas aus unserer Zeit beschreibt und nichts, was schon lange vergangen ist. Welche Königinnen gibt es? Haben sie Schwestern? Oder ist damit eine Geweihte gemeint? Aber auch dann muss sie ihr nahe stehen. Wer könnte der "geflügelter Retter" sein?
Königliches Geschwisterpaar? Siehe NT 2.2.: Rohalja und Ypollita, ein Greif?


Wenn der Boden unter toten Schritten schreit und der Himmel in den Schwingen des Untodes kreischt, werden die versprengten Glieder der sphärensprengenden Bestie zucken, die Luft roten Samen spucken und die Erde ihre Kinder schlucken.
Auch hier ist die Deutung unklar; klingt allerdings nach einer Warnung vor einer großen untoten Armee. Außerdem erinnert es an NT 5.3., 5.2. und 5.6. – auch wenn da die Bedeutung vertauscht ist.
Ich denke, hier hat Herr von Honingen ganz bestimmt Recht.
Das klingt nicht gut!
Der Himmel in den Schwingen des Untodes kreischt? Fliegende Untote? Was mag dahinter stecken - wenn man davon mal ausgehen will, dass sich ein Nekromant sicher nicht mit untoten Singvögeln abgeben wird. Geier? Adler? Oder sogar magische Wesen wie Greifen? Pegasi?
Nur so ein Gedanke - gibt es eigentlich Geschichten von untoten Drachen...?


Wenn dem größten Grauen Tür und Tor geöffnet werden, wird die Not groß sein und die Zeit knapp, und der Nehmer der Welt wird dem Geber der Gestalt weichen, und es wird sein ein Jubeln und Triumphieren unter denen, die da siegreich waren und ein grimmer Trotz unter denen, die da das Erbe für den Spross des Gefallenen tragen.
Auch hier ist die Deutung unklar, aber siehe dazu NT 1.1..
Ja, das ist sie wohl.
Das klingt gut! Eine Niederlage des Nehmers, wenn der Geber der Gestalt auch unterliegt? Doch wer ist der Spross des Gefallenen?


Dann wird erscheinen der Fünfte der Sieben Gezeichneten, und sein Zeichen wird sein die Stirn und das Wissen um SEINEN Frevel.
Siehe dazu auch NT 4.5, auch hier ist die Deutung unklar.
Ja, das ist sie.

6. Spruch
Wenn die Meister der Sechs ihre Tore öffnen, werden die Sphären in Aufruhr sein und ihre Herren in Zorn geraten, und ihre Diener werden durch die Lande streifen, um Ausschau zu halten nach IHM und sich bereit zu machen für IHN.
Auch hier ist die Deutung unklar; könnten die "Meister der Sechs" die Elementarherren sein? Aber wer wären dann "ihre Herren"? Oder ist das ein Überlieferungsfehler und eigentlich ist "ihre Herrin"? Dann wäre es natürlich HESinde. "Ihre Diener" könnten natürlich die Dschinns sein. Doch welche Tore sollten die Elementarherren öffnen?
An einen Überlieferungsfehler mag ich nicht glauben... Aber bei diesem Vers an Elemente zu denken liegt schon recht nahe.
Es gibt die Zitadellen der Elemente, ihre Tore könnte man öffnen… 


Wenn der Ruf des Falschen Goldes lockt und der Reif der Niederhöllen das Land erdrückt, wird die Kalte Kuppel bersten unter der Last und kalter Hass wird geschürt, kaltes Grausen gespürt und kalte Rache geübt werden, wenn die Schar der Geflügelten verheert das Heer des Gezeichneten.
Der "Reif der Niederhöllen" weist auf Belshirash hin. Der "Ruf des Falschen Goldes" könnte ein Hinweis auf Söldner sein, die sich dem falschen Herren verdingen. Die "Kalte Kuppel" könnte der Kristallpalast von Bjaldorn, dem höchsten Tempel des Firun, gemeint sein. Der Tempel besteht aus sieben kreisrunden Kammern, die filigranen Fenster bestehen aus hauchdünnem Eis und liegt inmitten eines Rings aus mächtigen Firunsfichten. Das prächtigste an dem Gebäude ist jedoch die gleißende Kristallkuppel. – Doch das kann nicht sein! Der eisige Jäger würde es niemals zulassen, dass sein Heiligtum birst! Die Geflügelten sind eine der legendärsten und stärksten Kavallerieeinheiten Aventuriens. Sie besteht ausschließlich aus bornländischen Adligen aus Sewerien. Die Reiter tragen als Kriegsschmuck ein Flügelpaar, das am Rücken befestigt wird. Es gibt drei Schwadronen: Die Adlerflügel, die Drachenschwingen und der Schwanenschwarm. Angeblich besitzt das Paar des jeweiligen Flügelherrn magische Kräfte, die es erst im Zusammenspiel mit den anderen beiden Flügelpaaren ganz entfaltet. Greifen die Bornländer eine Armee an, die einer der sieben Gezeichneten aufstellt?
Das ist mehr als mir dazu eingefallen wäre, aber ich kann auch nicht glauben, dass FIRun zulassen würde, dass dem Kristallpalast etwas passiert.
...der geflügelte Retter? (OF 5.2.) Allerdings könnte auch hier eine Festung gemeint sein, allerdings eher eine „jenseitige Zitadelle“, das würde allerdings bedeuten, dass der Gezeichnete (der mit den kalten Fingern?) gegen Dämonen vorgeht!


Wenn der Hüter des Verbotenen Wissens den Hüter des Verbotenen Ortes stürzt, wird der gerupfte Balg des Wächters der Zweiten künden von der Dritten, und das Lied des Friedens wird unerreicht erklingen in unerhörten Höhen.
Auch hier ist die Deutung unklar. Ich meine mich undeutlich zu erinnern, dass ich einmal gehört habe, dass es bei den Elfen ein "Lied des Friedens" gibt; vielleicht könnte man da noch einmal ansetzen...
Aber wer oder was ist der "Hüter des Verbotenen Wissens"? Ist das ein Hinweis auf Amazeroth? Und was ist der "Verbotene Ort"? Davon gibt es erschreckend viele auf Dere. Was ist der "Wächter der Zweiten"? Bezieht sich das auf die Zweite Sphäre? Welches Wesen, das dafür in Betracht kommt, hat Federn? Und warum "künden von der Dritten"? Das ist unsere Sphäre; oder wird etwas hier
verkündet?

Ich denke, relativ wenige "verboten Orte" - von denen es auch gar nicht so viele gibt, wie Herr von Honingen hier andeutet - werden von geflügelten Wächtern bewacht. Und Elfen treffen wir ja in absehbarer Zeit; dann können wir noch einmal nachfragen.

Wenn der Geifer der Siebten in den Nabel der Dritten tropft, wird der Anbeginn der Schöpfung das Ende der Welt schauen, und der nimmermüde Blick des Schöpfers wird erschöpft in den Kerker fallen und mit sich reißen all das, was seine Kinder Ordnung heißen.
Siehe dazu auch NT 5.1; LOS "Blick" soll angeblich zu jedem Zeitalterwechsel auf den Raschtul Kandscharot fallen, wo der Lichtvogel vergeht und aus dem Allei neu ersteht und dann von der Neuordnung des neuen Zeitalters wahrsagen soll. Doch was "Geifer der Siebten in den Nabel der Dritten tropft" heißen soll, ist nicht klar. Bedrohen dämonische Präsenzen einen besonderen Ort? Was könnte der "Nabel der Dritten" sein? Und warum sollte LOS’ Blick die Ordnung zerstören? Was ist mit dem "Kerker" gemeint?
Wie ich schon schrieb, wir sollten uns über den Raschtul Kandscharot schlau machen. Wo ist der Berg genau? Wer lebt dort? Das könnte uns weiterhelfen.
Und wieder frage ich: Welcher Kerker? Wessen Kerker?


Dann wird erscheinen der Sechste der Sieben Gezeichneten, und sein Zeichen wird sein die Lanze und das Wissen um SEINEN Plan.
Siehe dazu auch NT 4.6, auch hier ist die Deutung unklar.
Ja, das ist sie wohl.