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Schreibgeräte

Als Schreibgeräte werden verschiedene Werkzeuge bezeichnet, mit deren Hilfe man das Geschriebene mit Tinte und Farbe auf Beschreibstoffen sichtbar machen kann. Dabei sind verschiedene Schreibgeräte für verschiedene Beschreibstoffe geeignet. Zu den Schreibgeräten zählt aber auch das übrige Werkzeug, das zum Schreiben notwendig ist.
Zu den in der Vergangenheit häufig verwendeten Schreibgeräten zählen Griffel, Schreibrohr und Feder; zu den übrigen Werkzeugen zählen Tintenfass, Kreide, Bimsstein, Federmesser, Lineal und Zirkel.
In der Neuzeit kommen Metallfedern mit Halter, Füllfederhalter, Kugelschreiber und Faserschreiber hinzu.

Griffel

Der Griffel aus Holz, Bein, Bronze oder Silber mit einem abgeflachten Ende (graphium oder stilus) diente zum Beschreiben von Wachstafeln.
Aber er wurde auch bei der Verwendung von Pergament für die Blindlinierung oder zum Einritzen von Notizen und Glossen benutzt; im Hoch- und Spätmittelalter wurde er vom Silberstift verdrängt.

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Schreibrohr

Auf Papyrus und Pergament wurde in der Antike die Tinte mit dem Schreibrohr (calamus) aufgetragen, das mit einem Federmesser in die richtige Form geschnitten werden musste.

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Feder

Im 4. Jahrhundert setzte sich zum Schreiben auf Pergament die Feder (penna) durch. In der Regel wurden dafür Gänsefedern genutzt. Die Schreibfeder wurde mit scharfen Federmessern je nach Schriftart und Tinte verschieden zugespitzt (temperiert).

Wie diese Federn, die es hier bei Melbar zu kaufen gibt.

Anleitung dazu finden sich noch in einigen alten Schreibmeisterbücher. Die Art des Schnittes hat, je nachdem ob er breit oder schmal, gerade oder schräg geschnitten ist, Auswirkungen auf das Schriftbild. Die Spitze wurde oft in Federproben (probatio pennae) vor dem Schreiben des eigentlichen Textes vom Skriptor geprüft; auf freien Stellen wurden meist einzelne Worte oder Anrufungen Gottes und der Heiligen geschrieben.
Die Federn wurden vom Skriptor oft zusammen mit Messer und Tintenfass griffbereit am Gürtel getragen.

Pinsel

Mit einem Pinsel kann Tinte oder Farbe auf einen Beschreibstoff aufgetragen werden.
Pinsel bestehen aus drei Teilen: dem Haar, dem Griff und der sogenannten Zwinge, die Griff und Haar verbindet. Das Haar wird aus geeigneten Tierhaaren, beispielsweise aus Rindsohrenhaaren, Dachshaar oder dem besonderes hochwertigen Marderhaar gefertigt.
Es gibt verschiedene Formen, in denen die Haare des Pinsels gefertigt werden können: Runde Pinsel können mehr Farbe halten und eignen sich daher gut für große Flächen, flache Pinsel verteilen die Farbe gut und fächerförmige Pinsel können Farbe sehr gut mischen.

Silberstift

Der Silberstift (stilus plumbeus) besteht aus einer Legierungen aus Blei und Silber, die in Stiftform gepresst wurden. Bereits Ende des Mittelalters schrieb man mit dem aufgrund ihrer Härte das Schreiben recht mühselig machenden Stift. Das Papier musste vorher präpariert werden, damit auf der Stift auf der rauen Pergament- oder Papieroberfläche abrieb und dort durch Oxidation verschwärzte, zudem war der lange Kontakt mit Blei für den Schreiber sehr ungesund.
Aber er wurde nicht nur zum Schreiben oder Vorzeichnen schon in frühmittelalterlichen Handschriften verwendet, sondern im Hoch- und Spätmittelalter auch für die Blindlinierung oder zum Einritzen von Notizen und Glossen von Pergament. Ab dem 15. Jahrhundert wurde der Silberstift bei Zeichnungen besonders gerne angewendet - Prominente Beispiele dafür sind Jan van Eyck oder Albrecht Dürer. Der heutige Bleistift besitzt eine Mine aus Graphit.

Albrecht Dürer: Selbstbildnis als Knabe, gezeichnet mit einem Silberstift (1484)

Tintenfass oder -horn

Die Tintenfässer (atramentaria) wurden üblicherweise aus Stein oder Holz hergestellt. Der Skriptor hatte in der Regel zwei Tintenfässer zur Verfügung, eines für schwarze und eines für rote Tinte, die in Löcher am Schreibpult eingesteckt werden konnten.
Zusammen mit Federn, Federmesser wurde das Tintenfass vom Skriptor oft auch griffbereit am Gürtel getragen.

Wie dieses Tintenfass, das es hier bei Skriptorium zu kaufen gibt.

Gerne verwendete man für das Aufbewahren der Tinte aber auch Kuhhörner (cornua).

Wie dieses Tintenhorn, das es hier im Papiermuseum zu sehen gibt.

Kreide und Bimsstein

Zu den weiteren Werkzeugen des Skriptors gehörten zum Glätten oder Aufrauen des Pergaments Kreide (creta) und Bimssteine (pumex).

    

Kreide                                 Bimsstein

Federmesser

Zum Ausradieren von falschen oder nicht mehr benötigten Texten wurde oft zusätzlich ein Federmesser benutzt. Außerdem wurden - wie der Name schon sagt - die Federn zum Schreiben damit temperiert. Die Art des Schnittes hat, je nachdem ob er breit oder schmal, gerade oder schräg geschnitten ist, Auswirkungen auf das Schriftbild.

Wie dieses Federmesser mit Feder von Schiller, das im DLA Marbach zu ausgestellt ist.

Ahle und Zirkel

Eine Ahle (subula) und ein Zirkel (circinus) zum Einstechen der Markierungen für das Liniieren gehörten ebenfalls zur Ausrüstung des Skriptors.

    

heutige Ahle                                              alter Zirkel