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Kodikologie

Die Kodikologie ist die Handschriftenkunde und erforscht die Entstehung, die Herkunft, den Inhalt und die Geschichte der (mittelalterlichen) Handschriften, um die Individualitäten der einzelnen Codices zu erfassen und generelle Gesichtspunkte zur Buchgeschichte zu gewinnen.

Dafür werden verschiedene Besonderheiten der Handschriften untersucht: der Einband, der Beschreibstoff mit Blatt- und Lagenfolge sowie Format, die Schrift mit Ermittlung der beteiligten Schreiberhände, bevorzugte Kürzungen oder besondere Formen, Interpunktion, spätere Einträge und Korrekturen und Besitzvermerke. Auch die Gestaltung des Schriftspiegels, der meist durch die Linierung vorbereitet ist, wird untersucht. Ebenso ist der Buchschmuck mit Initialen, Rubizierungen, Miniaturen, Tabellen, Diagrammen und Ornamenten Untersuchungsgegenstand. Auch die verwendeten Tinten und Farben werden untersucht. Aufgrund der Ergebnisse, vor allem der der Paläographie (Geschichte der Schrift) lässt sich oft die Schriftheimat einer Handschrift ermitteln. So erfahren wir etwas über die Produktion verschiedener Skriptorien (Schreibschulen).

Daran schließen sich Untersuchungen der Provenienz, also des Wegs der Handschrift von ihrer (mittelalterlichen) Bibliotheksheimat zu der aufbewahrenden Bibliothek, an; meist hat eine mittelalterliche Handschrift einen weiten und ereignisreichen Weg hinter sich.
Die möglichst genaue Bestimmung des Inhalts ist bei mittelalterlichen Handschriften vor allem für den Nachweis von Parallelüberlieferung, also die parallele Überlieferung ein und des selben Textes in verschiedenen Büchern, die sich dann auch inhaltlich, mundartlich oder vom Umfang her unterscheiden kann, wichtig.

Skriptorium Wo wurde geschrieben?
Buchformen Wie sahen die Bücher aus?
Beschreibstoffe, Schreibgeräte, Farben und Tinten Womit wurde worauf geschrieben?
Formate, Lagen, Codex Arten Über das "Fleisch" der Bücher
Einband Über die "Kleider" der Bücher
Schriftarten Was für verschiedene Schriften gibt es?

Wen alte Handschriften interessieren, hat im Netz die Gelegenheit, sich eine ganze Reihe von digitalen Faksimiles anzuschauen. Hier ist eine Liste mit einigen wirklich sehenswerten Codizes.

Ruprecht-Karls-Bibliothek Heidelberg Alle digitalen Faksimiles der Uni Heidelberg auf einen Blick

Sammlung von Handschriften

Eine Seite, von der aus man zu einigen der digitalen Faksimiles der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt, der Universitätsbibliothek Heidelberg, des Staatsarchiv Marburg, der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz und der Hessischen Landesbibliothek Fulda gelangt.
CEEC Das Projekt CEEC (Codices Electronici Ecclesiae Coloniensis) digitalisiert die mittelalterlichen Kodizes der Erzbischöflichen Diözesan- und Dombibliothek Köln (DDB).
Aberdeen Bestiary Ein schönes Bestiarium mit guter Einführung (auf englisch)
Bordesholmer Marienklage Ein mittelniederdeutscher Text der Uni Kiel (Die Seite ist oft nicht zu erreichen.)