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Taran

Lloyd Alexander wurde 1924 in Philadelphia geboren. Schon mit drei Jahren lernte Alexander das Lesen und interessierte sich fortan für Bücher. Nach seinem Highschool-Abschluss nahm er einen Job als Laufbursche einer Bank an und besuchte anschließend für ein Trimester das örtliche College. 1942 trat Alexander in die US Army, genauer gesagt den militärischen Geheimdienst ein und wurde nach Wales versetzt. Dort sammelte er zahlreiche Eindrücke, die ihm in späteren Jahren als Autor zu Gute kamen. Anfang 1945 kam Alexander zu einer Gegenspionage-Einheit nach Paris. Während des Zweiten Weltkriegs kam er auch nach Deutschland.
Nach seinem Militärdienst besuchte Alexander die Universität von Paris, an der er Janine Denni kennerlernte. Sie heirateten am 8. Januar 1946 und zogen bald darauf mit ihrer Tochter Madeleine nach Drexel Hill, Pennsylvania.
In den darauf folgenden Jahren verdiente Alexander sein Geld mit Lektorats- und Layout-Arbeiten und dem Übersetzen, nachdem seine ersten Romane abgelehnt worden waren. Erst 1955 wurde „And Let The Credits Go“ veröffentlicht. Sein erster Jugendroman „Time Cat“ folgte im Jahre 1963. Bei den Recherchen zu diesem Buch stieß er auf die walisische Sagenwelt, zu der er noch aus seiner Militärzeit eine Affinität besaß. Alexander beschloss, auf der Basis dieser Erzählungen die Chroniken von Prydain zu schreiben, die ihn schließlich weltberühmt machte.
Deren fünfter Band wurde mit der Newbery Medal, dem angesehensten US-amerikanischen Kinderbuch-Preis, geehrt.

Die "Chroniken von Prydain" sind stark vom Mabinogion und anderen walisischen Sagen beeinflusst. Alexanders Geschichten um den Waisenjungen Taran sind vor allem für Kinder geschrieben. Aber wie jedes gute Kinderbuch geht der Autor in seinen Büchern jedoch über eine bloße Geschichte hinaus und vermittelt eine Erkenntnis über das Leben.

Disney hat die Geschichte des ersten und Teile des zweiten Bandes 1985 als Trickfilm "Taran und der Zauberkessel" verfilmt. Sie haben zwar keine eigene Website dazu, aber in der IMDb steht ein bisschen etwas dazu. Ich mochte den Film damals sehr.

Die "Chroniken von Prydain" sind leider, leider abgeschlossen.

Taran und das Zauberschwein (1969)

Das Buch der Drei

Die Originalausgabe erschien 1964 unter dem Titel "The Book of Three".

Der Waisenjunge Taran lebt im Lande Prydain als Hilfsschweinehirt beim Schmied Coll und dem Magier Dallben, der das mächtige "Buch der Drei" hütet. Taran träumt von großen Heldentaten und Abenteuern mit ihm als Heden und fühlt sich von der Wirklichkeit als Hilfsschweinehirt schrecklich unterfordert. Das ändert sich allerdings schlagartig, als die weiße Sau Hen Wen, die wie Taran überraschend erfährt ein Zauberschwein ist, das die Zukunft kennt, voller Panik ausbricht.
Auf der Suche nach ihr, gerät der Waisenjunge in all jene Abenteuer, die er immer erleben wollte. So stößt Taran auf den schrecklichen, gehörnten König und seine Schergen, wird aber von einem unscheinbaren Waldläufer vor dem Tod bewahrt. Dieser Waldläufer stellt sich niemand anderes als Fürst Gwydion, der berühmte Feldherr des Hochkönigs heraus - und der gehörte König als Arawn, der schreckliche König der Anderswelt Anuvis.
Ein kleines, halbmenschliches Waldwesen namens Gurgi weist Gwydion und Taran den Weg zum Heerlager von Arawn: Hier sammelt sich eine riesige Armee, um Prydain zu überfallen. Sogar die schrecklichen, unbesiegbaren, untoten Kesselkrieger sind dort.
Von ihnen werden Taran und Gwdion dann auch entdeckt und überwältigt. Man bringt sie nach Spiral Castle, dem Schloss der Zauberin Achren und beide werden in den Kerker geworfen.
Hier lernt Taran die geschwätzige und aufgeweckte Eilonwy, eine Nichte der bösen Zauberin, kennen. Sie befreit Taran aus dem Gefängnis und die beiden fliehen zusammen, dabei nimmt Eilonwy aus der Königsgruft ein magisches Schwert mit. Was führt dazu, dass das Schloss hinter den beiden zusammenbricht. Anstelle Gwydions hat sie jedoch den Barden Flewdur Fflam befreit und Gwydion scheint unter dem zusammengestürzten Schloss verloren.
Zusammen mit dem wieder aufgetauchten Gurgi machen sie sich zum Hochkönig auf, um ihn vor der drohenden Invasion zu warnen. Auf dem Weg verletzt sich Gurgi schwer und sie werden von Kesselkriegern verfolgt. Gwydions Ross Melyngar führt sie in das Tal der Tiere, wo der Einsiedler Medwyn lebt. Auch er kann nicht sagen, was aus Henn Wen geworden ist.
Weiter auf ihrem Weg nach Caer Dathyl geraten sie in einen Schwarzen See, der sie verschluckt und so gelangen sie in nach Tylwyth Teg, das Reich der Zwerge von König Eiddileg. Hier finden sie Hen Wen wieder und gelangen mit ihrem Führer Doli Geleit wieder auf den Weg. Doch der ist schon von der Streitmacht Arawns verstellt und die Freunde geraten in ein Scharmützel. Kann Taran sie alle retten? Und welche Rolle spielt dabei das magische Schwert Dyrnwyn?

Taran und der Zauberkessel (1970)

Der schwarze Kessel

Die Originalausgabe erschien 1965 unter dem Titel "The Black Cauldron".

Taran lebt weiterhin als Hilfsschweinehirt bei Coll und Dallben und träumt immer noch von Abenteuern. Und so ist er sehr glücklich, dass Fürst Gwydion eine Ratsversammlung auf dem Gehöft von Dallben einberufen hat. Der Feldherr von Hochkönig Math will mit den anderen Fürsten eine gefährliche Attacke ins Reich Annuvin des Todesfürsten Arawn planen, denn solange Arawn mit Hilfe des magischen schwarzen Kessels weiterhin untote Krieger erzeugen könne, werde Prydain nicht sicher sein vor seinem Angriff.
Auf dem Feldzug gerät Taran ständig mit dem hochmütigen Prinzen Ellidyr aneinander, der es auf den "Schweinejungen" abgesehen hat. Und auch um den Feldzug ist es nicht gut bestellt, denn als Doli, der Zwerg, der sich unsichtbar machen kann, vom Dunklen Tor, dem Eingang zu Annuvis, zurückkehrt, erzählt er, dass der schwarze Kessel gar nicht dort sei, wo man ihn erwartet habe. Er ist verschwunden!
Doch ein weiterer Zwerg namens Gwystyl beziehungsweise dessen Rabe Kaw wissen, wo der Kessel jetzt ist: in den Marschen von Morva. Und wer wohnt dort? Drei alte Weiber namens Orddur, Orgoch und Orwen, die über Zauberkräfte verfügen.
Zwar entdecken die Gefährten den schwarzen Kessel tatsächlich auf dem Grund und Boden der Hexen, doch das nützt ihnen gar nichts. Sie bekommen ihn nur gegen einen hohen Kaufpreis: Taran muss die Spange des Wissens hergeben, die ihm der Barde Adaon in Verwahrung gegeben hatte.
Doch das ist noch gar nichts gegen den Preis, den der schwarze Kessel für seine Zerstörung fordert: Ein lebendiger Mensch muss freiwillig in den Kessel springen, dieser werde daraufhin zerbersten. Tatsächlich: Hämmer und Stangen richten gegen das magische Monstrum nichts aus, und so müssen ihn die Gefährten durch die Lande zu Fürst Gwydion schleppen, denn der werde schon Rat wissen. Allerdings haben sie die Rechnung ohne den Ehrgeiz des Prinzen Ellidyr gemacht...

Taran und die Zauberkatze (1972)

Die Prinzessin von Llyr

Die Originalausgabe erschien 1966 unter dem Titel "The Castle of Llyr".

Prinzessin Eilonwy, Tochter von Angharad aus dem Hause Llyr, einer Sippe von Zauberinnen soll gegen ihren Willen das heimelige Caer Dallben verlassen, denn sie kann nicht ewig eine schwertschwingende Küchenmagd bleiben, sondern muss lernen eine Prinzessin zu sein, beschließt Dallben. Taran und Gurgi eskortieren Eilonwy an die Küste. Dort empfängt sie ein Schiff, das von dem völlig von sich selbst eingenommenen und äußerst tollpatschigen Prinzen Rhun kommandiert wird und sie zur Insel Mona bringt.
Auf Schloss Dinas Rhydnant treffen sie auch Flewdur Fflam wieder. Und der Schumacher stellt sich zu Tarans höchstem Erstaunen als verkleideter Gwydion heraus. Er warnt Taran, dass das Leben der Prinzessin in Gefahr sei und das von wohl auch. Der Haushofmeister Magg stehe in Diensten der vertriebenen Zauberin Achren und habe sicher üble Pläne.
Tatsächlich beobachten Taran und Gwydion den Haushofmeister beim Geben von Signalen und am nächsten Morgen sind Magg und Eilonwy wie vom Erdboden verschluckt. Die Verfolgungsjagd der Gefährten, die in Begleitung Prinz Rhuns aufbrechen, ist zunächst erfolglos.
Nachdem sie der Riesenkatze Llyan und dem Höhlenriesen Glew entkommen sind, setzen sie zum verfallenen Stammsitz des Hauses Llyn über. Dort wartet schon die Zauberin Achren auf sie, die Eilonwy in ihrer Gewalt hat. Gelingt es Achren, die Zaubermacht der Llyns in die Hand zu bekommen, würde das den Untergang Prydains bedeuten.

Taran und der Zauberspiegel (1972)

Der Spiegel von Llunet

Die Originalausgabe erschien 1967 unter dem Titel "Taran Wanderer".

Taran will herausfinden, wer seine Eltern waren, denn als familienloser Niemand traut er sich nicht Eilonwy seine Liebe zu gestehen. Auf der Wanderung begleitet ihn nur der treue Gurgi. Zuerst zieht Taran zu den drei Hexen aus den Marschen von Morva. Orddu rät ihm, sich selbst im "Spiegel von Llunet" zu erkennen, der irgendwo im östlichen Gebirge zu finden ist.
Auf dem Weg erleben die Gefährten viele Abenteuer. Sie lernen neue Bewohner des Landes kennen: den Bauern Aeddan, Fürst Goryon den Kühnen, Fürst Gast den Großmütigen. Auch trifft Taran seine alten Freunde Fflewdur Fflam, den Barden mit der wahrheitsliebenden Harfe und der Riesenkatze Llyan und König Smoit wieder. Dabei kann Taran seine Weisheit und seine List beweisen.
Wieder auf dem Weg wird Taran von einem Banditen namens Dorath überfallen, gedemütigt und seines guten Schwertes beraubt.
Doch danach kann sich Taran mit List gegen den Zauberer Morda beweisen und seine alten Gefährten Doli und auch Fflewdur und Gurgi retten.
Schließlich stoßen Taran und Gurgi den verkrüppelten Schafhirten Craddoc, der behauptet Tarans Vater zu sein. Obwohl Taran den Gedanken schrecklich findet, muss er ihm glauben und bleibt bei dem Alten, um ihm zu helfen. Als Craddoc schwer stürzt, ertappt sich Taran bei dem Wunsch, der Alte, der ihn hier festhält, möge sterben. Taran will wieder frei sein und weiter wandern können. Doch er überwindet diese finsteren Gedanken und ruft Hilfe herbei. Wieder bei Kräften gesteht Craddoc, dass er gelogen hat.
Taran gelangt in das Land der "Freien Commots". Hier sind die Menschen selbstbestimmt und stehen zueinander. Taran lernt hier, ein Schwert zu schmieden, einen Mantel zu weben, eine Schale zu töpfern und das Glück zu erkennen Doch dann scheint alles aus, als sich ihm der Bandit Dorath abermals in den Weg stellt. Nun muss Taran beweisen, aus welchem Holz er geschnitzt ist.

Taran und das Zauberschwert (1974)

Der Fürst des Todes

Die Originalausgabe erschien 1968 unter dem Titel "The High King".

Fürst Gwydion ist überfallen und das Schwert Dyrnwyn geraubt worden. Jetzt ist es in die Hände Arawns gelangt. Und so ist die Existenz Prydains selbst gefährdet, denn nur Dyrnwyns Schwert hat die Macht, die unverletzbaren Kesselkrieger Arawns vom Scheinleben zum endgültigen Tode zu befördern.
Als erstes suchen sie dafür Gefährten und wenden sich an König Smoit, doch diesmal ist dessen Burg eine Falle: Der ehemalige Haushofmeister Magg, ein Diener Arawns, hat die Burg mit einer List eingenommen. Nun nimmt er auch noch Freunde gefangen. Nur eine List kann sie befreien ...
Schnell ziehen sie danach zum prächtigen Schloss des Hochkönigs Math, Caer Dathyl. Die erste Schlacht gegen Arawns Kesselkrieger und ihre Generäle verläuft nicht schlecht, zumal es Taran gelungen ist, aus den Dörfern der Freien Commots Kämpfer auszuheben.
Doch als Pryderi, der König des Westens, die Unterwerfung des Hochkönigs fordert, anstatt sich den Verteidigern anzuschließen, ahnen die Gefährten schon, dass sie ganz schlechte Karten haben. Die zweite Schlacht verläuft dann auch ausgesprochen schlecht...
Die einzige Chance scheint ein Angriff auf Arawn selbst zu sein. Und so führen Gwydion und Taran eine Armee in die Krieg.
Nach einem gefahrenreichen Marsch durch einen harten Winter, bei dem er sogar Eilonwy und Gurgi verliert, allerdings dann die Hilfe der Zwerge, geführt von seinem alten Gefährten Doli, erhält, erreichen Taran und seine Schar den Drachenberg¸ die Feste ihres Gegners. Hier muss Taran sich seinen Erzfeinden stellen¸ der Hexe Achren und dem Todesfürsten Arawn¸ und die härteste Entscheidung seines Lebens treffen. Hier erfüllt sich sein Schicksal¸ und das Geheimnis seiner Herkunft wird endlich offenbar...

Der Findling (?)

Die Originalausgabe erschien 1973 unter dem Titel "The Foundling and other Tales of Prydain".

Diese Anthologie umfasst acht Geschichten aus der Welt Prydain. Sie spielen alle vor den Geschehnissen um Taran.
In "Der Findling" erfahren wir, wie der Findling Dallben in den Marschen von Morva, bei den drei Hexen Orgoch, Orwen und Orddu aufwächst.
In "Der Stein" beklagt der Bauer Mabion sich über das Älterwerden, bis er eines Tages von Doli einen magischen Stein für seine Hilfe erhält. Der Stein soll Mabion ewige Jugend verleihen. Das funktioniert auch, aber Mabion erkennt schließlich das wahre Geheimnis des Lebens...
In "Der wahre Zauberer" hat das königliche Haus Llyr unter Königin Regat. Sie muss ihre Tochter Angharad, Eilonwys Mutter, verheiraten, doch die Tradition verlangt, dass der Künftige ebenfalls über Magie herrscht. Prinzessin Angharad ist ziemlich skeptisch. Doch der junge Geraint, vermag ihr Herz zu gewinnen. Unglücklicherweise ist er aber kein Zauberer, sondern ein Poet. Doch Prinzessin Angharad ist verliebt und flieht mit ihm.
In "Die übermütige Krähe" warnt der Hüter des Waldes, Medwyn, alle Tiere, dass der Todesfürst Arawn seine Jäger ausgesandt habe, um Tiere zu fangen und in seinen Dienst zu zwingen. So hat er es schon die einst sanften Gwythaint-Vögeln zu furchterregenden Spähern gemacht. Alle Tiere schwören dem Hüter Treue, alle bis auf die Krähe Kadwyr. Sie denkt, dass sie es auch alleine schaffen kann. Doch jeder braucht mal Hilfe und Freunde...
In der Erzählung "Das Schwert" muss König Rhitta erkennen, dass das Tabu über dem Schwert Dyrnwyn besagt, dass nur ein Mann von königlichem Geblüt es führen darf. Doch was ist ein wahrer König? Ist königliches Geblüt eine Frage der Abstammung oder vielleicht doch etwas anderes?
In "Der Schmied, der Weber und der Harfner" werden eben diese drei von dem dunklen Fürsten Arawn in Versuchung geführt. Doch alles, was er anbietet, ist eitel Blendwerk und schadet mehr als es nützt; zum Glück verfallen ihm nicht alle.
In der Geschichte "Die wahrhaftige Harfe" erfahren wir endlich, wie es dazu kam, dass der Oberbarde Taliesin Fflewdur Fflam die wahrhaftige Harfe überließ und wie der gute Fflam daraus lernte.
Die letzte Geschichte "Coll und sein weißes Schwein" erzählt, wie Coll die von Fürst Arawn geraubte Hen Wen rettet. Auf seiner Reise erwirbt er die Gabe, die Sprache der Tiere zu verstehen. Und so kann er sich von einer freundlichen Eule, einem starken Hirsch und einem Maulwurf auf seiner Queste helfen lassen. Als Coll mit Hen Wen wieder nach Hause kommt, wartet dort ein neuer Mitbewohner auf ihn: Dallben.

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