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Meister Li

Barry Hughart wurde am 13. März 1934 in Peoria, Illinois geboren. Sein Vater war John Harding Page, Offizier in der Marine, seine Mutter Veronica war Architektin - ihr Mädchenname lautete Hughart. Barry wuchs auf einer Farm in Arizona auf und machte 1956 seinen Abschluss an der Columbia University.
Während seiner Militärzeit bei der United States Air Force war er von 1963 bis 1965 in Fernost stationiert. Da es ihm aber verboten war, Hongkong oder dem chinesischen Festland einen Besuch abzustatten, informierte er sich aus Büchern über die chinesische Geschichte, die Religionen, das Land und die Leute.
Wieder im Zivilleben arbeitete er unter anderem als Gärtner und im New Yorker Lenox Hill Book Shop. 1970 begann er zu schreiben. Er verfasste Dialoge für Filme; doch seine Liebe für die chinesische Kultur brachte ihn dazu den ersten Meister Li Roman zu schreiben, der 1984 publiziert wurde.
Ein Jahr später erhielt er für dieses Buch den begehrten "World Fantasy Award", den er sich mit Robert Holdstock (Mythago Wood) teilte. 1986 wurde Hugharts erstes Buch in der Sparte "Best Fantasy" mit dem "Mythopoeic Award" bedacht.
Heute lebt der Autor in Tuscon, Arizona.

Die Geschichten von Meister Li und Nummer Zehn der Ochse spielen in der abenteuerlichen Welt eines mystischen Chinas im Jahr 3337, dem Jahr des Tigers oder anders ausgedrückt: im Jahre 639 unserer Zeitrechnung. All die 1000 Götter, die unterschiedlichsten Geister, die zehn schrecklichen Höllen, die furchtbaren Dämonen und alle anderen Übernatürlichkeiten der chinesischen Mythologie tollen hier herum und machen den Protagonisten das Leben schwer - oder schön...

Die Geschichten um Meister Li scheinen leider, leider abgeschlossen.

Die Brücke der Vögel (1984)

Die Originalausgabe erschienen 1984 unter dem Titel "Bridge of Birds".

Das kleine chinesische Dorf Ku-Fu wird von einer furchtbaren Seuche heimgesucht. Die Seidenraupen sterben in ihren Kokons und kurze Zeit später fallen alle Kinder des Dorfs in eine totenähnliche Starre. Nummer Zehn der Ochse muss sich mit wenig Geld auf den Weg nach Peking machen, um Rat und Hilfe zu finden.
In Peking trifft er auf Meister Li, der nicht so ganz dem klassischen Bild eines alten Weisen entspricht. Meister Li sichert ihm seine Hilfe zu und findet schon bald die Lösung des Rätsels: Die Kinder Ku-Fus sind vergiftet worden, und nur eine sagenumwobene Ginsengwurzel kann sie wieder ins Leben zurückholen.
Eine abenteuerliche und haarsträubende Jagd quer durch China nimmt ihren Anfang, in deren Verlauf Meister Li und sein junger Begleiter von einer lebensgefährlichen Situation in die nächste geraten und schon bald stellt sich heraus, dass hinter dem zunächst banal anmutenden Vorfall ein göttliches Geheimnis steckt, das die Zukunft ganz Chinas bedroht.

Der Stein des Himmels (1988)

Die Originalausgabe erschienen 1988 unter dem Titel "The Story of the Stone".

Vor über sieben Jahrhunderten herrschte im Tal der Seufzer der verrückte Prinz Liu Sheng, der auch den Beinamen "Der Lachende Prinz" trug. Besessen vom Wunsch nach Unsterblichkeit, fielen seinen grausamen Experimenten tausende Menschen zum Opfer. Vor seinem Tod schwor der lachende Prinz, eines Tages in das Tal zurückzukehren, und er scheint seine Drohung nun wahr zu machen. Und nun geschehen erneut unheimliche Dinge: Ein Bibliothekar wird ermordet und eine alte Handschrift gestohlen, in sternenklaren Nächten tanzen geisterhafte Mönche in den Hügeln und ein alles durchdringender Ton zwingt die Bewohner des Tals in seinen Bann. Auf beunruhigende Weise erinnern die Vorkommnisse an den Lachenden Prinzen. 
Einem derart verzwickten Fall kann Meister Li natürlich kaum widerstehen. Gemeinsam mit seinem Gehilfen Nummer Zehn der Ochse macht er sich auf den Weg, um dem Rätsel auf den Grund zu gehen. Und wieder nimmt eine Kette wahnwitziger Abenteuer ihren Anfang: In Begleitung der schönen Kurtisane "Klagende Morgendämmerung" und des Klangkünstlers Mondkind, die eine enge Seelenverwandtschaft verbindet, durchqueren Meister Li und Nummer Zehn der Ochse unterirdische Labyrinthe, überwinden die berüchtigten "Fünf Not Fälle" und bahnen sich ihren Weg durch die zehn Höllen. Und irgendwie scheint sich alles um einen geheimnisvollen Stein zu drehen, dem unbeschreibliche Kräfte innewohnen.

Die Insel der Mndarine (1991) Die Originalausgabe erschienen 1988 unter dem Titel "Eight Skilled Gentleman".

Gerade in dem Moment als Teufelshand, der oberste Henker Pekings, sich anschickt, den Rekord seines Vorgängers im Kopfabschlagen zu brechen, taucht ein Furcht erregendes Ungeheuer unter den Zuschauern auf und bringt Teufelshand aus dem Takt. Meister Li erkennt in dem grässlichen Wesen sofort einen Ch´ih-mei, einen Leichenfresser und die letzte Mahlzeit der Kreatur ist einer der ranghöchsten Mandarine Chinas gewesen.
Alle Anzeichen deuten auf einen sorgfältig geplanten Mord hin und das kann nur eine Verschwörung in obersten kaiserlichen Regierungskreisen bedeuten - sehr dünne Luft also. Aber Meister Li kann das nicht schrecken; gemeinsam mit seinem Gehilfen Nummer Zehn der Ochse macht er sich daran, das Geheimnis zu lüften. Unerwarteten Beistand erhalten die beiden von dem genialen Puppenspieler Yen Shih und seiner Tochter, der schönen Schamanin Yu Lan.
Bald darauf überschlagen sich die Ereignisse, grausame Dämonen treiben ihr Unwesen, weitere Leichen pflastern den Weg zur Wahrheit und Meister Li und Ochse beginnen zu ahnen, dass hinter dem Komplott eine übermenschliche Macht die Fäden zieht, deren Ziel nichts Geringeres als die Zerstörung ganz Chinas ist.

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