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Inspector Lynley

Susan Elizabeth George wurde am 26. Februar 1949 in Warren, Ohio, geboren. Kurz nach ihrer Geburt zog ihre Familie ins heutige Silicon Valley. Schon als Kind wollte sie immer Schriftstellerin werden. Mit 16 Jahren unternahm sie eine Studienreise nach England, wo ihre Vorliebe für dieses Land entstand. 1971 heiratete sie. Elizabeth George studierte Englisch und Literatur mit einem Abschluss in Psychologie und arbeitete als Highschool-Lehrerin und Professorin für Literatur und englische Sprache. 
Trotz ihres Hanges zur Schriftstellerei hat sie jahrelang nicht geschrieben. Erst als ihr Mann einen Computer nach Hause brachte, setzte sich Elizabeth George an den Schreibtisch. Und so entstand im Sommer 1988 innerhalb von gut drei Wochen der erste Roman. Und "Gott schütze dieses Haus" wurde prompt mit dem Anthony Award, dem Agatha Award sowie als bester Erstlingsroman des Jahres ausgezeichnet. 
Elizabeth George lebt zusammen mit ihrem Langhaardackel Titch in Huntington Beach, Kalifornien. Sie fährt regelmäßig nach England, wo sie in South Kensington eine Wohnung besitzt. Sie ist geschieden und hat keine Kinder.
Elisabeth George hat eine eigene (englische) Website.

Auch wenn es nur zwei Polizisten in dieser Reihe gibt, gibt es insgesamt doch fünf Protagonisten. Zum einen wäre da natürlich Thomas Lynley, achter Graf Asherton . Er ist Inspector bei Scotland Yard im Morddezernat. Immer reich, gebildet, attraktiv, weltmännisch und galant beherrscht er meist die Szenen und Fälle. Nur wenn es um seine Freunde Helen, Simon und Deborah geht, verliert er oft die Übersicht und die Nerven. Ein Gewirr aus Loyalitäten, Freundschaft, Schuld und Liebe macht es aber auch schwierig, wenigstens einmal die Wahrheit zu sagen...
Barbara Havers ist Sergeant bei Scotland Yard im Morddezernat. Eigentlich ist sie das Gegenteil von Lynley: aus armen Verhältnissen, nicht von einer guten Schule gebildet, unattraktiv, ein wenig provinziell und uncharmant. Doch sie ist clever und liebt ihren Beruf. Da Lynley ihre letzte Chance ist, ergreift sie sie und wächst über sich hinaus. Und seitdem hoffe ich, dass sie Karriere macht. Privat sieht es nämlich eher bitter aus, ihr geliebter Bruder ist vor Jahren gestorben, der Vater, schwer Lungen krank, stirbt recht bald und ihre Mutter ist geistig verwirrt und muss in ein Heim.
Simon St. James ist ein anerkannter Kriminologe und unterhält sein eigenes kleines Labor in London. Er wird als Sachverständiger zu vielen Fällen - auch von der Polizei - herangezogen. Er ist ein alter Freund von Lynley und Helen, die aus denselben Kreisen stammen. Bei einem Autounfall, den Lynley verursacht hat, ist er schwer verletzt worden und kann heute nur recht mühsam gehen. Sein Butler Cotter hat ihm über die schwierigste Zeit hinweggeholfen. Er gehörte schon damals quasi zur Familie, da er schon bei Simons Eltern gearbeitet hat. Seine Tochter Deborah ist so im Hause von Simon aufgewachsen. Inzwischen ist sie Simons Frau und Cotter so sein Schwiegerpapa.
Lady Helen Clyde hilft immer mal wieder bei Simon im Labor als seine Assistentin aus und lebt ansonsten in den Tag hinein. Im Gegensatz zu ihren beiden Schwestern hat sie noch nicht wirklich ein Ziel im Leben. Immer perfekt gekleidet und mit den besten Manieren der upper class vertraut entschärft sie jede Situation. Sie erwidert Lynleys Liebe, ist aber von seiner Arbeit und dem Zorn, der sich daher immer wieder in ihm ansammelt, abgeschreckt. Früher einmal, vor dem Unfall wäre beinahe aus ihr und Simon ein Paar geworden.
Und als letzte ist da noch Deborah St. James. Sie ist als Tochter von St. James Diener Cotter in Simons Haus aufgewachsen. Schon damals hat sie immer für diesen geschwärmt. Nach einer komplizierten Beziehung mit Lynley gesteht Simon ihr endlich, dass auch er sie schon lange liebt. Später heiraten die beiden. Etwa zehn Jahre jünger als die anderen gibt sie sich immer der Stimmung, in der sie gerade ist, mit Haut und Haaren hin. Da sie sich leider in gar keiner Weise beherrschen oder mal nachdenken oder über sich reflektieren kann und nur in extremen Emotionszuständen lebt, nervt sie mich immer wieder sehr. Sie hat in der USA Fotografie studiert und arbeitet jetzt als freie Fotografin.

17 der Lynley & Havers Krimis sind mit Nathaniel Parker und Sharon Small in den Hauptrollen in den Jahren 2001 bis 2005, von der BBC, die darüber auch auf ihrer Website berichtet, zu Fernsehfilmen gemacht worden.

Die Reihe ist nicht abgeschlossen; man kann sich also noch auf weitere Krimis mit Lynley & Havers freuen.

1 Gott schütze dieses Haus (1989) Die Originalausgabe erschienen 1988 unter dem Titel "A Great Deliverance".

In einem kleinen Nest im englischen Yorkshire schreckt ein brutaler Mord die Einwohner auf. Der Dorfpfarrer Pater Hart entdeckt William Theys, eines seiner treuesten Schäfchen und ein hoch angesehenes Gemeindemitglied. Er liegt enthauptet in seiner Scheune. Neben ihm kauert seine leicht debile neunzehnjährige Tochter Roberta im besten Sonntagskleid, die sagt: "Ich hab´s getan." und dann verstummt.
Eindeutig ein Fall für Scotland Yard, der ein höchst ungleiches Team zur Aufklärung des Verbrechens schickt: den attraktiven, weltmännischen und galanten Inspektor Thomas Lynley und seine aggressive, mürrische und hässliche Mitarbeiterin Barbara Havers. Ihre erste Zusammenarbeit ist nicht gerade leicht, denn beide sind eigentlich ganz anders als ihr Schein.
In akribischer Kleinarbeit entwirren die beiden ein dunkles Netz, das die Abgründe hinter einer biederen Fassade von Wohlanständigkeit kaschiert und entlarven eine grausige Wahrheit über den Verbleib einer verschwundenen Ehefrau, einer verschwundenen Tochter und den Tod eines Babys...

2 Keiner werfe den ersten Stein (1991) Die Originalausgabe erschienen 1989 unter dem Titel "Payment in Blood".

In den schottischen Highlands herrscht tiefster Winter und das Country-House Westerbrae ist durch den hohen Schnee fast völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Doch eigentlich sind das ja ideale Voraussetzung für eine prominente Londoner Theatergruppe, um ungestört ein neues Stück zu proben. Doch schon am nächsten Morgen ist es mit der Spielerei vorbei: Joy Sinclair, die junge Autorin, wurde erstochen.
Die Ortspolizei weigert sich, die Untersuchungen zu übernehmen, denn er Kreis der Verdächtigen ist wohlhabend und entsprechend zurückhaltend was ihre Privatsphäre betrifft. Also ein Fall für Lynley. Doch das Team kann nicht zu hundertprozentiger Leistung auflaufen: Der Zustand von Heavers Mutter, die an Altersdemenz leidet und nur von Barbara und einer Nachbarin betreut wird, verschlechtert sich. Und Lynley hat daran zu knacken, dass Helen die Mordnacht im Zimmer neben der Ermordeten mit dem Regisseur des Stückes verbracht hat.
Der zurückliegende Tod einer ortsansässigen Frau, als Selbstmord zu den Akten gelegt, erweist sich dann als Anfang eines roten Fadens...

3 Auf Ehre und Gewissen (1990) Die Originalausgabe erschienen 1990 unter dem Titel "Well-Schooled in Murder".

Bredgar Chambers ist ein britisches Elite-Internat, wie es im Buche steht: Tradition, Disziplin, Ehre und Leistung bestimmen das Leben der Schüler, denen eine glanzvolle Karriere nach dem Studium in Oxford oder Cambridge vorherbestimmt scheint.
Als eines Tages die nackte und verstümmelte Leiche des jungen Matthew Whately auf einem Friedhof gefunden wird, beginnt die strahlende Fassade von Moral und Kameradschaft zu bröckeln. Ein unschöner Fall und viel zu viel Arroganz findet Havers; Lynley hingegen trifft einen alten Freund und ehemaligen Schulkameraden wieder, der nun der verantwortlichen Lehrer ist. Dass dieser mit zu der Liste der verdächtigen Personen gehört, macht die Sache nicht einfacher. Und schon bald gibt es weitere Tote...

4 Mein ist die Rache (1992) Die Originalausgabe erschienen 1991 unter dem Titel "A Suitable Vengeance".

Dieser Roman spielt chronologisch vor den vorhergegangenen Büchern.
Was als fröhliches Verlobungswochenende von Lynley mit der Fotografin Deborah im Freundes- und Familienkreis auf Howenstow, dem feudalen Stammsitz der Ashertons, geplant war, entpuppt sich nach und nach als Alptraum. Im nahe gelegenen Dorf wird ein junger Journalist ermordet - und alle Spuren führen nach Howenstow, zum gräflichen Verwalter, zu Lynleys Gästen, ja sogar zu seinem eigenen Bruder.
Auf der Suche nach dem Täter verfangen sich Lynley und St. James mit jedem Schritt mehr in einem schmerzhaften Netz aus Freundschaft, Feindseligkeit, Loyalität, Schuldgefühlen und Moral.

5 Denn bitter ist der Tod (1993) Die Originalausgabe erschienen 1992 unter dem Titel "For the Sake of Elena".

Die Studentin Elena Weavers der Universität Cambridge wird tot aufgefunden. Der Mord an der jungen Frau erschüttert die Akademikerwelt; war die Ermordete doch nicht nur Studentin, sondern auch die Tochter eines angesehenen Professors, der im Begriff ist eine wichtige akademische Auszeichnung zu bekommen.
Zusammen mit Havers dringt Inspector Lynley immer tiefer in die arrogante, akademische Männerwelt ein. War es für die Tat wichtig, dass Elena taub war? Oder dass sie schwanger war? Die Lösung findet sich in einem tödlichen Gespinst aus verdrehter Liebe, falschem Stolz, uneingestandenen Schuldgefühlen und dem starken Bedürfnis nach Rache.
Hilfreich fand ich die Skizze der Schauplätze, die die Lage des Tatortes besser visualisiert.

6 Denn keiner ist ohne Schuld (1994) Die Originalausgabe erschienen 1993 unter dem Titel "Missing Joseph".

Eigentlich will Simon St. James mit seiner Frau Deborah im winterlichen Lancashire nur ausspannen und das ist dringend nötig, denn Deborah hatte wieder eine Fehlgeburt. Doch statt Beschaulichkeit erwartet sie in dem kleinen Nest Winslough Erschütterndes: Der Pfarrer des Ortes wurde vergiftet. Nur ein tragischer Unglücksfall? Das ganze Dorf steht unter Schock - zumindest auf den ersten Blick. Lynleys Ermittlungen bringen Licht in die dunkle Vergangenheit der Dorfbewohner...
Ich persönlich finde, dass die Einstellung zu Vergewaltigung und wie man damit umgeht in diesem Buch einen sehr bitteren Nachgeschmack hinterlässt.

7 Asche zu Asche (1995) Die Originalausgabe erschienen 1994 unter dem Titel "Playing for the Ashes".

Eigentlich hat Inspector Lynley an jenem Abend Großes vor; er will Lady Helen einen Heiratsantrag machen, als ein Anruf aus dem Yard seine Pläne scheitern lässt. Im idyllischen Celandine Cottage in Kent hat der Milchmann nämlich statt der attraktiven Mieterin Gabriela Patten eine männliche Leiche vorgefunden. Der Vorfall wird noch rätselhafter, als die Ortspolizei den Toten identifiziert: Es ist niemand anderes als Kenneth Fleming, Englands gefeierter Cricket-Champion, der kurz vor dem wichtigsten Spiel seiner Karriere stand. Bald stellt sich heraus, dass alle Menschen um Kenneth Fleming seit Jahren in einem Netz aus verletzten Gefühlen, enttäuschten Hoffnungen und blinder Eifersucht gefangen sind. Verdächtige mit handfesten Motiven gäb's also genug, wenn nur nicht gleichzeitig alle Verdächtige ein perfektes Alibi vorweisen könnten. Erst als Lynley seinen Job und sogar das Leben eines Jungen riskiert, scheint es, als könnte er das Gewissen eines wichtgen Zeugen knacken.
Die Geschichte wird in zwei unterschiedlichen Erzählsträngen erzählt: die Ermittlungen von Lynley und Havers und die Lebensgeschichte von Olivia.

8 Im Angesicht des Feindes (1996) Die Originalausgabe erschienen 1996 unter dem Titel "In the Presence of the Enemy".

Die zehnjährige Charlotte ist entführt worden und ihre Mutter, die konservative Politikerin Eve Bowen, wittert ein abgekartetes Spiel. Schließlich ist Leo, der Vater ihrer unehelichen Tochter, Überbringer der schlechten Nachricht und Empfänger des Erpresserbriefs, der Chefredakteur einer Boulevardzeitung, die nach Sensationen und Großauflagen giert und alles daransetzt die Regierung zu stürzen.
Und so stimmt sie nur zu, den Kriminologen St. James hinzuzuziehen und nicht die Polizei. St. James fängt mit Deborah und Helen zu ermitteln an. Erst als Charlotte tot aufgefunden wird, erfährt Inspector Lynley von dem Fall und tobt - verständlicherweise - vor Zorn. Die Spur führt zurück in die Vergangenheit von Leo und Eve. Doch ist es wirklich nur Politik, die hinter der ganzen Angelegenheit steckt?
Es gab etwas, das mir an dem Buch überhaupt nicht gefallen hat: Dass St. James nicht die Polizei einschaltet, obwohl er es doch eigentlich besser wissen müsste. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Kriminologen gibt, der so handeln würde.

9 Denn sie betrügt man nicht(1997)
Die Originalausgabe erschienen 1997 unter dem Titel "Deception on his Mind".

Es ist drückend heiß in London. Inspector Lynley ist mit Helen auf Hochzeitsreise und Barbara Havers spielt mit dem Gedanken an Urlaub. Schon bald bricht sie in ein kleines, altmodisches Seebad auf, allerdings mit dem Hintergedanken den mysteriösen Tod des jungen Pakistani Haytham Oerashi aufzuklären, in den ihr sympathischer Nachbar Azhar und seine reizende Tochter Haddiyah verstrickt zu sein scheinen.
Aber bei ihren Nachforschungen stößt Barbara auf eine Mauer aus Schweigen in eine von der Rezession schlimm betroffene Kleinstadt, in der Rassismus, Gewinnsucht, Arroganz und blinder Gehorsam einen gefährlichen Nährboden der Gewalt bereitet haben...
Wirklich gestört hat mich, wie am Ende mit dem Seerecht umgegangen wird, und das daraus Konsequenzen für Havers erwachsen.

10 Undank ist der Väter Lohn (1999) Die Originalausgabe erschienen 1999 unter dem Titel "In Pursuit of the Proper Sinner".

Kriminalinspektor Thomas Lynley hat alle Hände voll zu tun: Am umjubelten Premierenabend seines neuen Musicals »Hamlet« nimmt sich der erfolgreiche Komponist und Produzent David King-Ryder scheinbar grundlos das Leben. Und zwei verstümmelte Leichen werden innerhalb eines prähistorischen Steinkreises in Derbyshire gefunden. Eine davon ist die der Tochter von Lynleys ehemaligem Mentor, Andy Maiden.
Darüber hinaus wurde die Partnerin des Inspektors, Barbara Havers, vom Dienst suspendiert und wegen Körperverletzung und versuchten Mordes angeklagt. Wollte Havers wirklich einem ertrinkenden Kind das Leben retten oder hat sie einen Befehl verweigert? Warum hat sie dann auf den Kriminaloberinspektor geschossen, und wie könnte Lynley das moralisch rechtfertigen? Havers zweifelt an der Loyalität Lynleys und stürzt in eine schwere berufliche und menschliche Krise.
Und der Fall in Derbyshire nimmt entmutigend komplexe Formen an. Doch Havers bringt die Ermittlungen einen entscheidenden Schritt voran: Sie weist nach, dass sich die Opfer kannten. Zusammen mit ihrer Mitbewohnerin Vi führte Nicola Maiden, die sonst die Rolle der eifrigen Jurastudentin einnahm, ein Doppelleben als Callgirl.

11 Nie sollst du vergessen (2001) Die Originalausgabe erschienen 2001 unter dem Titel "A Traitor to Memory".

An einem regnerischen Abend wird eine Frau in London überfahren. Es handelt sich ganz klar um Mord. Lynley und Havers sehen bald, dass Familien grausam sein können, und ihre Geheimnisse lebensgefährlich. Zuerst sind die Zwei ein wenig überrascht, als die Polizei in Hampstead ihre Hilfe bei der Untersuchung des Mordes an Eugenie Davies anfordert - bis sie herausbekommen, dass einer ihrer eigenen Vorgesetzten die Tote einmal gut gekannt hatte.
Die Hintergründe des Mordes an Eugenie Davies scheinen eng mit deren Kinder verstrickt zu sein: Gideon, ein berühmter Geiger, der sich heute wegen seiner plötzlichen Unfähigkeit zu spielen in psychologischer Behandlung befindet, und das behinderte Baby Sonia, die unter mysteriösen Umständen ertrunken war, was damals von der Presse als der berüchtigte "Kindermädchen-Mord" ausgeschlachtet wurde. Besagtes Kindermädchen, Katja Wolff, wurde erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen, ohne jemals von der Nacht, in der Sonia ertrank, gesprochen zu haben.
Dann passiert ein weiterer getürkter Autounfall mit Fahrerflucht. Lynley, Havers und ihr Kollege Winston Nkata haben viele Verdächtige: Wolff, Eugenies letzter Liebhaber, ihr nichtsnutziger Bruder, Gideons langjähriger Mentor, ein Mann mit vielen Namen, der zurzeit des Todes von Sonia bei der Familie in Untermiete wohnte und Richard Davies, der Exmann der Toten.

12 Wer die Wahrheit sucht (2004) Die Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel "A Place of Hiding".

Guy Brouard ist Millionär und Mäzen. Guy Brouard hat viele Frauen und noch mehr Feinde. Nun ist Guy Brouard tot. Ermordet an einem Strand der englischen Kanalinsel Guernsey. Verdächtige und Motive gibt es mehr als genug. Nur die junge Amerikanerin China Rivers hat keines. Doch alle Indizien weisen auf sie. China hatte ihren Bruder aus Kalifornien nach Guernsey begleitet, um Guy Brouard Architekturpläne für ein von ihm gestiftetes Museum zum Gedenken an die deutsche Okkupation im Zweiten Weltkrieg zu übergeben.
Eine andere Verbindung existiert augenscheinlich nicht. Simon St. James reist mit seiner Frau Deborah auf die winterliche Kanalinsel, um die Unschuld von China, einer alten Freundin Deborahs, nachzuweisen. Doch je tiefer sie in die verschworene Inselgemeinschaft eintauchen, desto mehr Personen entdecken sie, die auf irgendeine Weise in den Mord an Guy Brouard verstrickt sind.
Oder liegt die Lösung in der Vergangenheit? Guy Brouard und seine Schwester Ruth hatten als einzige Angehörige einer jüdischen Familie die Besetzung der Insel durch die Nazis überlebt. Seit dem zweiten Weltkrieg residierten sie auf Guernsey, Ruth in stiller Ergebenheit ihrem Bruder gegenüber, Guy in Gesellschaft einer stetig jünger werdenden Abfolge von Frauen. Sein letzter Wille war es, ein Museum zur Erinnerung an den Holocaust zu finanzieren...

13

Wo kein Zeuge ist (2006)

Die Originalausgabe erschienen 2005 unter dem Titel "With No One as Witness".

Kimmo Thorne ist eine auffällige Erscheinung. Als der junge weiße Transvestit eines Tages seltsam zugerichtet und tot aufgefunden wird, wird der Polizei schnell klar, dass er das Opfer eines bisher unerkannten Serientäters wurde. Als man Thomas Lynley und Barbara Havers von New Scotland Yard den Fall überträgt, ist soeben klar geworden, dass ein brutaler Serienmörder bereits sein viertes Opfer gefunden hat.
Brisant ist, dass die ersten drei Opfer alle dunkler Hautfarbe waren. Doch warum reagiert die Polizei erst jetzt? Rassendiskriminierung, so lautet der Aufschrei der empörten Öffentlichkeit. Die forensischen Untersuchungen lassen keinen Zweifel: alle Morde tragen dieselbe Handschrift. Welche Gemeinsamkeit verbindet aber die Opfer? Barbara Havers, degradiert wegen eigenmächtigen Handelns, stößt auf eine erste heiße Spur. Doch der Tod eines fünften Jungen weicht vom Muster ab. Waren Lynley und Havers auf der falschen Fährte? Hat der Killer seinen modus operandi verändert - oder hat ein Nachahmungstäter zugeschlagen? Trotz fieberhafter Ermittlungen kann die Polizei den verstörenden Verlauf des Falles nicht verhindern.
Und Lynley wird mit der größten persönlichen Entscheidung seines Lebens konfrontiert, als seine schwangere Frau Helen vor der Haustür niedergestochen wird.

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